Grauer Star

Behandlung Grauer Star (Katarakt) OP in München

von Prof. Dr. med. habil. Marcus Kernt

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Der graue Star (Katarakt) - Diagnose und Operation

Der graue Star zählt zu den häufigsten Augenerkrankungen im Alter. So werden in Deutschland jährlich mehr als eine halbe Million Menschen aufgrund einer Katarakt operiert. Welche Ursachen der graue Star hat, welche Symptome mit diesem einhergehen und wie man ihn erfolgreich behandeln kann, weiß Prof. Dr. med. habil. Marcus Kernt, Augenarzt in München. Im Folgenden hat uns der Facharzt für Augenheilkunde die wichtigsten Fragen rund um den grauen Star beantwortet.

Herr Prof. Dr. Kernt, was ist ein grauer Star?

Als Katarakt oder grauer Star wird eine Trübung der Augenlinse bezeichnet und war schon zu allen Zeiten ein wahres Volksleiden. Die Katarakt ist eine der häufigsten Erkrankungen am Auge, die sich mit zunehmendem Alter verstärkt. Der Begriff Katarakt beschreibt eine Trübung der Linse im Auge. Das Wort Katarakt stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet so etwas wie Wasserfall oder herabstürzen. Das kann man sich so erklären, dass die Menschen früher, wenn sie einem Patienten mit Grauem Star ins Auge geschaut haben, eine weißlich-graue Masse gesehen haben und dadurch den Eindruck hatten, als ob ein Wasserfall herunter käme.

Die ersten operativen Ansätze und mit die ersten Operationen in der Medizin überhaupt stammen aus dieser vorchristlichen Zeit. Der sogenannte „Starstich“, als erste effektive Behandlungsform der Katarakt, bei dem die trübe Linse mit einer speziellen Nadel einfach in die hintere Augenkammer luxiert wurde, stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Im Deutschen nennt sich das Ganze Grauer Star. Das kommt vom Wort „starren“, weil Patienten, die durch den Grauen Star nicht mehr gut sehen, gestarrt haben, also  sozusagen kaum auf äußere Reize reagiert haben. Somit beschreibt die deutsche Bezeichnung des Grauen Stars doch sehr eindrücklich, worin die Hauptsymptomatik beim Katarakt liegt. Unter Umständen können schwerwiegende Sehminderungen entstehen, die im schlimmsten Fall auch bis zur Blindheit führen können.

Gibt es Personen, die besonders gefährdet sind, an einem grauen Star zu erkranken?

Je älter wir werden, umso größer wird das Risiko einen grauen Star zu bekommen. Im Laufe des Lebens kommt es zu natürlichen Alterungsprozessen in der Linse des Auges, die dann zu Trübungen und schlechteren Sehen führen können. Das heißt, der Graue Star trifft früher oder später fast jeden Menschen, wenn er nur alt genug wird.

Bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen, z.B. Diabetes mellitus, aber auch bestimmten Schilddrüsenerkrankungen, kommt es früher, als bei anderen Menschen zum grauen Star. Auch Menschen, die über längere Zeit mit Kortison, oder anderen Medikamenten behandelt wurden, haben häufig deutlich früher Linsentrübungen. Ebenso Menschen, die über ihr Leben viel der Sonne ausgesetzt waren, können unter Umständen früher eine grauen Star bekommen als andere.

Wo können denn die Ursachen für eine solche Erkrankung liegen?

Zunächst ist es Fakt, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Und je älter die Menschen werden, desto höher ist das Risiko am Grauen Star zu erkranken. Früher oder später bekommt eigentlich fast jeder Mensch einen Grauen Star. Es ist im Prinzip eine Erkrankung, die mit dem Alter deutlich zunimmt.

Daneben gibt es aber auch andere Ursachen für den Grauen Star. Es gibt z.B. bestimmte Medikamente, die dazu führen können. Patienten, die Cortison einnehmen müssen, bekommen deutlich häufiger und auch früher einen Grauen Star.  Auch Diabetiker, sprich Patienten mit Zuckerkrankheit, leiden deutlich häufiger an Trübungen in der Linse. Seltener kann es nach Strahleneinwirkung oder nach Verletzungen zum Grauen Star kommen. In den allermeisten Fällen ist der Graue Star eine Alterserscheinung, die zur Eintrübung der Linse führt und sehr, sehr viele Menschen betrifft. Das ist auch der Grund, warum die Grauer Star Operation, also die Behandlung des Grauen Stars, die bei weitem häufigste Operation in der gesamten Medizin ist. Der graue Star betrifft grundsätzlich so gut wie jeden Menschen im Alter.

Kann der Graue Star erblich bedingt auftreten? Gibt es bei Vorerkrankungen in der Familie ein erhöhtes Risiko?

Bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen sind die Ursachen für die Entstehung von Linsentrübungen durchaus in den Genen zu suchen und können dabei eine erbliche Komponente haben, die ganz klar einen Grauen Star hervorrufen kann. Gerade bei Kindern, die an Grauem Star leiden, lässt sich die Erkrankung oft auf bestimmte Enzymdefekte zurückführen, die schon im Kindesalter zu einer Linsentrübung führen können. All die bereits genannten Volkskrankheiten, wie eben Schilddrüsenerkrankung, Diabetes und ähnliches, sind vom Prinzip her genetisch veranlagte Erkrankungen. Und bei diesen Patienten ist das Risiko am Grauen Star zu erkranken oft erhöht.

Woran erkennt man einen grauen Star? Können Betroffene selbst feststellen, ob sie an einem grauen Star erkrankt sind?

Um den grauen Star bei seinem Gegenüber bereits mit bloßen Auge zu erkennen, muss die Linsentrübung schon sehr deutlich fortgeschritten sein. In diesen Fällen ist das Sehen des Betroffenen bereits sehr nachhaltig eingeschränkt - soweit sollte man es eigentlich gar nicht erst kommen lassen. Betrachtet man einen Menschen, der an einer fortgeschrittenen Katarakt erkrankt ist, kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen, woher sich auch die Bezeichnung “grauer Star” ableitet.

Die Betroffenen selbst merken oft schon deutlich früher, dass mit dem Sehen etwas nicht stimmt. In frühen Stadien der Katarakt kommt es zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit, sowohl tagsüber als auch nachts: die Farben werden dumpfer wahrgenommen und alles wirkt grauer und kontrastärmer. Hinzu kommt eine mehr oder weniger schnell voran schreitende Abnahme der Sehschärfe.

Ein interessanter Nebeneffekt, der in den Frühstadien bestimmter Kataraktformen auftreten kann, ist, dass die Betroffenen Patienten plötzlich wieder ohne die gewohnte Lesebrille lesen können, was zuvor nicht möglich war. Dieser Effekt ergibt sich daraus, dass bei zunehmender Eintrübung des Linsenkerns die Linse sich so verformt, dass ihre Brechkraft scheinbar das Sehen in der Nähe verbessert. Dies ist aber leider nur ein vorübergehender Effekt und es kommt dann meist sehr schnell zu einem deutlichen Abfall der Sehschärfe.

Woran lässt sich der graue Star eindeutig erkennen, um nicht mit anderen Augenkrankheiten verwechselt zu werden?

Die Symptome des Grauen Stars können sich relativ unspezifisch darstellen. Darum ist es auch ganz wichtig, sich beim ersten Eindruck von Verlust des Sehvermögens von einem Spezialisten, sprich vom Augenarzt untersuchen zu lassen. Denn die langsame Abnahme des Sehvermögens, auch die monokularen Doppelbilder oder die zunehmende Lichtempfindlichkeit sind typisch für den Grauen Star.

Dennoch gibt es auch andere Ursachen und Augenerkrankungen, mit ähnlichen Symptomen. Um diese voneinander abzugrenzen, ist ein Besuch beim Augenarzt unabdingbar.

Können mit dem grauen Star auch Schmerzen einhergehen?

In der Regel ist der Graue Star eine schmerzlose Erkrankung. Deswegen bemerken Patienten die Krankheit selbst oft auch erst spät. In ganz seltenen Fällen, wenn ganz starke Veränderungen in der Linse entstehen, kann es zum Augendruckanstieg kommen, der dann auch Schmerzen verursachen kann. Grundsätzlich verläuft die Krankheit aber schmerzfrei.

Kann man die Entstehung eines grauen Stars vorbeugen?

Leider gibt es bis heute keine wirkungsvollen Medikamente, die der Entstehung oder dem Voranschreiten von Linsentrübungen Einhalt gebieten würden. Insbesondere bei der Entstehung der Alterskatarakt ist sicher auch eine starke genetische Komponente von Bedeutung. Bei entsprechenden Vorerkrankungen, wie etwa Diabetes, kann eine gute Stoffwechseleinstellung einen Beitrag leisten, nicht zu früh einen grauen Star zu bekommen. Zudem wird angenommen, dass eine Antioxidantien reiche Ernährung und ein gesunder Lebenswandel helfen können, einer vorzeitigen Entstehung von Linsentrübungen entgegenzuwirken. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente, wie bspw. Cortison, ist die eingenommene Dosis von großer Bedeutung. Hier gilt: Je weniger, desto besser!

Mit welcher Methode behandeln Sie den grauen Star in Ihrer Praxis in München?

Die OP des grauen Stars ist der bei weitem am häufigsten in der Medizin durchgeführte Eingriff. Die Operationstechniken haben sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt und deutlich verbessert, was sich auch in besseren post-operativen Ergebnissen widerspiegelt. Bei meinen Patienten wende ich grundsätzlich nur minimalinvasive mikro-inzisionale Kleinschnitttechniken an. Das heißt, der Zugang ins Auge erfolgt durch winzige Schnitte im Millimeterbereich. Dies hat zur Folge, dass die Architektur von Hornhaut und Augen nur minimal angegriffen wird und eine schnelle, optimale Wundheilung gewährleistet ist.

Die Operation wird in der Regel ambulant und in Lokalanästhesie durchgeführt. D. h. der Patient geht kurze Zeit nach der OP nach Hause und kommt dann am nächsten Tag lediglich zur Kontrolle in die Praxis. Wenn der Wunsch besteht, etwa bei besonders ängstlichen Patienten, kann der Eingriff aber auch in einer Kurznarkose durchgeführt werden. Hierdurch wird der Körper möglichst wenig belastet, aber dennoch gewinnt der Patient den nötigen Abstand um den Eingriff ohne Angst durchführen zu lassen. In der Regel wird die Linse mittels Hochfrequenz-Ultraschall zerkleinert und abgesaugt, wobei die natürliche Linsenkapsel, der Halteapparat der Linse, erhalten wird und dort dann die Kunstlinse an ihrem natürlichen Platz eingesetzt wird. Neben dieser „Phako“ genannten Operationstechnik, die ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleistet und die ich in den meisten Fällen empfehle, biete ich auch die Durchführung der grauen Star Operation mittels Femtosekundenlaser-Technik an. Dies ist ein hochmodernes Verfahren, bei dem die meisten Schritte der Operation mittels Femstosekunden-Laser durchgeführt werden.

Mindestens genauso wichtig, wie die individuelle Auswahl der für den einzelnen Patienten am besten geeigneten Operationsmethode, ist die genaue Planung und Vorbereitung der Operation. Ich lege dabei besonderen Wert auf die individuelle Berechnung der Intraokular-Linse. Dies ist aus meiner Sicht mit der wichtigste Faktor für ein optimales Ergebnis nach der Operation. Neben der individuellen Auswahl des geeigneten Linsentyps, ist die genaue Vermessung des Auges besonders wichtig. Aus diesem Grund wende ich grundsätzlich bei allen Patienten, egal wie diese versichert sind, und ohne dass zusätzliche Kosten für den Patienten entstehen, zur Berechnung der Kunstlinse und Bestimmung der Linsenstärke eine Laser-Biometrie an. Denn das höchste Ziel für meine Patienten ist stets, das bestmögliche Sehen nach der Operation zu erreichen.

Abb.: Schematische Darstellung der Grauen Star OP:

Grauer Star OP Ablauf

 

Kann auf Wunsch auch eine Vollnarkose, statt einer örtlichen Betäubung, angewandt werden, zum Beispiel bei Angstpatienten?

In den meisten Fällen ist, wie gesagt, eine Vollnarkose nicht notwendig. Die Operation stellt einen kleinen minimalinvasiven Eingriff dar, der bei einem routinierten Katarakt-Chirurgen lediglich zwischen 10-15 Minuten dauert.

Mit der lokalen Betäubung ist die Behandlung völlig schmerzfrei, deswegen ist eine Vollnarkose nicht unbedingt notwendig. Es gibt natürlich immer Ausnahmefälle. Patienten, die große Angst vor einer solchen Operation haben und die sich deshalb keiner Lokalanästhesie unterziehen möchten, sind hierfür ein sehr gutes Beispiel und zählen auch klar zu diesen Ausnahmen. Das muss genau mit dem Patienten besprochen werden.

Wenn die Indikation gegeben ist, kann im Ausnahmefall auch eine Vollnarkose in Frage kommen. Oft kann man aber auch durch die genaue Aufklärung und das individuelle Gespräch vor der Operation den Patienten die Angst nehmen, sodass dann oft schon ein leichtes Beruhigungsmittel ausreicht, um den Patienten eine angstfreie Operation zu ermöglichen. Die körperliche Belastung, die eine Vollnarkose unter Umständen darstellt, kann so auch umgangen werden.

Welche Komplikationen könnten während oder nach der Behandlung auftreten?

Natürlich ist diese Behandlung eine Operation. Es ist ganz klar, dass bei jeder Operation in der Medizin immer kleine Restrisiken bestehen bleiben. Dazu gehören die üblichen Operationsrisiken wie Entzündung, Infektion oder Blutung.

Es gilt jedoch, dass die Katarakt-Operation eine sehr sichere und sehr standardisierte Operation ist und die Komplikationsrate verschwindend gering ist, insbesondere dann wenn entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Manchmal kann nach der Operation eine kleine Schwellung an der Hornhaut auftreten, oder das Auge ein paar Tage gerötet sein.

Bei entsprechender und ordentlicher Nachsorge - beispielsweise die regelmäßige Anwendung von Augentropfen - stellt die Katarakt-Chirurgie keine besonders risikoreiche Operation dar.

Wie lange sollten Patienten nach der Behandlung in Ihrer Praxis in München bleiben und welche Nachsorge erhalten bzw. empfehlen Sie?

Die Operation wird im Operationssaal durchgeführt. Nach der Operation bekommt der Patient meistens einen Verband über das Auge, den er etwa für 6-12 Stunden tragen sollte. In der Regel kann der Patient direkt nach der Operation nach Hause gehen und wird dann am nächsten Tag ambulant, beispielsweise in der Praxis betreut. Es ist normalerweise nicht notwendig, dass der Patient stationär bleiben muss. Er muss lediglich zur ambulanten Nachsorge in die Praxis kommen. Bis auf das Tragen des Verbandes während der ersten Nacht, hat der Patient in der Regel keine wesentlichen Einschränkungen.

Wann ist die Gesellschaftsfähigkeit wieder gegeben und Sport wieder erlaubt?

Die ersten Tage nach der Operation sollte man selbstverständlich vorsichtig mit dem Auge umgehen. Auch wichtig ist die Beachtung der postoperativen Behandlungsempfehlung des Augenarztes

In der Regel werden Augentropfen und/oder eine Augensalbe verschrieben. In der ersten Woche sind diese häufiger anzuwenden, mit der Zeit werden die Anwendungen weniger. Das Auge kann am Tag der Operation auch sensibler auf Staub, Kälte oder Rauch reagieren. Auch leichte Rötungen sind möglich. Theoretisch kann man aber schon am selben Tag, zum Beispiel ins Restaurant gehen. Generell sollte man, wie nach jedem Eingriff, auf seinen Körper hören und sich ein wenig schonen. Normalerweise haben die Patienten nach der Operation keine Schmerzen und neben den grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, die nach jeder OP gelten, gibt es vom Auge her aber prinzipiell keine Einschränkungen.

Wie sollten sich Patienten verhalten, wenn postoperative Schmerzen oder Probleme auftreten?

Normalerweise hat der Patient nach der Operation keine Schmerzen. Es kann zwar ein leichter Wundschmerz auftreten, dieser verschwindet in der Regel mit Hilfe von leichten Schmerzmitteln vollständig.

Wenn tatsächlich stärkere Schmerzen auftreten, ist es wichtig, dass man das Auge auf jeden Fall augenärztlich untersuchen lässt. Starke Schmerzen treten jedoch sehr selten auf. Durchaus kann es hin und wieder zu leichten Entzündungen kommen, die dann besser abgeklärt werden sollten. Die meisten Schmerzen lassen sich, durch die Behandlung vom Augenarzt, ganz einfach beheben. Im Zweifelsfall sollte man immer auf Nummer sicher gehen und lieber zum Arzt gehen, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Ist das Ergebnis der Operation dauerhaft oder kann der Graue Star wiederkehren?

In aller Regel ist das gute Sehen nach der Grauen Star Operation auf Dauer. Kurze Zeit nach der Operation ist das Sehen meist schon sehr gut. Durch die genaue Berechnung der Linse und minimalinvasive Operationstechniken kann man den meisten Patienten ein sehr gutes Sehen in die Ferne oder Nähe ohne weitere Sehhilfen ermöglichen.

In sehr vielen Fällen kann man auch ohne teure Zusatzleistungen für die meisten Patienten ein sehr gutes Sehen nach der Operation des grauen Stars erreichen. In bestimmten Situationen können aber sogenannte Sonderlinsen helfen, dass nach der Operation, etwa beim Autofahren, nicht unnötigerweise doch noch eine Brille getragen werden muss, oder aber auch ein gutes Sehen in Ferne und Nähe ohne weitere Sehhilfe möglich wird. Auch Premiumlinsen, die helfen, das Kontrastsehen zu verbessern, oder auch stärkere Astigmatismen (Hornhautverkrümmungen) auszugleichen, können zusätzlich von Nutzen sein. Dies ist aber immer eine sehr individuelle Entscheidung, die nur im intensiven Austausch zwischen Patient und Operateur getroffen werden kann. Hier hilft es, wenn Arzt und Patient vor der Operation genau über die individuellen Bedürfnisse des Patienten sprechen und dann gemeinsam den richtigen Linsentyp auswählen, um so auch auf lange Sicht ein optimales Sehen zu ermöglichen.

In einem geringen Teil der Fälle kommt es einige Monaten oder Jahren nach der Operation zu eine leichten Eintrübung der natürlichen Linsenkapsel, in die die Kunstlinse bei der Operation eingesetzt wird. Hier kann es dann zu einer leichten Verschlechterung des Sehens kommen. Dies ist aber kein Grund sich um das gute Sehen Sorgen zu machen. Mit einem kleinen, unkomplizierten Lasereingriff, bei dem, an der Spaltlampe und ohne weitere Operation, diese Trübung entfernt wird. Auf diese Weise kann das nach der Operation des grauen Stars gewohnt gute Sehen wieder hergestellt werden. Die Kunstlinse selbst bleibt in aller Regel für immer klar. Die heute verwendeten Intraokularlinsen sind durchweg von sehr hoher Qualität und die über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen haben gezeigt, dass über viele, viele Jahre ein gutes Sehen gewährleistet ist.

Werden die Kosten einer Behandlung bzw. Operation des Grauen Stars von der Krankenkasse übernommen?

Die Kosten für die Behandlung des grauen Stars werden in aller Regel auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Mit dieser Regelleistung lassen sich in den meisten Fällen sehr gute Ergebnisse erzielen, ohne dass unnötige zusätzliche Kosten entstehen. Daneben gibt es bestimmte Sonderleistungen, die von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt werden. Hier sind vor allem die so genannten “Premiumlinsen”, wie etwa „torische“ Intraokularlinsen (helfen auch bei stärkeren Hornhautverkrümmungen) oder Multifokallinsen (erlauben sowohl in der Ferne als auch Nähe scharfes Sehen) zu nennen. Ob eine Zusatzleistung notwendig oder sinnvoll ist, muss immer individuell entschieden werden. Die Entscheidung hierfür trifft - nach eingehender Beratung - bei mir immer der Patient.

Verschiedene Arten künstlicher Linsen und wie Sie die passende finden

Wenn durch eine zunehmende Trübung die körpereigene Linse ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen kann, muss sie operativ ausgetauscht werden. Auch wenn Linsen aus körpereigenem Material noch nicht künstlich hergestellt werden können, bietet die moderne Augenheilkunde ein breites Spektrum an Kunstlinsen an, die sich durch sehr hohen Tragekomfort und äußerst gute Verträglichkeit auszeichnen. Welche Linse für welchen individuellen Fall am besten geeignet ist, kann nur ein Experte beurteilen.

Sie haben uns bereits darüber informiert, dass bei der Behandlung des grauen Stars Kunstlinsen zum Einsatz kommen. Welche Arten von Linsen können Sie Ihren Patienten anbieten?

Die Standardlinsen, die wir verwenden, sind sogenannte monofokale Intraokularlinsen, das heißt vereinfacht gesagt, Einstärkenlinsen. Diese Linsen ermöglichen, bei entsprechender Berechnung, Sehfehler, wie zum Beispiel stärkere Kurz- oder Weitsichtigkeit, gut zu korrigieren. So können die meisten Patienten nach der Operation gut in die Nähe oder die Ferne sehen.

Diese monofokalen Linsen haben aber beispielsweise nicht die Möglichkeit, dass der Patient gleichzeitig in der Ferne und der Nähe gut sieht. Viele Menschen wünschen sich z.B., dass sie ohne Lesebrille lesen können und trotzdem in der Ferne gut sehen. Hier sind die sogenannten multifokalen Intraokularlinsen eine Möglichkeit, zu helfen. Diese Linsen sind seit einigen Jahren im Gebrauch und haben sich in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt und verbessert.

Inzwischen gibt es Modelle, mit denen man den Patienten sowohl für die Nähe als auch für die Ferne und in gewissem Ausmaß auch im Zwischenbereich ein gutes Sehvermögen gewährleisten kann. Hierbei ist es aber umso wichtiger, dass die Operationsplanung, insbesondere die Berechnung der Linse sehr präzise und akkurat durchgeführt wird, denn so haben die Patienten die beste Gewähr, dass sie ein optimales Ergebnis bekommen und hinterher gut damit zurechtkommen.

In unserer Münchner Augenarztpraxis bieten wir Ihnen darüber hinaus auch andere Premiumlinsen an. Dazu gehören die sogenannten torischen Intraokularlinsen. Das sind Linsen, die Hornhautverkrümmungen ausgleichen können. Auch hier ist es besonders wichtig, dass die Planung korrekt durchgeführt wird.

Eine gute Alternative zu multifokalen Linsen sind aus meiner Sicht die asphärischen Intraokularlinsen. Asphärische Intraokularlinsen sind monofokale Linsen, also eigentlich Einstärkenlinsen, die aber ein Schliffprofil haben, das einer menschlichen Linse sehr ähnelt. Durch dieses spezielle Schliffprofil erlauben sie eine verbesserte Kontrastschärfe und ein besseres Kontrast- und Nachtsehen. Sie helfen dadurch auch in der Nähe ein bisschen besser zu sehen als mit einer rein monofokalen Linse. Deshalb bietet sie eine sehr gute Alternative zur Standard-Intraokularlinse.

Was ist denn das Besondere an Premiumlinsen? Was unterscheidet sie von den Standardlinsen?

Premium Intraokularlinsen bieten einige weitere optische Funktionalitäten, die bei Standardlinsen so nicht möglich sind. Es gibt verschiedene Premiumlinsen die unterschiedliche Funktionalitäten unterstützen.

Viele Patienten möchten beispielsweise nach der Operation in der Ferne als auch in der Nähe wieder scharf sehen können. Dies ist mit der Standardlinse nicht möglich, jedoch mit einer Premiumlinse. Weitere Beispiele für zusätzliche Funktionalitäten der Linse sind vor allem für Patienten mit z.B. starker Hornhautverkrümmung, bei Problemen mit dem Sehen in der Nacht bzw. Dämmerung oder auch beim Wunsch nach besserem Schutz der Netzhaut interessant.

Die Entscheidung für eine Linse wird natürlich immer zusammen mit dem Patienten getroffen. Ich möchte meinen Patienten immer die modernsten und innovativsten Möglichkeiten bieten können, bei der Beratung ist es mir jedoch immer besonders wichtig, die individuellen Wünsche des Patienten genau zu erörtern und in die Planung der Operation mit einzubeziehen. Ziel ist es, herauszufinden was sich der Patient wünscht und nicht zuletzt auch welche Linse den besten Kosten-Nutzen-Faktor für den Patienten hat.

Kann sich der Patient bei der Auswahl der Kunstlinse einbringen und mögliche Wünsche äußern? Möglicherweise sogar, ähnlich wie bei Kontaktlinsen, die Farbe?

Wie bereits angedeutet, wird die Frage, welche Linse für den Patienten die richtige ist, in einem persönlichen Gespräch ganz genau mit dem Arzt besprochen. Natürlich stehen hierbei die persönlichen Wünsche im Vordergrund.

Im Prinzip ist es ganz wichtig, dass der Patient mit dem Augenarzt seine individuellen Wünsche ganz genau bespricht. Das primäre Ziel der Operation ist, dass der Patient hinterher ein möglichst optimales Sehen und auch das Sehen, welches er sich wünscht, mit allen möglichen Zusatznutzen, bekommt. Hierbei ist es besonders wichtig die Dinge einfach klar anzusprechen.

Die Patienten sind heute in der Regel sehr gut informiert, was in diesem Zusammenhang nur von Vorteil ist. Es gibt Situationen, in denen einzelne Linsentypen, über die sich der Patient schon informiert hat, gut geeignet sind. Es gibt aber auch manchmal Situationen, in denen die primär vom Patienten getroffene Wahl nicht zum optimalen Ergebnis führen würde. Dann sollte man dem Augenarzt das nötige Vertrauen entgegenbringen und sich bei der Auswahl der Linse durch die Vorschläge des Augenarztes beraten lassen.

Grundsätzlich versuchen wir als Augenärzte natürlich, die Variante oder auch die Intraokularlinse für den Patienten auszusuchen, mit der er das bestmögliche Sehen erreicht. Letztendlich soll die bestmögliche Sehkraft wiederhergestellt werden. Ob der Patient gewisse Zusätze möchte oder nicht, bleibt ihm aber grundsätzlich immer selbst überlassen. Das hängt natürlich auch immer ein bisschen davon ab, was der Patient zusätzlich investieren möchte.

Werden alle Arten von Linsen von der Krankenkasse finanziert oder gibt es spezielle Modelle, bei welchen die Kosten vom Patienten selbst getragen werden müssen?

Es ist leider so, dass die deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen nur einen gewissen Mindestbetrag für eine Intraokularlinse erstatten. Dafür bekommt man eine einfache monofokale Intraokularlinse, die aber durchaus auch ein gutes Sehen ermöglicht. Wenn man als Patient aber doch ein bisschen mehr möchte und sich doch für eine sogenannte Premiumlinse entscheidet, ist es leider so, dass der Patient dafür in der Regel den Differenzbetrag selbst zuzahlen muss.

Herr Dr. Kernt, können Sie eine allgemeingültige Empfehlung abgeben, mit welcher Kunstlinse Patienten erfahrungsgemäß am zufriedensten sind?

Nicht jeder Patient hat die gleichen Ansprüche und Bedürfnisse an sein Sehen, sodass man dies schwer verallgemeinern kann. Das ist etwas, das individuell sehr unterschiedlich ist. Man kann nicht im Voraus sagen, diese eine Linse ist die Beste, weil sie für jeden Patienten ein optimales Ergebnis erbringt. Und deshalb ist es wirklich wichtig, dass der Patient sich vorher individuell beraten lässt, die Augen genau untersucht werden und die Bedürfnisse des Patienten genau erörtert werden.

Denn in den unterschiedlichsten Situationen können unterschiedliche Linsen und auch unterschiedliche Herangehensweisen an die Operation sinnvoll sein. Da kann man nicht sicher sagen, dass ein Standardvorgehen in jedem Fall das Optimale ist. Das Vorgehen muss immer sehr individuell und speziell auf den einzelnen Patienten abgestimmt sein.

Vor der Behandlung des grauen Stars hat der Patient eine Brille getragen, kann diese durch das Einsetzen von Kunstlinsen überflüssig werden?

Dank der heute doch sehr weit entwickelten und guten Planungs- und Berechnungsmöglickeiten der Kunstlinsen, aber auch durch die deutlich verfeinerten Operationstechniken, die sich in den letzten Jahren etabliert haben, kann den allermeisten Patienten zumindest für die Ferne eine Brillenfreiheit in Aussicht gestellt werden. Es gibt natürlich immer Situationen, in denen komplizierte Sehfehler vorliegen oder andere Erkrankungen vorhanden sind, die das Tragen einer leichten Brille, auch nach der Operation, noch notwendig machen. Multifokallinsen sind Linsen, die möglicherweise erlauben, sowohl in der Ferne als auch in der Nähe ohne Brille zu sehen. Das klingt für jeden Patienten sehr verlockend, aber auch hier da ist es auch ganz wichtig, dass auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen des Patienten eingegangen wird. Die individuelle Beratung durch den Augenarzt hilft hier oft die richtige Lösung für den einzelnen Patineten zu finden.

Möglicherweise gibt es Augenärzte, die ihren Patienten zu einer falschen oder unnötig teuren Linse raten. Woran kann der Patient erkennen, ob dahingehend eine seriöse Beratung stattfindet?

Ich denke, das Wichtigste ist, dass zu dem Augenarzt, bei dem die Behandlung stattfinden soll, ein gutes Vertrauensverhältnis besteht. Hierbei ist es sicher hilfreich, wenn der beratende Augenarzt und derjenige welcher dann die Operation durchführt ein und dieselbe Person sind.  Ist dies nicht möglich, sollte der beratende Arzt aber zumindest ausreichend Erfahrung im Umgang mit Kataraktpatienten haben und in engem Kontakt mit den Operateur stehen. Der Patient sollte sich sicher sein, dass für den Augenarzt das gute Sehen des Patienten an erster Stelle steht. Wenn einem von Beginn an nur die teuerste Linse, als die beste Linse dargeboten wird, sollte man kritisch sein. Wie gesagt lassen sich auch mit den von allen Kassen erstatteten Standardlinsen in der Regel gute Ergebnisse erzielen. Wichtig ist, dass der Augenarzt den Patienten genau untersucht und auch mit ihm die Vor- und Nachteile einzelner Linsen erörtert. Damit sich auch der Patient selber ein Bild davon machen kann. Eine gemeinsame Entscheidung spielt  für den Patienten eine große Rolle.

Grauer Star OP mit Femtosekundenlaser oder Ultraschall

Bei der Behandlung einer altersbedingten Trübung der Augenlinse (Grauer Star) ist seit einigen Jahren die medizinische Lasertechnik auch in der Augenheilkunde angekommen. Mit dem Satz "Laser statt Skalpell" lässt sich der Vorteil dieser innovativen Behandlungstechnik zusammenfassen.

Herr Prof. Dr. Kernt, seit 2008 gibt es neben der Behandlung des grauen Stars mit Ultraschall, die Möglichkeit einen Femtosekundenlaser einzusetzen. Was genau ist eigentlich ein Femtosekundenlaser?

Der Femtosekundenlaser ist eine sehr moderne Lasertechnologie, die ursprünglich aus der refraktiven Chirurgie stammt. Es handelt sich dabei um einen speziellen Infrarotlaser, der sehr kurze intensive Lichtpulse abgibt und dadurch die Möglichkeit hat, sehr präzise zu schneiden, ohne dass thermische Effekte, also Hitzeeffekte im Auge stattfinden.

Der Femtosekundenlaser ist deshalb ein optimales Gerät, um im Auge zu arbeiten, weil hier besonders feine Strukturen bearbeitet werden müssen und höchste Präzision gefragt ist. Der Femtosekundenlaser ist in den letzten Jahren auch im Bereich der Katarakt-Chirurgie immer wichtiger geworden, denn wir haben die Möglichkeit, computergestützte Präzision, wie wir sie z.B. auch schon von der refraktiven Chirurgie kennen, mit der Katarakt-Chirurgie zu verbinden und dadurch noch standardisiertere und präzisere Ergebnisse zu erzielen.

Welche wesentlichen Unterschiede bestehen zwischen der Operation mit Ultraschall und der Anwendung des Femtosekundenlasers?

Die Ultraschalltechnik, also Phakoemulsifikationstechnik ist nach wie vor die Standardtechnik eine sehr gute, bewährte und auch präzise Technik. Der Femtosekundenlaser hat vor allem den Vorteil, dass man sehr präzise operieren und höchst filigran vorausgeplante Schnitte und Veränderungen im Auge vornehmen kann. Dadurch kann sehr genau gearbeitet werden,  z.B. bei der Eröffnung der Linsenkapsel, in die die Linse dann hinterher eingesetzt wird, aber auch bei den Zugängen ins Auge kann mit dem Computer vorausgeplant werden. Dadurch entsteht eine sehr genaue Schnittführung.

Es hat sich als günstig erwiesen, besonders bei der Verwendung von Premiumlinsen, die Linsenimplantate optimal zentriert ins Auge einzupassen und dadurch das Sehen weiter zu verbessern, was mithilfe der Femtosekundenlaser-assistierten OP Technik in bestimmten Fällen deutlich erleichtert wird.

Bietet die Behandlung mit dem Femtosekundenlaser dem Patienten einen wesentlichen Vorteil und vor allem wichtig: Sehen Sie einen Vorteil?

Insbesondere vom theoretischen Ansatz her ist der Femtosekundenlaser etwas ganz Hervorragendes und etwas, das in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Auch heute sind die Ergebnisse mit dem Femtosekundenlaser sehr gut und deshalb insbesondere für den anspruchsvollen Patienten zu empfehlen.

Es gibt bestimmte Situationen, in denen der Femtosekundenlaser heutzutage noch nicht so viel eingesetzt wird. Insbesondere dann, wenn z.B. die Linse sehr, sehr trüb ist. Da kann der Femtosekundenlaser oft nicht optimal schneiden. Aber der Vorteil des Femtosekundenlasers ist sicherlich die hohe Präzision und die spielt eine erhebliche Rolle beim späteren Ergebnis.

Die Behandlung mit dem Femtosekundenlaser ist bekanntlich teurer. Wie sieht es mit der Kostenübernahme durch die Krankenkassen aus?

Alle modernen Technologien, die natürlich auch großen Forschungsaufwand für die Entwicklung gebraucht haben, haben ihren Preis. Die Geräte sind heutzutage noch sehr teuer. Deshalb ist auch die Operation, wenn sie mit dem Femtosekundenlaser durchgeführt wird, deutlich teurer als die konventionelle Phakoemulsifikationstechnik, also Ultraschall. Es gibt einzelne private Krankenkassen, die unter Umständen zumindest einen Teil der Operation mit dem Femtosekundenlaser erstatten. Die gesetzlichen Kassen gewähren derzeit keine Erstattung für diese OP-Technik.

Herr Dr. Kernt, Ihre persönliche Erfahrung ist gefragt. Stellt die Behandlung mit dem Femtosekundenlaser eine deutliche und notwendige Modernisierung der Behandlung des grauen Stars dar?

Ich denke, dass die Phakoemulsifikationstechnik, also die Standardtechnik, die heute normalerweise bei der Kataraktoperation angewandt wird, eine sehr gute Technik ist und bei einem erfahrenen Operateur auch zu hervorragenden Ergebnissen führen kann.

Die hohe Präzision des Femtosekundenlasers ist sicher vorteilhaft. Auch meine Erfahrungen mit dem Femtosekundenlaser in der Katarakt-Chirurgie sind sehr gut. Wobei man natürlich immer die Kosten gegen den Nutzen abwägen muss. Der Femtosekundenlaser ist nicht in jedem Fall notwendig.  Wenn allerdings das Modernste und das technisch Höchststehende gewünscht wird, ist der Femtosekundenlaser auf jeden Fall eine gute Wahl.

Zu welcher Behandlung würden Sie ihren Patienten schließlich raten?

Ich denke, die Entscheidung für die eine oder andere OP-Technik, auch in Bezug auf die Femtosekunden-Katarakt-Chirurgie, ist sehr individuell. Der Augenarzt muss ganz individuell auf die Gegebenheiten und Wünsche des einzelnen Patienten eingehen, insbesondere auf das Ziel der Operation.

Gerade bei Operationen, bei denen Premiumlinsen eingesetzt werden, hat der Femtosekundenlaser gewisse Vorteile. Denn bei diesen Linsen kommt es ganz speziell darauf an, dass die Positionierung und die Schnittführung beim Einführen der Linse ins Auge sehr genau platziert sind. Und da ist mit dem Femtosekundenlaser mehr Präzision möglich als man es mit der Hand erreichen würde.

Aber es gibt durchaus auch Situationen, in denen die Phakoemulsifikationstechnik mindestens gleich gute Ergebnisse erzielt. Was man zugunsten der Phakotechnik sagen muss, ist, dass die Erfahrungswerte mit dem Femtosekundenlaser gering sind. Deshalb gibt es bestimmte Situationen oder Krankheitsstadien beim Grauen Star, bei welchen man eher noch etwas zurückhaltender mit der Femto-Katarakt-Chirurgie ist. Deshalb ist es sehr wichtig, dass individuell mit dem Patienten der Befund besprochen wird, erst dann kann eine OP-Technik gewählt werden.

Grauer Star OP - Wie finde ich den richtigen Augenarzt?

Bei einem chirurgischen Eingriff im Bereich der Augen - wie bspw. der OP des Grauen Stars - handelt es sich um millimetergenaue Feinstarbeit, die viel Erfahrung und Geschick sowie modernste Technik benötigt. Auch nur der kleinste Fehler kann hier langfristige Folgen für das Sehvermögen haben. Deshalb sollte jeder Betroffene die Auswahl des operierenden Arzt nicht leichtfertig, sondern mit Bedacht wählen und auf gewissen Merkmale achten.

Die Augenpartie gehört zu den besonders empfindlichen Stellen des Körpers, die man gerne unberührt lässt. Bei dem Gedanken, dass an ihrem Auge operiert wird, geraten viele Menschen in Panik. Der richtige Arzt spielt also eine besondere Rolle. Welche Qualifikationen muss ein Augenarzt vorweisen können, um die Operation des grauen Stars durchführen zu können?

Für die erfolgreiche Durchführung der Grauen-Star-Operation ist es natürlich wichtig, dass der Operateur ausreichend Erfahrung im Bereich dieser Chirurgie hat.

Das heißt zunächst, dass er die Operation schon oft genug durchgeführt hat und eben auch ein breites Spektrum im Bereich der Katarakt-Chirurgie abdeckt. Das bedeutet zudem, dass er sich mit den unterschiedlichen Linsentypen, aber auch mit den unterschiedlichen OP-Techniken auskennt. Denn nur dann kann er Ihnen in jeder Situation die optimale Operationstechnik für Ihr Auge anbieten.

Zudem ist es natürlich auch sehr wichtig, dass das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten stimmt. Denn man hat nur zwei Augen und möchte diese natürlich ungern jemanden überlassen, der einem ein Gefühl der Unsicherheit gibt und zu wem das Vertrauen nicht aufgebaut werden konnte. Dies wird in einem persönlichen Gespräch aber meistens schnell klar.

Bekommt man Empfehlungen oder Informationen über einen Arzt, der bereits gute Ergebnisse erzielt hat, ist das auch schon ein Hinweis, dass Patienten in guten Händen sind.

Auch Risiken müssen vor einer Grauen Star OP geklärt werden. Was sollte von Arztseite her immer angesprochen werden?

Es ist wichtig, dass bei dem Aufklärungs- und Informationsgespräch vor der Operation alle wichtigen Punkte angesprochen werden. Das heißt, dass sowohl Nutzen als auch Risiken genau besprochen werden.

Der Patient muss ausreichend darüber informiert werden, was bei der Operation gemacht wird und wie die Operation abläuft, denn das schafft Vertrauen. Wenn der Patient bei der Operation beruhigt ist, ist in der Regel auch die Atmosphäre für die Durchführung der Operation angenehmer.

Die medizinischen Aspekte sollten im Vordergrund stehen, gleich gefolgt von den Wünschen, die der Patient im Hinblick auf die Operation hat. Kommerzielle Aspekte sollten klar in den Hintergrund rücken. Dennoch ist es natürlich wichtig, dass der Patient erfährt, ob und wenn ja, welche Kosten auf ihn zukommen, es sollte aber keinenfalls der Eindruck entstehen, dass kommerzielle Dinge vorrangig sind.

Wie nehmen Sie Ihren Patienten die Sorgen vor einer Operation am Auge?

Für Patienten ist grundsätzlich wichtig zu wissen, dass die Grauer-Star-Operation heutzutage wirklich eine kleine, unkomplizierte Operation ist, die in der Regel ganz hervorragende Ergebnisse erbringt.

Die Operation ist für gewöhnlich völlig schmerzfrei für die Patienten. Und das Sehen ist bei den allermeisten Patienten schon nach sehr kurzer Zeit nach der Operation sehr gut.

Wichtig ist, dass die Patienten wissen, was auf sie zukommt. Dann gehen sie angstlos oder zumindest mit wenig Angst in die Operation und erleiden dadurch auch keinen seelischen Schmerz bei der Operation. Wenn man den Patienten genau erläutert, wie die Operation abläuft, weiß der Patient, was auf ihn zukommt und er braucht keine Angst vor einzelnen Schritten zu haben.

Die ganze Operation dauert in der Regel nicht länger als 15 bis 20 Minuten, so dass der Eingriff auch sehr schnell überstanden ist. Wenn der Patient das im Vorfeld ausreichend gut erläutert bekommt, haben die allerwenigsten Patienten noch Angst vor dem Eingriff.

Welche Möglichkeiten hat ein Patient, wenn er mit der Behandlung eines Augenarztes nicht zufrieden ist? Bieten Sie solchen Patienten eine Nachbehandlung an?

Es gibt natürlich immer einzelne Fälle, in denen Patienten unzufrieden sind. Dann ist es wichtig, dass die Beschwerden und Sorgen des Patienten ernstgenommen werden und genau überprüft wird, wo die Probleme liegen. Oft ist es auch so, dass natürlich die Erwartungen des einzelnen Patienten vor der Operation in Bezug auf die Operation möglicherweise nicht dem entsprochen haben, was letztendlich mit der Operation erzielt werden konnte.

Häufig verhält es sich so, dass gerade ältere Patienten auch noch andere Erkrankungen haben, die zusätzlich das Sehen beeinflussen können. Da muss man mit dem Patienten genau besprechen, welche Verbesserung ermöglicht werden kann. Und eben dementsprechend auch entscheiden, ob die Operation sinnvoll ist oder nicht.

Es gibt natürlich auch den eher seltenen Fall, dass etwas bei der Operation nicht optimal gelaufen ist und ein Patient deshalb unzufrieden mit dem Ergebnis der Operation ist. Auch dann ist es wichtig, dass man den Patienten ernst nimmt und dass man ihn genau untersucht und schaut wo die Probleme liegen. Viele Probleme kann man optimieren und verbessern und dem Patienten mögliche Wege zur Verbesserung seiner Situation aufzuzeigen.

Gibt es auch für Linsen eine Qualitätskennung, damit der Patient erkennen kann, ob sein behandelnder Augenarzt nur qualitativ hochwertige Linsen verwendet?

Wir sind in Deutschland in der glücklichen Situation, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen, im Vergleich zu anderen Ländern, hochwertige Linsen erstatten. Normalerweise unterliegen alle Katarakt-Operateure einer gewissen Qualitätssicherung. Das heißt, dass in regelmäßigen Abständen überprüft wird, ob die Materialien, die verwendet werden, den entsprechenden Standards entsprechen, so dass der Patient in Deutschland in der Regel keine Angst haben muss, dass er minderwertige Intraokularlinsen bekommt - auch als Kassenpatient.

Es gibt selbstverständlich in jedem Bereich schwarze Schafe. In der Presse liest man davon, dass einzelne Kollegen unseriöse Dinge durchgeführt haben. Ganz klar sind das aber wenige einzelne Ausnahmen. Wenn tatsächlich minderwertige Intraokularlinsen, z.B. aus dem Ausland verwendet würden, könnte man das bei einem neutralen Augenarzt feststellen lassen. Das sind aber wirklich Einzelfälle und kein Risiko, das im Normalfall den Patienten bei der Katrakt-Chirurgie erwarten sollte.

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