Grippeimpfung
27Okt

Grippeimpfung - Wirklich notwendig?

Die Grippezeit bricht an - aber lohnt sich eine Impfung? Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Grippeimpfung

Die Grippezeit bricht an - aber lohnt sich eine Impfung?

Die Grippe: In den kalten Wintermonaten zählt sie sozusagen zur temporären “Volkskrankheit”. Von vielen als etwas stärkere Erkältung abgetan, sorgt eine echte schwerwiegende Grippe jedoch für weitaus weitreichendere Symptome als eine durchschnittliche Erkältung. Kopf- und Gliederschmerzen sowie Probleme mit den Muskeln und – je nach Patient – recht hohes Fieber können für bestimmte Patientengruppen schwerwiegende Folgen haben. Deswegen entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Grippeimpfung, die jedoch nicht unumstritten ist. Im Folgenden erfahren Sie die wichtigsten Fakten über die Grippeimpfung.

Kann eine Impfung gegen jede Art von Grippe stattfinden?

Nein, dies ist nicht möglich. In Deutschland ist u.a. das Influenza-A-Virus verbreitet. Der Influenza-B-Virus kommt in Deutschland ebenfalls vor – und auf genau diese beiden Grippetypen sowie ihre Subtypen zielen aktuelle Impfungen ab. Da Viren jedoch mutieren können, kann es passieren, dass eine gegen Influenza-A gedachte Impfung wirkungslos ist, wenn der Patient sich mit einem anderen Grippetypen infiziert. Es kann daher stets nur eine Impfung gegen verbreitete Grippeviren erfolgen – aber niemals gegen alle Formen des Viruses. Innerhalb weniger Wochen kann so ein eigentlich wirksamer Impfstoff dadurch ineffektiv werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung?

Das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten empfiehlt eine Impfung im Oktober oder November, denn bis der volle Impfschutz wirkt, dauert es in der Regel ungefähr zwei Wochen. So ist man vor der ersten Grippewelle, die oft schon im Dezember anrollt, ausreichend gesichert. Auch wenn man sich bereits im Herbst impfen lässt, hält der Schutz normalerweise bis zum Ende der Grippezeit im Frühjahr an. Eine Impfung zu einem späteren Zeitpunkt ist natürlich auch möglich, bis Januar zu warten ist allerdings nicht ratsam.

Wer sollte sich impfen lassen?

Eine Grippe ist zwar eine ernstzunehmende Erkrankung, gesunde Menschen jedoch erholen sich in der Regel rasch und müssen auch nicht mit Folgesymptomen kämpfen. Daher empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung vor allem für bestimmte Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem Menschen, die in Pflegeheimen leben und mit einem schwachen Immunsystem zu kämpfen haben, sowie generell Personen ab 60 Jahren oder chronisch Kranke - dazu zählen bspw. Personen jeglichen Alters, die an Diabetes, Asthma oder auch diversen Herzbeschwerden leiden. 

Wird die Impfung von der Krankenkasse übernommen?

Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenkasse – aber nur dann, wenn der Patient einer der vorher genannten Risikogruppen angehört. Mitglieder privater Krankenkassen unterliegen unterschiedlichen Regeln und sollten sich bei ihrem Versicherer informieren.

Wann sollte man von einer Grippeimpfung absehen?

In drei Fällen gilt es bei einer Grippeimpfung Vorsicht walten zu lassen: Bei Erkrankungen, Schwangerschaft und Allergien. Wenn man zum Zeitpunkt der Impfung erkrankt ist, also beispielsweise unter einer Erkältung leidet oder Fieber hat, sollte mit der Impfung abgewartet werden bis man wieder vollständig gesund ist. Der neue Impftermin sollte dann in jedem Fall in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt neu angesetzt werden. Abgeklärt werden sollte außerdem im Vorfeld der Impfung, ob Allergien gegen Bestandteile der Grippeimpfung vorliegen, wie zum Beispiel gegen Hühnereiweiß. Wenn dies der Fall ist, können mit dem behandelnden Arzt Alternativen besprochen werden. Für Schwangere gilt laut der STIKO: Bei guter Gesundheit sollte die Impfung erst ab dem vierten Monat erfolgen. Liegen jedoch chronische Erkrankungen oder Diabetes vor, kann eine frühere Impfung ratsam sein. 

Muss man die Impfung wirklich jedes Jahr wieder auffrischen?

Ja, eine Grippeimpfung muss jedes Jahr erneuert werden. Da die für die Grippe verantwortlichen Influenzaviren einfach ihre Oberfläche verändern können, erkennen das Immunsystem und der Körper sie nicht als bereits bekannte Erkrankung, sondern können sie erst nach komplexen Prozessen wirksam bekämpfen. Des weiteren existieren verschiedene Virenstämme, die je nach Jahr unterschiedlich verbreitet sein können. So wird jedes Jahr von den Gesundheitsbehörden von neuem entschieden, wie sich der Impfstoff zur maximalen Wirkung zusammensetzt.

Nebenwirkungen der allgemeinen Grippeimpfung

Wie bei allen Impfungen ist auch diejenige gegen Grippe von Nebenwirkungen begleitet: Eine schmerzhafte, häufig von Schwellungen begleitete Rötung kann ebenso auftreten wie Müdigkeit oder Gliederschmerzen. Ein oder zwei Tage später sollten die Beschwerden jedoch abklingen. Die Gefahr, sich aufgrund der Injektion von Viren tatsächlich mit einer Grippe zu infizieren, ist nicht vorhanden. Dafür sind die winzigen Bruchstücke der virulenten Elemente zu klein – auch wenn die Nebenwirkungen der Impfung zunächst wie eine echte Grippe aussehen, muss man nicht besorgt sein. Dies ist normal.

Die Grippeimpfung: wirksames Mittel oder nutzloses Placebo?

Ob eine Impfung gegen Grippe notwendig ist, bleibt Anlass für Diskussionen in der Medizin. Nach einer Studie des Center for Infectious Disease Research and Policy, die von der University of Minnesota durchgeführt wurde, besitzen aktuelle Impfstoffe einen Wirkungsgrad von nur 1,5 %. Von 100 Menschen stecken sich also nur ein bis zwei Personen nicht an, wenn sie vorher gegen Grippe geimpft wurden. Aufgrund der zahlreichen, bereits genannten Nebenwirkungen ist es daher zweifelhaft, ob eine Impfung gegen Grippe einen Nutzen im Interesse des Patienten hat. 

Andererseits machen neue Methoden es insbesondere für Kinder einfacher, sich doch gegen Grippe impfen zu lassen: Ein Nasenspray beispielsweise erspart den Kleinen einen Nadelstich und ist praktisch nicht wahrnehmbar. An der zweifelhaften Statistik, die sich gegen den Nutzen der Impfung im Allgemeinen ausspricht, ändert das jedoch nichts. Es ist daher in jedem individuellen Fall ratsam sich an seinen eigenen Hausarzt zu wenden, und mit ihm das Für und Wider einer Grippeimpfung zu besprechen.

Was kann ich selbst tun, um eine Grippeerkrankung zu vermeiden?

Am wichtigsten ist eine umfassende Händehygiene: Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife, besonders zwischen den Fingern, entfernt Viren, die sich dort angesammelt haben. Außerdem sollte es vermieden werden, Mund, Nase oder Augen mit den Händen zu berühren. Von dort aus können die Erreger in Mund bzw. Rachen gelangen und so eine Infektion auslösen. Ist man bereits erkrankt, sollte in die Armbeuge anstatt die Handfläche geniest bzw. gehustet werden, um die Viren mit den Händen nicht noch weiter zu verbreiten. Der Kontakt mit bereits Infizierten sollte grundsätzlich vermieden werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Impfungen

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Quellen:

www.impfen-info.de
www.apotheken-umschau.de

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