Gynäkologische Untersuchung

Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung

Die regelmäßige gynäkologische Untersuchung beim Frauenarzt gehört zu einem wichtigen Bestandteil der Gesundheitsprävention. Wir informieren Sie über die wichtigsten Aspekte.

Die wichtigsten Infos über den (ersten) Besuch beim Frauenarzt

Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Elizabeta Hempel verfasst

Der Besuch beim Frauenarzt bzw. Gynäkologen bereitet manchen Frauen womöglich Unbehagen. Oftmals sind Schamgefühle oder Ängste schuld. Manchmal sind es aber auch fehlerhafte oder fehlende Informationen, die ein falsches Licht auf die gynäkologische Untersuchung werfen - insbesondere dann, wenn es sich um den ersten Frauenarztbesuch handelt.

Jedoch ist die regelmäßige gynäkologische Untersuchung ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsprävention für Frauen. Gut informiert, lässt es sich wesentlich entspannter zu dem bevorstehenden Termin gehen. 

Wir informieren Sie deshalb im Folgenden über die wichtigsten Dinge, die während der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung passieren.

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Der erste Besuch beim Frauenarzt - wann ist der "richtige" Zeitpunkt? 

Einen allgemein gültigen Zeitpunkt für den ersten Besuch beim Frauenarzt bzw. Gynäkologen gibt es nicht. Stattdessen orientiert sich der richtige Zeitpunkt an den persönlichen Bedürfnissen einer Patientin. Mädchen oder junge Frauen sollten bzw. können einen Gynäkologen beispielsweise aus diesen Gründen aufsuchen:

Der Gynäkologe oder die Gynäkologin sind immer dann richtige Ansprechpartner, wenn Sie als Mädchen oder junge Frau Beratungsbedarf haben. Dabei muss nicht zwingend eine Untersuchung durchgeführt werden. 

Frauenärzte sind auch dann die richtigen Ansprechpartner, wenn Sie sich über die verschiedenen Verhütungsmethoden informieren möchten bzw. wenn Sie auf der Suche nach der für Sie passenden Methode sind. Das gilt insbesondere für hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille. 

Ein Frauenarzt oder eine Frauenärztin ist auch dann die richtige Adresse, wenn Sie eine Schwangerschaft vermuten und einen zuverlässigen Schwangerschaftstest durchführen lassen möchten. 

Ein Besuch bei einem Frauenarzt ist wichtig, wenn bis zum 16. Lebensjahr die monatliche Regelblutung ausgeblieben ist. 

Suchen Sie den Frauenarzt auch dann auf, wenn Sie bei der monatlichen Regelblutung starke Schmerzen haben, wenn Sie generell Schmerzen im Unterleib haben oder wenn sich Zwischenblutungen einstellen. 

Das gilt auch dann, wenn sich der Ausfluss bezüglich seines Geruchs oder seiner Farbe verändert.

Genauso verhält es sich bei Veränderungen im Brustbereich

oder mit Fragen zu Impfungen oder Geschlechtserkrankungen

 

Das sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen, wann es sinnvoll sein kann, (zum ersten Mal) zum Frauenarzt zu gehen. Egal aus welchem Grund - zögern Sie bei Fragen, Beschwerden oder anderen Angelegenheiten nicht, sich an einen Arzt oder speziell Frauenarzt zu wenden. Gerade bei Schmerzen bspw. im Unterleib, die länger anhalten, sollten Sie keinesfalls aus Scham einen Anruf beim Gynäkologen scheuen.

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Den "richtigen" Frauenarzt finden

Welche Faktoren für die Wahl wichtig sein können 

Der Frauenarzt oder die Frauenärztin sollte Ihr volles Vertrauen genießen können. Neben einer guten Vertrauensbasis und fachlicher Kompetenz sind weitere Faktoren von Bedeutung. Grundsätzlich geht es bei der Wahl des "richtigen" Frauenarztes darum, dass Sie sich gut aufgehoben und behandelt fühlen. Außerdem sollten die hygienischen Verhältnisse in einer gynäkologischen Praxis tadellos sein. 

Recherchemöglichkeiten bei der Suche nach einer gynäkologischen Praxis 

Auf der Suche nach dem oder der "Richtigen" können Sie zunächst das Branchenverzeichnis oder eine Internetrecherche zu Rate ziehen. Allein der Internetauftritt gibt Auskunft über das Praxisteam, über die Räumlichkeiten, die Sprechzeiten sowie über die Leistungen. Nicht unbedingt verlässlich, aber manchmal auch aufschlussreich sind Bewertungen von Patientinnen, die im Internet zu finden sind. Wertvoller sind allerdings reale Auskünfte (Empfehlungen), die Sie von Freundinnen, Bekannten, Nachbarn oder anderen vertrauenswürdigen Personen über eine Arztpraxis erhalten. Außerdem gibt es bestimmte Kriterien, die Sie bei der Auswahl in Betracht ziehen können. 

Maßgebliche Kriterien für die Wahl des Frauenarztes oder der Frauenärztin

Scheuen Sie sich bei der Suche nach einem Frauenarzt nicht, sich vorab die Praxisräume persönlich anzusehen. Dabei erhalten Sie sehr schnell einen Eindruck von der technischen Ausstattung, der Einrichtung, der Größe und von den hygienischen Verhältnissen. Sie können sich außerdem nach der Geschwindigkeit der Terminvergabe erkundigen und danach, ob Sie bei akuten Beschwerden zeitnah einen Termin bekommen.

 

Darauf sollten Sie bei der Suche nach einem Frauenarzt achten:

  • Bei der Suche nach einer gynäkologischen Praxis geht es zunächst einmal um die Frage, ob Sie einen weiblichen oder männlichen Frauenarzt favorisieren. Diese Entscheidung liegt ganz bei Ihnen und fällt von Frau zu Frau unterschiedlich aus. 
  • Neben schulmedizinischen Kenntnissen bieten manche Frauenärzte Zusatzqualifikationen an, zum Beispiel Naturheilverfahren, Homöopathie und Akupunktur. Auch das ist ein wichtiges Kriterium, wenn es um bestimmte Lebensabschnitte wie Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe und Wechseljahresbeschwerden geht. 
  • Bestimmte Kriterien können Sie erst während des Besuchs beim Frauenarzt beurteilen, beispielsweise wenn es um den Ablauf einer Vorsorgeuntersuchung geht. Ein einfühlsamer Frauenarzt wird niemals von einer Frau verlangen, sich vollständig zu entkleiden. Für die gynäkologische Untersuchung reicht es aus, wenn Sie den Unterkörper freimachen. Für die sich anschließende Brustuntersuchung sollten Sie die Gelegenheit erhalten, sich vorab unten wieder zu bekleiden. Angenehm ist es außerdem, wenn Sie sich nicht im Raum entkleiden müssen, sondern ein abgetrennter Bereich vorhanden ist. 
  • Während der Untersuchung kommt es auch darauf an, dass sie in Ruhe und ohne Störungen stattfindet. Das gilt sowohl für Praxisangestellte, die die Untersuchung unterbrechen, als auch für Telefonklingeln. Optimal ist, wenn sich der behandelnde Arzt ganz auf die Untersuchung und auf seine Patientin konzentriert und nur zwischen den einzelnen Patientinnen angesprochen werden darf. 
  • Ein guter Frauenarzt wird Ihnen die Untersuchung ruhig und sachlich erklären. Er wird Sie vorwarnen, wenn er etwas tut, was ein bisschen schmerzen oder sich unangenehm anfühlen könnte, sodass Sie darauf vorbereitet sind. 
  • Ein guter Frauenarzt wird Ihre Fragen beantworten und sich Zeit für ein persönliches Gespräch nehmen, wenn Sie Beschwerden haben, die möglicherweise aus einer besonderen seelischen Belastung und aus Problemen resultieren. 
  • Mit Ihrem Frauenarzt sollten Sie auch über Zyklusprobleme und Wechseljahresbeschwerden sprechen können und auch, wenn Sie mit der verschriebenen Pille oder anderen Medikamenten unzufrieden sind. Dann sollte er in der Lage sein, Alternativen aufzuzeigen. 

 

Der allerwichtigste Punkt für die Wahl des Frauenarztes ist jedoch vermutlich der, dass die Chemie zwischen Arzt und Patientin stimmt. Nur wenn Sie sich persönlich wohlfühlen und Sie Vertrauen haben, ist dieser Arzt oder diese Ärztin die richtige Entscheidung. Schließlich werden Sie nur unter diesen Voraussetzungen ganz selbstverständlich und ohne Unbehagen Ihre regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. 

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Was passiert beim (ersten) Frauenarztbesuch?

Der behandelnde Frauenarzt sollte zunächst einmal darüber informiert werden, dass es der erste Besuch beim Frauenarzt ist. Tatsächlich spielt der erstmalige Besuch deshalb eine große Rolle, weil er maßgeblich darüber entscheiden wird, ob der Gang zum Frauenarzt in Zukunft eine Selbstverständlichkeit oder zum lästigen Problem wird. Normalerweise wird der Arzt zunächst ein Gespräch mit allgemeineren Inhalten beginnen, um Ihnen als Patientin die Nervosität oder Angst zu nehmen. 

Das einleitende Gespräch und die Anamnese

Gynäkologische Untersuchung - Anamnese

Jede frauenärztliche Untersuchung beginnt mit einem Gespräch, das zunächst einmal dazu dient, der Patientin die mögliche Anspannung und Nervosität zu nehmen. Der Verlauf ist maßgeblich abhängig vom Grund des Besuchs beim Frauenarzt. Handelt es sich um den ersten Besuch beim Frauenarzt, ist das einleitende Gespräch eine vertrauensbildende Maßnahme, um eine angenehme Grundlage für die nachfolgende Untersuchung zu schaffen. 

Bei einer Anamnese-Erhebung wird der Frauenarzt versuchen, ein möglichst umfassendes Bild über die gesamte Situation seiner Patientin zu gewinnen. 

  • Seine Fragen konzentrieren sich unter anderem auf das soziale Umfeld, auf die Familie, die Ausbildung und den Beruf, manchmal auch auf das kulturelle Umfeld und die Herkunft. 
  • In einem weiteren Schritt wird der Frauenarzt Fragen zu aktuellen Beschwerden stellen, zu Vorerkrankungen, möglichen Operationen, zur aktuellen Medikamenteneinnahme, zu bereits durchgeführten Hormontherapien, zu Erkrankungen innerhalb der Familie sowie zum psychosozialen Umfeld, wozu auch Stresssituationen und die Frage nach einer Partnerschaft gehören. 
  • Erst in einem dritten Schritt wird der Gynäkologe spezifische Aspekte abfragen. Dabei geht es um den Kinderwunsch, um das mögliche Vorliegen einer Schwangerschaft, die Anzahl der Schwangerschaften und Geburten, um mögliche Komplikationen, um Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder um Ausfluss aus der Scheide. 

Der Frauenarzt wird auch eine Zyklusanamnese aufnehmen. Dazu stellt er Fragen zur ersten oder letzten Monatsblutung und fragt nach Blutungsunregelmäßigkeiten. Erst wenn alle Fragen geklärt und aufgenommen sind, wird er auf die bevorstehende Untersuchung überleiten und erklären, was im Folgenden auf die Patientin zukommt. Gerade beim ersten Frauenarztbesuch sind anatomische Zeichnungen und Modelle, mit deren Hilfe die Untersuchungsmethode in der Theorie erklärt wird, hilfreich. 

Was folgt, ist die eigentliche Untersuchung in einem speziellen gynäkologischen Untersuchungsstuhl, die in mehreren Schritten abläuft. Wichtig an dieser Stelle ist die Anmerkung, dass die Untersuchungen angenehmer sind, wenn die Harnblase vorab zuhause oder auf der Toilette beim Frauenarzt entleert wurde. Bevor die Untersuchung beginnt, wird die Patientin gebeten, sich unten zu entkleiden, wofür meist eine Art Kabine oder ein Paravent zur Verfügung stehen. 

Die Untersuchung mit dem Spekulum

Gynäkologische Untersuchung - Spekulum

Zunächst betrachtet der Arzt die äußeren und inneren Schamlippen. Auf diese Weise prüft er mögliche bestehende Hautveränderungen oder Infektionen. Was folgt ist die Untersuchung der Scheide und des Muttermundes. Dazu werden die eng aneinander liegenden Scheidenwände mit dem sogenannten Spekulum vorsichtig auseinander geschoben. In dieser Position und bei dieser Untersuchung ist es vorteilhaft, ruhig und regelmäßig weiter zu atmen und sich nicht zu verkrampfen.

Beim Ausleuchten dieses Bereiches wird gleichzeitig ein Abstrich genommen. Dieser sogenannte Zervixabstrich ist kaum merklich. Sofern der Verdacht auf eine Entzündung besteht, kann gleichzeitig Vaginalsekret entnommen werden, das unter dem Mikroskop auf mögliche Erreger untersucht wird. Eine detailliertere Untersuchung ist mit dem Kolposkop möglich. Dabei handelt es sich um ein Untersuchungsmikroskop, das den Muttermund mehrfach vergrößert und veränderte Schleimhautareale sichtbar macht. 

Die bimanuelle Tastuntersuchung

Gynäkologische Untersuchung - bimanuelle Tastuntersuchung

Die bimanuelle Tastuntersuchung verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie mit zwei Fingern durchgeführt wird. Sie erfolgt nach dem Entfernen des Spekulums. Bei dieser Untersuchung ertastet der Arzt die Größe, die Lage, die Druckempfindlichkeit und die Beweglichkeit der Gebärmutter. Auf diese Weise kann er feststellen, ob krankhafte Veränderungen vorliegen. Unterstützend wird die zweite Hand leicht auf die Bauchdecke gedrückt. Werden durch ein sanftes Wackeln am Gebärmutterhals Schmerzen hervorgerufen, kann das ein Indiz für eine Infektion sein. Die bimanuelle Untersuchung ist ein bisschen unangenehm, geht jedoch schnell vorüber. 

Das abschließende Gespräch

Nach der Untersuchung erfolgt bereits eine erste Befundbeurteilung. Abhängig vom Untersuchungsergebnis werden gegebenenfalls weitere Maßnahmen besprochen sowie eine notwendige Therapie. Dafür stellt der Arzt ein entsprechendes Rezept aus. Das gilt auch für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel wie die Pille, deren Kosten allerdings von der Patientin (ab dem 20. Lebensjahr) selbst getragen werden müssen. Gerade bei einem ersten Frauenarztbesuch wird sich der Arzt ausreichend Zeit nehmen und der Patientin außerdem mitteilen, wann eine weitere Untersuchung angebracht ist. 

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Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Die wichtigsten Infos über die Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt

Eine Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt läuft im Wesentlichen genauso ab wie die bereits beschriebene Vorsorgeuntersuchung. Allerdings werden im Rahmen der Krebsvorsorge weitere Untersuchungen durchgeführt, zu denen die Bestimmung des sogenannten Pap-Wertes und die Brustuntersuchung gehören. 

Das Abtasten der Brust im Rahmen der Brustuntersuchung

Das Abtasten der Brust ist Teil der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt und ist ab dem 30. Lebensjahr vorgesehen. 

Dabei tastet der Arzt vorsichtig das Drüsengewebe der Brust, den Bereich der Achselhöhlen und des Schlüsselbeins nach auffälligen Verhärtungen oder Knoten ab. Auf diese Weise kann er auch feststellen, ob beispielsweise die Lymphknoten im Achselbereich angeschwollen sind oder ob die Brustwarzen Sekrete absondern. 

Die Brustuntersuchung findet entweder vor der gynäkologischen Untersuchung des Beckenbereiches oder danach statt. Sie erhalten jedoch die Gelegenheit, sich vorab wieder anzuziehen, sodass bei den jeweiligen Untersuchungen entweder der Oberkörper oder der Unterkörper nicht bekleidet sind. 

Ihr Frauenarzt wird Ihnen außerdem zeigen, wie Sie Ihre Brust in regelmäßigen Abständen selbst nach Knoten und Verhärtungen absuchen können. Diese Art der Selbstkontrolle sollte mehrmals im Jahr stattfinden, ersetzt allerdings nicht die jährliche Brustuntersuchung durch den Frauenarzt.

Anleitung Brust selbst abtasten

Eine Mammografie wird für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Diese Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen finden alle zwei Jahre statt.

Das Bestimmen des Pap-Wertes im Rahmen der Krebsvorsorge

Bei der gynäkologischen Krebsfrüherkennung nimmt der Frauenarzt Abstriche von den Schleimhautzellen des äußeren Muttermundes sowie vom Gebärmutterhals. Beide Abstriche werden dann vom Zytologen labortechnisch auf mögliche Zellveränderungen untersucht, die ein Indiz für Krebsvorstufen oder für Gebärmutterhalskrebs sein können. Diese Zelluntersuchung wird Pap-Test genannt und hat im Rahmen der Krebsvorsorge das Ziel, Gebärmutterhalskrebs so früh wie möglich zu erkennen und entsprechende therapeutische Maßnahmen durchzuführen. Der Pap-Test verdankt seinen Namen dem griechischen Arzt Papanicolaou. 

Heute werden die Ergebnisse des Pap-Testes in fünf verschiedene Gruppen von Pap I bis Pap V unterteilt, die jeweils den Befund beziehungsweise den Grad der Auffälligkeiten dokumentieren. An dem jeweiligen Stadium orientieren sich die nachfolgenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Wie die einzelnen Zellbilder bewertet, welchem Pap-Wert sie zugeordnet und welche Maßnahmen empfohlen werden: 

  • Pap I indiziert ein normales Zellbild. Das bedeutet, dass der Befund normal ausfällt und dass es keine Auffälligkeiten gibt. Die nächste Krebsvorsorgeuntersuchung wird deshalb erst nach einem Jahr durchgeführt. 
  • Pap II zeigt zwar Zellveränderungen, die jedoch unverdächtig und durch Bakterien bedingt sind. Meistens sind sie durch eine Entzündung, durch eine Gewebealterung oder eine Geweberegeneration entstanden. Es liegt im Ermessen des Frauenarztes, eine weitere Untersuchung des Pap-Wertes nach etwa sechs Monaten anzuordnen und gegebenenfalls die Entzündung zu behandeln. 
  • Pap III zeigt deutlich entzündlich veränderte Zellen an. Dabei gibt der Pap-Test keinen Aufschluss darüber, ob die Veränderungen bösartig sind oder nicht. Beim erstmaligen Auftreten von Pap III heißt es erst einmal, die Werte weiter zu beobachten. Deshalb wird der Arzt nach einigen Monaten einen weiteren Test durchführen. Ist der Befund auch weiterhin unklar, wird der Arzt eine Gewebeprobe entnehmen und mikroskopisch untersuchen. Diese sogenannte Biopsie wird weitere Erkenntnisse liefern. Als therapeutische Maßnahme kann eine Antibiotika- oder Hormontherapie sinnvoll sein.
    Es gibt außerdem noch eine Pap-Gruppe mit der Bezeichnung Pap III D, die leichte bis mittelschwere Zellveränderungen anzeigt, die regelmäßig in Zusammenhang mit einer HPV-Infektion stehen. Dabei handelt es sich um sogenannte humane Papillomaviren, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Auch hier entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe, die feingeweblich untersucht wird. 
  • Weitere Pap-Gruppen sind Pap IV a und Pap IV b, die auf schwere Zellveränderungen hinweisen und die signifikant für eine Krebsvorstufe oder sogar schon für Gebärmutterhalskrebs sind. Das ist ein Befund, der weiterer Maßnahmen bedarf. Es erfolgt regelmäßig eine Gewebeentnahme, die labortechnisch untersucht wird, sowie eine Lupenuntersuchung, eine sogenannte Kolposkopie, der Scheide. Bei der Pap-Gruppe IV b kann nicht ausgeschlossen werden, dass bereits Krebszellen in tiefer liegende Gewebsschichten eingedrungen sind. Das muss im Rahmen weiterer Untersuchungen entsprechend abgeklärt werden. 
  • Die Pap-Gruppe V ist ein Indiz für das Vorhandensein eines bösartigen Gebärmutterhalskrebses, der bereits dabei ist, in tiefere Gewebeschichten einzuwachsen. Empfohlene Maßnahmen sind zunächst eine Gewebeentnahme. Neben der Biopsie wird außerdem eine Lupenuntersuchung der Scheide durchgeführt. Beide Untersuchungsergebnisse sind die Grundlage für weitere Maßnahmen. 

Bei auffälligen Befunden, bei Beschwerden oder sonstigen Auffälligkeiten, die auf eine Krebsvorstufe oder auf einen Krebs hindeuten können, tragen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten für weitere Untersuchungen und unter bestimmten Voraussetzungen auch für notwendige Behandlungen. 

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Altersabhängige und von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlte Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Im Folgenden wird ein Blick auf die Leistungen geworfen, die im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass es zwischen den einzelnen Krankenkassen Unterschiede geben kann. Informieren Sie sich daher auch direkt bei Ihrer Krankenkasse über die jeweiligen Leistungen. 

Zu den zentral vorgeschriebenen Vorsorgeleistungen gehören: 

  • Ab dem 20. Lebensjahr können Frauen einmal im Jahr eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen in Anspruch nehmen. 
  • Zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr übernimmt die Kasse außerdem einmal im Jahr einen Test auf Chlamydien. Dabei handelt es sich um die weltweit am häufigsten sexuell übertragbare Infektionskrankheit. 
  • Ab dem 30. Lebensjahr wird die bereits genannte Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen um eine jährliche Tastuntersuchung der Brust ergänzt. 
  • Außerdem werden Frauen zwischen dem 50. und dem 69. Lebensjahr alle zwei Jahre dazu eingeladen, eine Mammographie-Untersuchung durchführen zu lassen, bei der es sich um eine Röntgenanalyse der Brust auf Tumore handelt. 

 

Darüber hinaus haben Patientinnen die Möglichkeit, beim Frauenarzt weitere Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Dabei handelt es sich um sogenannte IGeL-Leistungen. Darunter versteht man Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die als Serviceleistungen von den Patientinnen selbst bezahlt werden müssen. Hierunter fallen bspw.: 

  • Vaginale Ultraschalluntersuchung: Hierbei werden mittels eines Ultraschallgeräts die Gebärmutter und die Eierstöcke untersucht.
  • HPV-Test
  • Ultraschalluntersuchung der Brust

Sollten Sie privat versichert sein, informieren Sie sich direkt bei Ihrer Krankenkasse, welche weiteren Leistungen, neben den oben genannten, teilweise oder vollständig übernommen werden.

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Wichtig: Bei diesen Beschwerden sollten Sie sofort einen Frauenarzt aufsuchen

Es gibt bestimmte Beschwerden, Veränderungen oder Auffälligkeiten, bei denen Sie nicht den nächsten Untersuchungstermin abwarten, sondern zeitnah zum Frauenarzt gehen sollten:

Wichtig! Bei diesen Beschwerden sofort zum Frauenarzt gehen:

  • Sie ertasten bei einer Selbstuntersuchung Knoten oder Verhärtungen im Brustbereich
  • Sie stellen fest, dass sich Ihre Brust in Größe, Form oder Beweglichkeit verändert hat.
  • Eine oder beide Brustwarzen sondern ein Sekret ab, obwohl Sie kein Kind geboren haben und nicht stillen.
  • Ihre Brust zeigt Rötungen oder entzündliche Veränderungen auf. 
  • Ihre Brustwarze zieht sich nach innen und wirkt rau und schuppig. 
  • Im Bereich des Schlüsselbeins und der Achselhöhlen zeigen sich Schwellungen
  • Im Intimbereich treten Rötungen oder Reizungen auf oder Sie verspüren ein Jucken oder Brennen
  • Zum Frauenarzt sollten Sie auch dann gehen, wenn Sie unter einem verstärkten Ausfluss leiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie den Ausfluss erstmalig beobachten oder ob er bereits zum wiederholten Male auftritt. 
  • Kommen zum Ausfluss Bauchschmerzen hinzu oder tritt Fieber auf, sollten Sie ebenfalls Ihren Arzt aufsuchen. 
  • Gleiches gilt für Schmerzen im inneren und äußeren Intimbereich
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen können ein Indiz für eine beginnende oder bereits vorhandene Blasenentzündung sein. Auch sie bedarf aufgrund der Schmerzen einer sofortigen Behandlung. 
  • Gleiches gilt, wenn Sie Blutspuren am Toilettenpapier feststellen. Nicht immer lässt sich der Ursprung des Blutes zweifelsfrei erkennen. Auch das ist ein Grund, um zeitnah einen Frauenarzt aufzusuchen, der die Quelle rasch ausfindig machen und entsprechende Behandlungsmaßnahmen einleiten kann. 
  • Sind Sie schwanger und treten Probleme im Intimbereich auf, sollten Sie unverzüglich Ihren Frauenarzt aufsuchen. Das gilt ohnehin für alle Probleme, die während einer Schwangerschaft auftreten können.

 

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Expertin für Frauenarzt Besuch in Eichenau

Dr. med. Elizabeta Hempel

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