Interviewserie
16Dez

Teil 2: Ursachen von Haarausfall

Zweiter Teil der Interviewserie mit dem Hautarzt Dr. Thomas Schulz aus Rottweil zum Thema "Haarausfall".

Dr. Schulz - Hautarzt in Rottweil

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Dr. med. Thomas Schulz

Hautarzt in Rottweil

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Haarausfall - Ursachen

Bis zu 150.000 Haare trägt der Mensch auf seinem Kopf - Je nach Haardichte und -farbe kann diese Zahl variieren. Von dieser Fülle an Haaren verlieren wir durchschnittlich zwischen 60 und 100 Stück pro Tag. Auch wenn das zunächst erschreckend klingen mag, diese Menge ist völlig normal. Wer aber pro Tag mehr als 100 Haare verliert, sollte einen Experten für eine ausführliche Diagnose aufsuchen. Denn bevor eine geeignete Therapie gegen den Haarausfall durchgeführt werden kann, ist es zunächst essenziell die Ursache zu ergründen.

In unserem zweiten Teil der Themenwoche “Haarausfall” geht es deshalb rund um die Fragen, welche Ursachen Haarausfall haben kann. Dr. med. Thomas Schulz, Hautarzt aus Rottweil, hat uns hierzu die wichtigsten Fragen beantwortet. 

Was können die Ursachen von Haarausfall sein?

Haarausfall an sich kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Zunächst sind da die genetischen Gründe zu nennen: Die sogenannte Alopecia androgenetica der Frau und des Mannes. Daneben können aber auch Faktoren, wie eine Störung der Schilddrüsenfunktion, Eisen- Biotin- oder Zinkmangel Ursache für Haarausfall sein.  Des Weiteren können aber auch hormonelle Dysbalancen Schuld tragen, also dann wenn sich der Hormonhaushalt des Körpers verändert, bspw. bei Frauen nach der Geburt, nach Absetzen der Anti-Baby-Pille oder auch bei einer sogenannten Hyperandrogenämie. Bei letzterem liegt ein “Zuviel” an männlichen Hormone im Blut vor. Erkrankungen an der Kopfhaut können ebenfalls zu Haarausfall führen. Hier sind zum Beispiel die Schuppenflechte, Ekzeme, aber auch Kontaktallergien zu nennen. Letztere können etwa aufgrund von Shampoos oder Haarpflegemitteln beim Friseur auftreten. Doch nicht nur rein körperliche Erkrankungen, sondern auch psychische Belastungen können sich negativ auf den Lebenszyklus der Haare auswirken. So können Stress im Alltag oder Berufsleben zu diffusem oder kreisrundem Haarausfall führen.

In letzter Zeit gibt es immer mehr Kosmetikhersteller, die mit “silikonfreien” Shampoos werben. Sind Silikonshampoos denn schädlich für die Haare?

Silikone sind grundsätzlich nicht gesundheitschädlich für die Haare. Jedoch können sie das Haar beschweren. Aus diesem Grund sind silikonhaltige Shampoos für feines und kraftloses Haar nicht besonders gut geeignet.  Wer herausfinden möchte, ob in seinem Shampoo Silikone enthalten sind, muss auf die Zusätze mit der Endung “-cone” achten. Häufig eingesetzte Silikone sind etwa Dimethicone oder Trimethicone.

Wie beeinflusst Ernährung das Haarwachstum? Oft wir im Zusammenhang mit Haarausfall von einem Zinkmangel gesprochen. Kann dies der Fall sein, und sollte man dann Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Eine ausgewogene Ernährung sollte ausreichend für ein gesundes Haarwachstum sein. Wenn dennoch Haarausfall auftritt, können Biotin und Zink als Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein.

Kann die Kälte im Winter die Kopfhaare zusätzlich schädigen?

Kälte kann die Haare lediglich austrocknen. Mehr geschieht dadurch jedoch nicht.

Oft wird als Ursache für den Haarausfall von Übersäuerung gesprochen. Kann diese tatsächlich der Grund für den Haarverlust sein?

Übersäuerung als Ursache für Haarausfall wird unter Experten kontrovers diskutiert. Medizinisch wird die Wichtigkeit eines ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalts als Ursache für den Haarausfall kaum erwähnt. Alternative Foren sind anderer Ansicht. Leider ist die Studienlage hierzu aktuell noch sehr dürftig.

Oft kommt es zu Haarausfall nachdem Frauen die Anti-Baby-Pille absetzen. Wie lange dauert dann der Haarausfall an?

Nach Absetzen der Anti-Baby-Pille kann der Haarausfall ca. 6 Monate andauern, in Einzelfällen jedoch auch länger. In der Regel wachsen aber alle ausgefallenen Haare wieder nach. Dennoch können, bis die ursprüngliche Haardichte wieder erreicht ist, ein bis zwei Jahre vergehen.

Also eine der möglichen Ursachen für Haarausfall haben Sie Stress genannt. Wie sieht hier der Zusammenhang zwischen Stress und Haarausfall aus?

Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Haarausfall und Stress. Allerdings ist Stress ein sehr unscharfer Begriff und subsumiert alle Einwirkungen psychischer und/oder physischer Natur, die das Gleichgewicht des Organismus stören können. Häufig sind psychische Konflikte in der Familie, in der Partnerschaft, im Beruf, wie zum Beispiel Mobbing, über längere Zeit Stress-Auslöser. Aber auch physische Einwirkungen auf den Organismus, wie beispielsweise Fastenkuren können Stress für den Organismus bedeuten und dieser kann mit Haarausfall reagieren.

Info Medizin: Welche Diagnosemöglichkeiten gibt es bei Haarausfall?

Um Haarausfall zu diagnostizieren, wird medizinisch das sogenannte Trichogramm empfohlen. Die Haarwurzeln werden mikroskopisch untersucht und das Verhältnis von Haaren in der Wachstumsphase zu den Haaren in der Ruhephase beurteilt. Zusätzlich können geschädigte Haare erkannt werden. Mit dem sogenannten Trichoscann werden nach einer kleinen Kopfhautrasur Haare gefärbt und dann nach Therapie-Ende in Ihrem Wachstum nach vier Wochen erneut beurteilt.

Weitere Teile dieser Serie:

Teil 3: Haarausfall - Behandlung & Therapie

Dritter Teil der Interviewserie mit dem Hautarzt Dr. Thomas Schulz...

Teil 2: Ursachen von Haarausfall

Zweiter Teil der Interviewserie mit dem Hautarzt Dr. Thomas Schulz...

Teil 1: Haarausfall - Wieso fallen Haare aus?

Erster Teil der Interviewserie mit dem Hautarzt Dr. Thomas Schulz aus...

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