Experteninterviews
11Jul

Beckenschiefstand mit Osteopathie behandeln

Sanfte Behandlung ohne Medikamente

Statistisch gesehen weist etwa jeder Zweite einen Beckenschiefstand auf. Dies ist prinzipiell nichts Außergewöhnliches, jedoch können dauerhafte Beinlängendifferenzen unterschiedliche Schmerzsymptome, wie Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, verursachen. Unbehandelt entwickeln sich diese Beschwerden oftmals zu chronischen Schmerzen. Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten scheint für viele Betroffene der einzige Ausweg zu sein.

Dass es auch anders geht, weiß Rainer Thiele, Experte auf dem Gebiet der Osteopathie und Befürworter von schonenden, manuellen Behandlungsmethoden. Im Folgenden erklärt der Münchener Heilpraktiker wie die Osteopathie erfolgreich gegen verschiedene Beschwerden am Bewegungsapparat eingesetzt werden kann. 

Was ist ein Beckenschiefstand?

Ungleich lange Beine führen auf Dauer zu Problemen und Schmerzen: Das Becken, welches sich idealerweise in einer physiologischen Stellung befindet, versucht das entstandene Ungleichgewicht zu kompensieren. Eine derartige funktionelle Beinlängenverkürzung ist nicht angeboren, sondern wird durch muskuläre Verspannungen oder durch Fehlhaltungen verursacht. Dies führt auf Dauer zu einer einseitigen Überlastung, die sich auf den gesamten Körper auswirkt.

Welche Symptome können bei einem Beckenschiefstand auftreten?

In erster Linie gelten Beinlängendifferenzen als Ursache von Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen, jedoch können auch Kopfschmerzen, Migräne, Kieferschmerzen oder sogar Tinnitus und Magenschmerzen auftreten. Im Lendenwirbelbereich ähneln die Symptome denen eines Bandscheibenvorfalles: die Schmerzen strahlen aus oder werden von nervalen Ausfällen begleitet.

Was sind die Ursachen und Folgen eines Beckenschiefstandes?

Die Ursachen eines Beckenschiefstandes bzw. einer vorhandenen Beinlängendifferenz sind vielfältig. So können etwa muskuläre Verspannungen Schuld sein. Doch auch muskuläre Dysbalancen, die als Folge einer einseitigen oder mangelhaften körperlichen Bewegung gesehen werden, können ebenso Ursache für das Ungleichgewicht im Becken sein. So kommt es durch untrainierte oder verhärtete Muskeln zu einer Fehlstellung bzw. Blockierung des sogenannten Iliosakralgelenkes (ISG). Die Iliosakralgelenke sind schmale Gelenkspalten, die sich zwischen dem Darm- und Kreuzbein befinden. Bei einem Beckenschiefstand ist eines der beiden Gelenke blockiert, sodass einige Muskeln entweder gedehnt oder verkürzt werden. Die Wirbelsäule sowie die dazugehörige Bein- und Rückenmuskulatur versuchen diese Dysbalance auszugleichen. Hieraus können Skoliosen (Krümmungen der Wirbelsäule) sowie Probleme in der Schulter, in den Knien oder Sprunggelenken entstehen.

Osteopathische Behandlung

Häufig werden auch einzelne Wirbelkörper verschoben. Der Osteopath spricht in diesem Fall von einer „Subluxation” – eine medizinische Besonderheit, die Taubheitsgefühle und Kribbeln in Armen oder Beinen sowie nervale Störungen des vegetativen Nervensystems verursachen kann.

Wie erfolgt eine osteopathische Behandlung?

In der Osteopathie wird der Körper in seiner Gesamtheit betrachtet, um nicht nur die Symptome, sondern vor allem die Ursachen einer Beschwerde zu beseitigen. osteopathische Behandlungstechniken werden grundsätzlich mit den Händen durchgeführt, wobei sowohl die Muskeln als auch die Bänder und Gewebeschichten, die das Becken umgeben, einbezogen werden. Auf diese Weise können Blockierungen und Verhärtungen von Muskulatur und inneren Organen schrittweise behoben werden. 

Im Allgemeinen werden in der Osteopathie drei Therapieansätze unterschieden. Die „parietale Osteopathie” zielt auf die Behandlung des gesamten Bewegungsapparates ab und beseitigt vornehmlich Gelenkblockaden. 

Eine weitere Therapieform ist die „viszerale Osteopathie”, bei der die Fehlstellung innerer Organe im Mittelpunkt steht. Da sich ein Beckenschiefstand auch auf den Magen und Darm auswirken kann, können sanfte Mobilisationstechniken, die aus dem Bereich der Manuellen Organ-Therapie stammen (MOT), helfen. 

Mithilfe der dritten Therapieform, der sogenannten „Cranio-Sacral-Therapie”, können einige Symptome einer Beinlängendifferenz, wie Migräne, Kopfschmerzen und Tinnitus, erfolgreich gelindert werden. Im Fokus stehen das Gehirn und die Flüssigkeit des Rückenmarks, deren Funktionstüchtigkeit mithilfe von leichten Zug- und Druckkräften verbessert wird. 

Der Erfolg einer Osteopathie-Behandlung bei einem Beckenschiefstand ist abhängig vom Ausmaß der Symptomatik und der individuellen Krankheitsgeschichte jedes Patienten. In den meisten Fällen jedoch kann der Osteopath mit den sanften, manuellen Techniken erfolgreich die Ursachen der Beschwerden beheben - ganz ohne Medikamente.

Rainer Thiele ist Sportheil-, Chiropraktiker und Osteopath in München. In seiner Praxis für amerikanische Chiropraktik, Osteopathie und Sportmedizin behandelt er verschiedene Beschwerden am Körper.

Erfahren Sie hier mehr über sein Behandlungsspektrum der Osteopathie:
www.chiropraktik-osteopathie-muenchen.de/osteopathie

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