Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall

Hexenschuss, Ischias, Bandscheibenvorfall – Rund 70 Prozent aller Deutschen leiden gelegentlich unter Rückenschmerzen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und unterscheiden sich in ihrer Therapienotwendigkeit. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen, woher der Schmerz rührt. Was sich hinter einem Bandscheibenvorfall verbirgt und wie man diesen behandeln kann, erfahren Sie hier.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Ursachen u.a. fortschreitendes Alter (verschleißbedingte Veränderungen), dauerhafte Fehlbelastung oder Verletzungen, mangelnde Bewegung
Schweregrade Bandscheibenvorwölbung, Bandscheibenvorfall, Sequestrierter Bandscheibenvorfall
Symptome akute, stechende Rückenschmerzen, Beschwerden in Hals, Brustkorb oder Schulter, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Armen oder Beinen
Untersuchung Computertomografie, Magnetresonanztomografie, Myelografie, Röntgen, Funktionsdiagnostik
Behandlungsmöglichkeiten schmerzlindernde Medikamente, Physiotherapie, Wärmeanwendung, operativer Eingriff

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei welcher der zähflüssige Kern (Gallertkern) einer Bandscheibe durch Risse, in dem ihn umgebenden Faserrings, bricht. Drückt er auf Nerven, kann das einen stechenden Schmerz und Taubheitsgefühl auslösen.


 

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Bandscheibenvorfall – Wenn unser Rückgrat Unterstützung braucht

Rund 70 Prozent aller Deutschen leiden gelegentlich unter Rückenschmerzen. Ursachen dafür gibt es verschiedene – von Bewegungsmangel, über Haltungsschäden bis hin zu einem Bandscheibenvorfall. Liegt der Grund für die Rückenschmerzen in einem Bandscheibenvorfall, ist in vielen Fällen Handlungsbedarf gefordert. Doch muss ein Bandscheibenvorfall überhaupt behandelt werden? Und wenn ja, welche Therapie ist die richtige?

Diese und weitere Fragen beantworten wir. Zudem erfahren Sie wie ein Bandscheibenvorfall entsteht, durch welche Symptome er sich bemerkbar macht und was Sie vorbeugend unternehmen können, um es gar nicht soweit kommen zu lassen.

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Was sind Bandscheiben und welchen Zweck erfüllen sie?

Wirbelsäule Aufbau

Unsere Bandscheiben befinden sich in unserer Wirbelsäule, genauer: Bei Bandscheiben handelt es sich um die elastischen knorpelartigen Verbindungen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern unserer Wirbelsäule. Insgesamt verfügt der menschliche Körper über 23. Sie haben eine Art “Stoßdämpferfunktion” und puffern Erschütterungen der Wirbelsäule beim Laufen oder Springen ab.

Bandscheiben bestehen aus einem äußeren, harten Faserknorpelring (Anulus fibrosus) und einem weichen polsterartigen Gallertkern (Nucleus pulposus). Längsbänder trennen die Bandscheibe vom Rückenmarkskanal. Nicht zuletzt erlauben erst die elastischen Bandscheiben Dreh- und Beugungsbewegungen der Wirbelsäule.

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Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Ein Blick auf Hals- und Lendenwirbelsäule (HWS und LWS)

Mit zunehmendem Alter verliert der Kern der Bandscheibe an Feuchtigkeit und wird dünner. Zudem nimmt die Elastizität des Faserrings ab – er wird spröde, es entstehen Risse. Dringt degeneriertes Gewebe des Gallertkerns in die Risse, wölbt sich weiter nach außen und durchbricht letztendlich den Faserring, spricht man von einem Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps / Discus-Prolaps). Das ausgetretene Gewebe drückt auf die Spinalnerven, die vom Rückenmarkskanal ausgehen oder direkt auf das Rückenmark – es entstehen Schmerzen.
Bleibt der Faserring intakt, kommt es lediglich zu einer Bandscheibenvorwölbung, die oft einem Bandscheibenvorfall vorausgeht.
Am häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auf. Man spricht von einem lumbalen Bandscheibenvorfall bzw. einem Bandscheibenvorfall der LWS. Diese Art machen etwa 90 Prozent diagnostizierten Fälle aus. In seltenen Fällen entsteht ein Bandscheibenvorfall auch im Bereich des Übergangs von der Brust- zur Lendenwirbelsäule oder der Halswirbelsäule (HWS). In diesen Fällen ist von einem zervikalen Bandscheibenvorfall bzw. einem Bandscheibenvorfall der HWS die Rede.

Bei Bandscheibenvorfällen werden folgende Schweregrade unterschieden:

  • Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion / Protrusio): Die Bandscheibe wölbt sich zwischen den Wirbelkörpern hervor. Ihre äußerste Hülle ist weiterhin intakt.
  • Bandscheibenvorfall (Prolaps / Extrusion): Die äußerste Hülle der Bandscheibe ist gerissen, sodass Bandscheibengewebe des Gallertkerns austritt. Dieses ist jedoch noch mit der Bandscheibe verbunden.
  • Sequestrierter Bandscheibenvorfall (Sequester): Bandscheibengewebe tritt in den Wirbelkanal aus und hat keinen direkten Kontakt mehr zur Bandscheibe.
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Welche Ursachen hat ein Bandscheibenvorfall?

Zwar können einem Bandscheibenvorfall genetische Veranlagungen zugrunde liegen, doch geht er in den meisten Fällen auf verschleißbedingte Veränderungen zurück, die mit zunehmendem Alter einhergehen. Dennoch: auch jüngere Menschen können einen Bandscheibenvorfall erleiden.

Meist sind dauerhafte Fehlbelastung oder Verletzungen der Grund. Mangelnde Bewegung, vorwiegend sitzende Tätigkeit, Übergewicht und ständiges schweres Heben erhöhen das Risiko, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden.

Mögliche Ursachen eines Bandscheibenvorfalls auf einen Blick:

  • Alterungsprozesse (Elastizitätsverlust)
  • Übergewicht
  • mangelnde Bewegung
  • ständiges Sitzen
  • schweres Heben (mit falscher Rückenhaltung)
  • dauerhafte Fehlbelastung der Wirbelsäule

 

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Welche Symptome verursacht ein Bandscheibenvorfall?

Nicht jeder Bandscheibenvorfall macht sich durch Beschwerden bemerkbar. Häufig kann ein Bandscheibenvorfall somit lange Zeit oder dauerhaft unbemerkt bleiben. In etwa 90 Prozent der Fälle verschwinden die Beschwerden durch einen Bandscheibenvorfall innerhalb von 6 bis 12 Wochen jedoch wieder.

Treten Beschwerden auf, hängen diese maßgeblich davon ab, welche Nerven durch den Bandscheibenvorfall beeinträchtigt sind. Meist macht sich ein Bandscheibenvorfall durch akute stechende Schmerzen im Rücken bemerkbar, die mitunter bis in Beine und Füße ausstrahlen. Bei einem Vorfall im Bereich der Hals- oder Brustwirbelsäule treten Beschwerden in Hals, Brustkorb oder Schulter auf, die sich bis in Arme und Hände erstrecken können. Häufig verstärken sich die Schmerzen bei Bewegung.

Auch Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen können einen Bandscheibenvorfall begleiten. Selten treten Lähmungserscheinungen in den Extremitäten auf. Bisweilen entwickeln sich die Schmerzen auch allmählich. Die Art der Schmerzen, Gefühlsstörung oder Lähmung ist von der Lokalisation des Bandscheibenvorfalles und der jeweils betroffenen Nervenwurzel abhängig. Neurologisch kann der Arzt anhand des Reflexmusters der betroffenen Muskeln und der Ausbreitung der Gefühlsstörung auf die Höhe der betroffenen Bandscheibe schließen.

Mögliche Symptome eines Bandscheibenvorfalls auf einen Blick:

  • akute stechende Schmerzen im Rücken, die mitunter in die Beine ausstrahlen (Ischialgie)
  • verhärtete Muskulatur im betroffenen Wirbelsäulenabschnitt
  • Beschwerden in Hals, Brustkorb oder Schulter
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Gesäß, Armen oder Beinen
  • selten: Lähmungserscheinungen in den Extremitäten
  • gestörte Blasen- und/oder Darmfunktion (“Kauda-Syndrom”, medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss)

Spezifische Symptome eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule (HWS):

  • Nackenschmerzen
  • ausstrahlender Schmerz in den Arm, Hand oder Hinterkopf
  • Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Kältegefühl im Arm oder Hand

Spezifische Symptome eines Bandscheibenvorfalls in der Lendenwirbelsäule (LWS):

  • ausstrahlender Schmerz ins Gesäß oder Bein
  • gelegentlich Kribbeln im Bein
  • Lähmungen der Beinmuskulatur

 

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Prävention: Kann man einem Bandscheibenvorfall vorbeugen?

Sie können viel dafür tun, nicht an einem Bandscheibenvorfall zu erkranken. Dazu gehören u.a. Sport und viel Bewegung, da hierdurch die Bauch- und Rückenmuskulatur gestärkt wird. Eine gut ausgebildete Muskulatur stützt Ihre Wirbelsäule und entlastet somit die Bandscheiben. Ganz nebenbei kann sportliche Betätigung Übergewicht reduzieren, welches wiederum einen Bandscheibenvorfall begünstigt.

Wenn Sie eine ausschließlich sitzende Tätigkeit ausüben, sollten Sie ab und zu aufstehen und umhergehen sowie regelmäßig die Sitzposition bzw. Haltung etwas variieren. Daneben ist es wichtig, dass Ihr Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist. So sollte u.a. der Bürostuhl Ihrer Körpergröße angepasst werden (optimal ist es, wenn Ober- und Unterschenkel im 90-Grad-Winkel zueinanderstehen) und eine verstellbare Rückenlehne besitzen. Ihr Schreibtisch sollte eine Höhe haben, bei der Sie Ihre Unterarme im 90-Grad-Winkel ablegen können. Der Monitor sollte sich etwa in Augenhöhe befinden - das entlastet die Halswirbelsäule.

Auch im Haushalt sollten Sie auf die richtige Höhe von Geräten und Arbeitsplatten achten, bspw. beim Staubsaugen, Bügeln, Abwaschen oder Wäsche aufhängen. Bei letzterem gilt: Wäschekorb auf einen Stuhl stellen, damit Sie sich nicht für jedes Wäschestück bücken müssen.

Schwere Lasten sollten Sie nur mit geradem Rücken - d.h. durch das Beugen der Knie - hochheben!

Einem Bandscheibenvorfall vorbeugen – Unsere Tipps auf einen Blick:

  • Bewegung, Bewegung, Bewegung! Sport stärkt die Rückenmuskulatur und eine starke Rückenmuskulatur entlastet die Wirbelsäule. Rückenfreundliche Sportarten sind beispielsweise Schwimmen, Gymnastik oder Radfahren (mit erhöhtem Lenker).
  • Normalgewicht. Übergewicht bedeutet immer Belastung für die Wirbelsäule. Deswegen am besten auf ein gesundes Körpergewicht achten.
  • Matratzenwahl. Nicht an der Matratze sparen. Wir verbringen so viel Zeit im Bett, dass es unser Rücken dankt, wenn wir in eine gute Matratze investieren.
  • Rückenfreundlicher Arbeitsplatz. Bei sitzenden beruflichen Tätigkeiten auf einen ergonomischer Stuhl und regelmäßiges Wechseln der Sitzposition achten. Zwischendurch immer mal wieder aufstehen, sich strecken und ein wenig bewegen.
  • Rückenfreundlicher Haushalt. Die richtige Höhe von Arbeitsplatten und Geräten kann für den Rücken den entscheidenden Unterschied machen. 
  • Schwere Lasten richtig heben. Auf eine rückenfreundliche Bewegungsausführung achten. Lasten nicht mit gekrümmten Rücken heben, sondern in die Knie gehen und das Kreuz gerade halten. Am besten nie einseitig heben.

 

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Bandscheibenvorfall Diagnose: Welche Untersuchungen finden statt?

Um eine ausführliche und ursächliche Diagnose eines Bandscheibenvorfalls stellen zu können, ist eine Kombination verschiedener Methoden sinnvoll. So macht sich der behandelnde Arzt zunächst durch eine genaue Befragung des Patienten zu den Symptomen ein Bild. Er wird in der Regel die betroffene Region abklopfen und abtasten sowie die Reflexe prüfen.

Neurologische Untersuchungen 

Gehören Kribbeln und Taubheitsgefühl zu den Symptomen des Patienten, nimmt ein Rückenspezialist genauere körperliche Untersuchungen vor, um zu testen, ob diese Erscheinungen tatsächlich auf eine Verletzung einer Bandscheibe zurückzuführen sind. Er lässt den liegenden Patienten z. B. das gestreckte Bein anheben. Auf diese Weise sieht er ob und wann Schmerzen auftreten. Diese spezifischen neurologischen Tests verraten dem behandelnden Arzt, ob ein Bandscheibenvorfall als Diagnose in Betracht kommt und, wenn ja, auf welcher Höhe die Wirbelsäule beschädigt ist.

Bildgebende Verfahren

MRT-, CT- und Röntgenbilder verraten genaueres

Zudem wird eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) zurate gezogen, um Aufschluss über die Ursache der Schmerzen zu erlangen. Sie gehören zu den bildgebenden Verfahren und erlauben eine dreidimensionale bzw. schichtweise Darstellung der Strukturen. In bestimmten Fällen bedient sich der Arzt einer so genannten Myelografie. Hier wird Kontrastmittel in den Wirbelkanal eingespritzt und anschließend ein Röntgenbild oder CT angefertigt.

In diesem Fällen ist ein bildgebendes Verfahren unbedingt sinnvoll:

  • wenn Lähmungserscheinungen an den Extremitäten auftreten 
  • wenn die Blasen- und/oder Darmfunktion beeinträchtigt sind 
  • bei sehr starken Schmerzen, auch nach mehreren Wochen Behandlung
  • wenn der Verdacht nach der Anamnese einen Tumor nicht ausschließt

Funktionsdiagnostik

Eine weitere, innovative Methode der Diagnose stellt die Funktionsdiagnostik dar. Hierbei können auf Basis von röntgenologischer sowie computertomographischer Diagnosemethoden einzelne Wirbelsäulenabschnitte analysiert werden. Auf diese Weise kann das Verhalten der Bandscheiben in besonderen Lagen und unter besonderen Belastungen besser beurteilt werden. Dies wiederum erlaubt das individuelle Bewegungszentrum jedes einzelnen Wirbelsäulenabschnittes präzise bestimmen zu können. Große Vorteile dieser funktionellen Diagnose liegen zum einen in der präziseren Beurteilung, wann eine Operation notwendig ist und zum anderen in der optimierten Planung für minimalinvasive oder operative Eingriffe.

Vergleich einer gesunden und einer geschädigten Bandscheibe

Unsere Wirbelsäule

– stark vereinfachter Aufbau einer intakten Wirbelsäule

Zu sehen sind Wirbelkörper, Bandscheiben und Nervenbahnen.

 

(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Bandscheibenvorfall

– Austritt des Gallertkerns

Der Gallertkern durchbricht die ihn umgebende Hülle und tritt aus. Trifft er auf Nerven, kann dies starke Schmerzen und körperliche Beeinträchtigungen auslösen.

 

(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

 

 

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Häufige Fragen zum Thema Bandscheibenvorfall

Wie äußert sich ein Bandscheibenvorfall?

Es treten akute oder sich langsam entwickelnde Schmerzen im Bereich der Lenden-, Hals- oder Brustwirbelsäule auf, die in Beine und Arme ausstrahlen können. Auch Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühl, Kribbeln oder seltener Lähmungserscheinungen können Anzeichen sein.

Warum kommt es zu einem Bandscheibenvorfall?

Die Gründe können sowohl altersbedingter Verschleiß der Bandscheiben als auch Fehl- oder Überbelastungen, Verletzungen, Übergewicht oder auch eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung sein.

Muss ein Bandscheibenvorfall immer operiert werden?

Nein – nur bei 10 Prozent der Betroffenen ist ein operativer Eingriff notwendig.

Sind Bandscheibenvorfall, Hexenschuss und Ischias das Gleiche?

Nein – ein Hexenschuss kann zwar ähnliche Schmerzen verursachen, ist aber auf funktionelle Störungen – also strapazierte Muskeln oder Bänder im Rücken zurückzuführen. Ischias dagegen kann im Zuge eines Bandscheibenvorfalls auftreten, wenn dadurch der Ischiasnerv gereizt oder eingeklemmt ist.

Darf man nach einem Bandscheibenvorfall wieder Sport treiben?

Ja – allerdings sollte man die Bandscheibe nicht sofort nach der Genesung wieder voll belasten. Es ist ratsam, den Körper wieder Schritt für Schritt daran zu gewöhnen.

Was genau drückt bei einem Bandscheibenvorfall auf die Nerven?

Bei einem Bandscheibenvorfall tritt Gewebe aus dem Inneren der Bandscheibe aus und drückt auf Nervenbahnen oder Rückenmark.

Verursacht ein Bandscheibenvorfall immer Schmerzen?

Nein – er kann auch symptomfrei verlaufen.

Wie kann ich mich vor einem Bandscheibenvorfall schützen?

Wer durch Sport und Bewegung seine Rückenmuskulatur stärkt und sein Gewicht im Normalbereich hält, hat gute Chancen, nicht daran zu erkranken. Schwere Lasten sollten nicht mit gebeugtem Rücken gehoben werden.

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Video über die Diagnose "Bandscheibenvorfall"

 

Informatives und anschauliches Video zum Aufbau der menschlichen Wirbelsäule und der Bandscheiben:

Video zum Bandscheibenvorfall

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Kosten einer Therapie des Bandscheibenvorfalls

Werden die Kosten für die Behandlung des Bandscheibenvorfalls von der Krankenkasse übernommen?

In der Regel ja – alle Behandlungsmethoden, die im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind, werden übernommen. Dazu gehören Kosten für ärztliche Behandlung und die jeweiligen Diagnostikverfahren sowie für physiotherapeutische Maßnahmen und Medikamente. Physiotherapeutische Behandlungen sind jedoch in der Anzahl begrenzt. Auch ein operativer Eingriff, Krankenhausaufenthalt und eventuelle Reha-Maßnahmen gehören dazu. Einzige Einschränkung: die üblichen gesetzlichen Zuzahlungen. Alternative Behandlungsmethoden dagegen wie Chiropraktik oder Osteopathie werden nur selten von den Kassen erstattet.

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Bandscheibenvorfall: OP oder konservativ?

In den meisten Fällen lässt sich ein Bandscheibenvorfall konservativ, d.h. durch schmerzlindernde Medikamente, physiotherapeutische Behandlung, Bewegung, Wärmeanwendungen oder Stufenlagerung erfolgreich behandeln. Allerdings müssen Patienten Geduld aufbringen, da der vollständige Heilungsprozess meist mehrere Wochen in Anspruch nimmt.

Führen diese therapeutischen Maßnahmen nicht zu einer Verbesserung oder treten Lähmungserscheinungen auf, die auch Blase oder Darm beeinträchtigen, ist ein operativer Eingriff notwendig.

Im Folgenden klären wir Sie über die verschiedenen Behandlungs- und Therapiemaßnahmen eines Bandscheibenvorfalls auf.

Nicht operative Behandlungsmöglichkeiten

Generell sind sich heute viele Ärzte einig, dass bei einem Bandscheibenvorfall zunächst konservativ, d.h. nicht-operativ, vorgegangen werden sollte, um unnötig belastende Operationen zu vermeiden. Das gilt natürlich nur solange keine neurologischen Defizite vorliegen, die eine operative Druckentlastung erforderlich machen. 

Ein Bandscheibenvorfall kann sich mit der Zeit und dem richtigen Training von selbst wieder verkleinern. Es ist sehr wichtig, diesen Prozess nicht zu stören. Durch genaue Diagnosemethoden kann ein detailliertes Bild vom betroffenen Gelenkssegment und deren Bewegungseigenschaft geschaffen werden. Aus diesen Daten kann der Arzt schlussfolgern, welche schonenden Bewegungsformen für den Patienten im Zeitraum der Resorption des Bandscheibenvorfalls zu empfehlen sind und welche zur optimalen Heilung beitragen. Diese Bewegungen werden bspw. in Form von Krankengymnastik bzw. Physiotherapie gefördert. 

Bewegung, Entspannung und Entlastungshaltung

Im Gegensatz zu früher wird heute bei einem Bandscheibenvorfall keine Bettruhe mehr verordnet, sondern ganz im Gegenteil zu mehr Aktivität und gezielten körperlichen Übungen geraten. Dadurch verbessert sich die Beweglichkeit. Das gilt allerdings nur, soweit es die Rückenschmerzen zulassen! Ist dies möglich, sollten Betroffene demnach weiterhin ihren normalen Alltagstätigkeiten nachgehen.

Bei stärkeren Schmerzen im Rücken können gezielte Entspannungsübungen helfen, besser mit diesen klar zu kommen.

Bei starken Schmerzen allerdings sollten Betroffene versuchen, den Rücken zu entlasten, um die Schmerzen abklingen zu lassen. Hier eignet sich für viele Menschen die sogenannte “Stufenlagerung”. Hierzu legen Sie sich auf Ihren Rücken und Ihre Unterschenkel auf eine Ablage, die etwa so hoch ist, dass Ihre Unter- und Oberschenkel einen 90-Grad-Winkel bilden. Doch auch hier gilt: Nicht zu lange inaktiv bleiben!

Medikamente / Medikamentöse Behandlung des Bandscheibenvorfalls

Um Rückenschmerzen (bspw. Ischialgie) aufgrund eines Bandscheibenvorfalls zu lindern, können unterschiedliche Medikamente eingesetzt werden. 

Folgende rezeptfreie Medikamente werden häufig bei Rückenschmerzen/einem Bandscheibenvorfall eingesetzt:

  • Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR): Bei NSAR handelt es sich um schmerzlindernde, fiebersenkende und entzündungshemmende Schmerzmittel. Hierzu gehören bspw. die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen.
  • Paracetamol: Paracetamol ist ebenfalls ein Schmerzmittel, dass allerdings nicht zur Gruppe der NSAR gehört. Paracetamol eignet sich vor allem für Menschen, die Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR nicht vertragen, etwa weil sie Magenprobleme oder Asthma haben.

Wichtig: Bitte nehmen Sie die oben genannten Medikamente über einen längeren Zeitraum nie ohne ärztliche Aufsicht bzw. nicht ohne eine vorherige Absprache mit Ihrem Arzt ein!

Folgende verschreibungspflichtige Medikamente können bei Rückenschmerzen/einem Bandscheibenvorfall eingesetzt werden:

  • Opioide: Diese sehr starke Schmerzmittel dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. Opioide unterscheiden sich in ihrer Stärke. So ist Morphin bspw. ein sehr starkes Mittel, Tramadol dagegen ein schwächeres. Von einer längeren Einnahme ist aufgrund teilweise schwerer Nebenwirkungen sowie vor allem aufgrund einer drohenden Abhängigkeit abzuraten.

  • Kortikoide: Diese entzündungshemmenden und schmerzlindernden Mittel können in Tablettenform, als Infusionen oder mit Spritzen in den Muskel injiziert bzw. verabreicht werden. Durch die langfristige Einnahme/Injektion von Kortikoiden kann das Risiko folgender Erkrankungen steigen: Magengeschwüre, Osteoporose, Infektionen, Hautprobleme, Grüner Star (Glaukom) sowie Störungen des Zuckerstoffwechsels.
  • Muskelrelaxantien: Hierbei handelt es sich um Beruhigungsmittel, die auch eine entspannende Wirkung auf die Muskeln haben. Hierzu gehören Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, wie etwa Tetrazepam. Langfristig können diese Wirkstoffe abhängig machen. Daneben können sie zu Müdigkeit und Benommenheit führen, die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen sowie die Leberfunktion stören und zu Magen-Darm-Komplikationen führen.
  • Antikonvulsiva: Diese normalerweise bei Epilepsie angewendeten Mittel können auch für die Behandlung von Nervenschmerzen (Neuralgien) angewendet werden. Nebenwirkungen: u.a. Benommenheit, Müdigkeit, Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit.

Manuelle und physikalische Therapien

Häufig werden bei Ischiasbeschwerden aufgrund eines Bandscheibenvorfalls manuelle und/oder physikalische Therapien angewendet. Diese Maßnahmen tragen möglicherweise nicht zu einer beschleunigten Genesung eines Bandscheibenvorfalls bei, jedoch empfinden viele Patienten Massagen und Wärme- bzw. Kältetherapien als sehr angenehm, was den Heilungsprozess zumindest erträglicher gestaltet.

So werden im Rahmen der manuellen Therapie verschiedene Massagetechniken eingesetzt, um die betroffenen Muskeln zu lockern und Verspannungen zu lösen. Richtige Ansprechpartner sind hier Physiotherapeuten und Osteopathen.

Wärme- und Kälteanwendungen gehören zur physikalischen Therapie bei Rückenschmerzen. Beispielsweise können Wärmepflaster/-packungen, ein Saunabesuch, ein heißes Bad oder eine Infrarot-Bestrahlung Schmerzen im Rücken lindern. In der Regel gilt: Wärme hilft gegen verspannte Muskeln. Bei Nervenreizungen kann Kälte wirksamer sein (bspw. kalte Umschläge oder Kühlpads). 

Eine weitere konservative Behandlungsmethode von Rückenschmerzen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls bildet die Ultraschalltherapie. Hierbei wird der betroffene Bereich mit Schallwellen behandelt und durch Wärmeentstehung gelockert. 

Periradikuläre Therapie / Wirbelsäulennahe Spritzen

Bei dieser Therapieform, auch “Injektionsbehandlung” genannt, werden Betäubungsmittel und/oder entzündungshemmende Medikamente in die unmittelbare Nähe der gereizten Nervenwurzel gespritzt. Hierzu gibt es - je nach Injektionsort - verschiedene Möglichkeiten. So wird etwa bei der lumbalen Spinalnervenanalgesie (LSPA / Wurzelblockade) direkt die Nervenwurzel betäubt, indem das Medikament an die Austrittsstelle der Nervenwurzel aus dem Wirbelkanal gespritzt wird. Bei der lumbalen Periduralanalgesie wird das Medikament in den sogenannten Periduralraum gespritzt („peridurale Injektion“), der das Rückenmark und die Rückenmarksflüssigkeit im Wirbelkanal umgibt.

Zwar können Wirbelsäulennahe Spritzen die durch einen Bandscheibenvorfall verursachten Schmerzen lindern, jedoch sollte eine längerfristige Behandlung sorgfältig mit dem behandelnden Arzt abgewogen werden. Schließlich können Nebenwirkungen wie Nachblutungen, Infektionen und Nervenverletzungen auftreten. Daneben kann eine langfristige Behandlung zu einer Muskelschwächung führen.

Bandscheiben-Operation

Bei einer Bandscheiben-Operation wird störendes Gewebe, das auf die Nervenenden drückt, entfernt. Moderne Operationstechniken erlauben es, einen Bandscheibenvorfall minimal-invasiv zu behandeln. Ein klarer Vorteil ergibt sich dadurch vor allem in der Phase nach der Operation: Der Wundheilungsprozess ist wesentlich kürzer und es bleiben weniger bis kaum Narben sichtbar. In der Regel ist eine operative Behandlung des Bandscheibenvorfalls jedoch nur bei einem von zehn Patienten erforderlich.

DiscMaxx Hydrogel™

Eine minimal-invasive Möglichkeit den erkrankten bzw. beeinträchtigten Bandscheiben wieder ihre Elastizität und damit der Wirbelsäule die Flexibilität zurückzugeben, stellt das Einbringen des sogenannten DiscMaxx Hydrogels™ (Arthrovision GmbH) dar. 

Hierzu ist ein kurzer, etwa 15-minütiger stationärer Eingriff erforderlich. Die betroffene Bandscheibe wird unter lokaler Betäubung oder in Dämmerschlaf mit einer feinen Nadel (1 mm) punktiert. Dieser Prozess ist völlig schmerzfrei und findet unter der Kontrolle bildgebender Verfahren statt, um die exakte Positionierung des Gels gewährleisten zu können. Nach etwa einer Stunde dehnt sich das spezielle Hydrogel aus. Die Schmerzen verlieren anschließend meist sehr schnell an Intensität. 

Direkt nach dem Klinikaufenthalt kann der Patient wieder gewohnt am Alltag teilnehmen. Die Kosten für diesen Eingriff werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Nucleoplastie

Die Nucleoplastie stellt für viele eine Alternative zur offenen Bandscheiben-OP dar. Voraussetzungen hierfür sind, dass der Faserring der Bandscheibe sowie das hintere Längsband noch intakt sind. 

Bei einer Nucleoplastie (Dauer ca. 30 Minuten) wird unter örtlicher Betäubung eine feine Hohlnadel/Kanüle in den Gallertkern der betroffenen Bandscheibe eingeführt. Die Spitze der Kanüle wird anschließend durch einen kurzen Stromstoß erhitzt, sodass das Bandscheibengewebe verdampft. Dieser als “Coblation” bezeichnete Vorgang ist auf einen sehr kleinen Radius begrenzt, um nur so viel Bandscheibengewebe wie nötig zu entfernen. Es wird somit verhindert, dass das umliegende Gewebe großflächiges verschmort. Je nach Bedarf wird die Verdampfung mehrmals durchgeführt. Anschließend wird die kleine Einstichstelle im Gallertkern ebenfalls mit einem kurzen Stromimpuls verschlossen. Auf diese Weise bleiben der umgebende Faserring und die Stabilität der Bandscheibe intakt. 

In der Regel können Patienten die Klinik bereits nach wenigen Stunden wieder verlassen. Die Kosten der Behandlung werden auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Mikrochirurgische Bandscheibenoperation (offene OP)

Die mikrochirurgische Bandscheiben-OP wird häufig bei einem ausgetretenen (sequestrierten) Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinung notwendig oder wenn alle bisherigen Behandlungsmaßnahmen keine Wirkung erzielt haben. Glücklicherweise sind solche Fälle sehr selten (weniger als 5 % der Bandscheibenvorfälle).

Bei der Mikrochirurgie wird ein offener Zugang über einen kleinen Hautschnitt in der Mittellinie des Rückens gewählt. Nach Beiseiteschieben der Muskulatur und Eröffnen des gelben Bandes (Ligamentum flavum) werden unter Verwendung eines OP-Mikroskops die Nerven vorsichtig beiseitegeschoben und der Bandscheibenvorfall mit kleinen Instrumenten entfernt.

Bei der mikrochirurgischen Bandscheiben-OP (mikrochirurgische Nukleotomie) wird mit Zuhilfenahme eines speziellen Operationsmikroskops der Rückenmarkskanal eröffnet und das ausgetretene Bandscheibengewebe mit feinen Instrumenten entfernt. Hierbei wird möglichst schonend gearbeitet, um die Rückenmuskulatur zu entlasten und die knöchernen Strukturen zu erhalten. 

Die Operation findet unter Vollnarkose statt. Ein kurzer stationärer Aufenthalt sowie eine anschließende stationäre Rehabilitation sind in der Regel erforderlich bzw. angeraten. Berufliche Tätigkeiten können frühestens nach zwei Wochen wieder aufgenommen werden.

Zu den Risiken des Eingriffs gehören Blutungen, Verletzungen von Nerven und Infektionen.

Endoskopische Bandscheiben-OP (“Schlüssellochchirurgie”)

Bei einer endoskopischen Bandscheiben-OP ist im Gegensatz zur mikrochirurgischen Variante kein offener Zugang erforderlich. Über einen lediglich 1cm großen Hautschnitt werden durch ein Endoskop winzige Instrumente eingebracht (Kamera, Licht, Spülung und Arbeitskanal). Über einen Monitor kann der Operateur alle Vorgänge überwachen und sich so im Operationsbereich navigieren.

Eine wesentliche Besonderheit des transforaminalen Eingriffs (von der Seite) ist, dass dieser in der Regel ohne Vollnarkose durchgeführt werden kann. Patienten schätzen die sogenannte Analgosedierung sehr, da sie selbst atmen, ansprechbar sind und sich dennoch an wenig erinnern können. Diese Art der Narkose trägt auch zu einer schnelleren postoperativen Fitness und Mobilität bei. Der seitliche (transforaminale) Zugang hat den weiteren Vorteil, dass das Risiko einer Narbenbildung um die Nerven erheblich reduziert ist.

Nach endoskopischen Eingriffen können die Patienten bereits nach 1-2 Stunden aufstehen. Die Notwendigkeit einer aufwendigen Nachbehandlung oder stationären Reha besteht nicht, eine rasche Rückkehr in das normale Leben und in den Beruf ist bei nicht-körperlicher Tätigkeit möglich. Die tatsächliche Nachbehandlung wird aber individuell mit dem Patienten besprochen und hängt auch vom intraoperativen Befund ab.

Die endoskopische Methode eignet sich auch zur Erweiterung einseitiger Spinalkanalstenosen und zur Entfernung von synovialen (von den kleinen Wirbelgelenken ausgehenden) Zysten. Nicht geeignet ist sie zur Behandlung von Spinalkanalstenosen, die meist knöchern, arthrogen oder durch erhebliche Verdickung der Ligamenta flava entstehen. Diese Erkrankung sollte mikrochirurgisch behandelt werden.

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Dr/univ. Franz Copf

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Dr. med. Peter Krause

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