Bluthochdruck

Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)

Volkskrankheit "Bluthochdruck: Länger andauernder, zu hoher Blutdruck erhöht das Risiko von Gefäßerkrankungen, welche wiederum das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen begünstigen können.

Informationen über den Bluthochdruck

Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit Martina Schreen, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Berlin, erstellt

In unserem Körper bilden die Blutgefäße ein weit verästeltes System, bei dem das Herz im Mittelpunkt steht. Bei der Kontraktion des Herzens wird das sauerstoffreiche Blut in die Arterien des Körpers gepumpt. Damit diese Pulswelle alle Organe und Gefäße erreicht, muss ein bestimmter Druck vorhanden sein, den man als oberen oder systolischen Blutdruckwert bezeichnet. Vor der nächsten Kontraktion entspannen sich die Herzmuskeln, dadurch sinkt auch der Druck in den Gefäßen. Dieser untere Wert wird als diastolischer Wert bezeichnet. Gemessen wird der Wert in der Einheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Bei Erwachsenen gilt ein durchschnittlicher Blutdruck von 120/80 mmHg als optimal. Dieser Wert unterliegt jedoch im Tagesverlauf Schwankungen, die abhängig von der körperlichen Aktivität sind. Daher ist der Blutdruck auch tagsüber, wo das Herz-Kreislauf-System eine höhere Leistung erbringen muss, normalerweise höher als nachts im Schlaf.

Ursachen: Wie kommt es zu Bluthochdruck?

Allgemein unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Hypertonie. Ungefähr 95% aller Betroffenen leiden unter der ersten Form, bei der die Hypertonie selbst die Erkrankung darstellt. Diese - auch essentielle Hypertonie - genannte Variante kann genetisch bedingt sein, es sind aber vor allem auch Lebensstil-Faktoren wie Übergewicht, zu hoher Kochsalzkonsum, mangelnde Bewegung oder Alltagsstress. Während früher vor allem ältere Menschen daran erkrankten, sind zunehmend auch jüngere Menschen von der essentiellen Hypertonie betroffen. Bei den anderen 5% ist der Bluthochdruck hingegen ein Resultat von anderen Erkrankungen, beispielsweise der Nieren, des Nervensystems oder Störungen des Hormonhaushalts. In diesen Fällen normalisiert sich der Blutdruck, wenn die Grunderkrankung erfolgreich behandelt wurde.

Diagnose des Bluthochdrucks

Ein zu hoher Blutdruck lässt sich aufgrund der natürlichen Schwankungen nicht durch eine einzige Messung bestimmen. Viele Menschen sind außerdem bei der Untersuchung in der Arztpraxis aufgeregt, so dass der Blutdruck höher ist als normalerweise. Man spricht dann vom Weißkittel-Syndrom. Deshalb wird häufig eine Langzeitblutdruckmessung durchgeführt, bei der über 24 Stunden eine Blutdruckmanschette am Arm des Patienten befestigt wird, die in festgelegten Intervallen den Blutdruck automatisch misst. Erst wenn bei der Langzeitblutdruckbestimmung oder bei mehreren Messungen - idealerweise zu unterschiedlichen Tageszeiten und auch selbst zu Hause durchgeführt - die durchschnittlichen Werte bei 140/90 mmHg oder darüber liegen, wird von einer arteriellen Hypertonie gesprochen.

Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Grundsätzlich muss der Blutdruck ab einem Wert von 140/90 mmHg engmaschig kontrolliert werden. Der Behandlungsbedarf  hängt aber auch vom Gesamtrisiko für Herz-Kreislauferkrankungen ab. Manche Patienten mit erhöhten Blutdruckwerten haben ein insgesamt niedriges Risikoprofil und benötigen keine medikamentöse Therapie. Wenn allerdings schon andere Grunderkrankungen, wie Übergewicht oder Diabetes, vorhanden sind, steigt das kardiovaskuläre Risiko und damit auch die Notwendigkeit zur therapeutischen Intervention.

Symptome des Bluthochdrucks

Manche Patienten haben Kopfschmerzen und Schwindelgefühl, teilweise begleitet von Nasenbluten bzw. Atemnot. In einigen Fällen kommt es auch zu einer akuten Blutdruckkrise, die zu allgemeiner Verwirrtheit, Sehstörungen oder Atembeschwerden führen kann. Dieser entgleiste Hypertonus muss dann sofort therapiert werden. Die meisten Menschen mit Hypertonie sind aber jahrelang beschwerdefrei und bemerken daher nicht die langfristig hervorgerufenen Schäden.

Gefahren des Bluthochdrucks

Der Bluthochdruck führt im Laufe der Zeit zu einer Verhärtung und Verdickung der Gefäßwände, wodurch diese starrer und enger werden. Durch diesen Vorgang, den man Arteriosklerose nennt, werden Organe, wie die Augen, die Nieren aber auch das Herz und Gehirn schlechter durchblutet. Es kann daher passieren, dass es zu einem potenziell tödlich verlaufenden Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt, ohne dass vorher irgendwelche Vorzeichen bemerkt wurden. Außerdem verändert sich die linke Herzkammer, da sie dem erhöhten Druck im Blutkreislauf entgegen wirken muss. Langfristig kann es dadurch zu einer Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, kommen, die im Extremfall den Einsatz eines Kunstherzens oder eine Herztransplantation notwendig werden lassen.

Was kann man selbst tun, um seine Blutdruckwerte zu verbessern?

Das sind vor allem die klassischen Maßnahmen, die mit einer gesünderen Lebensweise einhergehen: Ausgewogene Ernährung, Gewicht reduzieren, Sport treiben, auf Alkohol verzichten und mit dem Rauchen aufhören. Wichtig ist aber, dass auch schon verhältnismäßig kleine Maßnahmen Wirkung zeigen. So kann beispielsweise durch tägliche 20 minütige Spaziergänge und den Verzicht auf zusätzliches Salzen beim Essen der Blutdruck um bis zu 10 mmHg gesenkt werden. Deswegen ist häufig ratsam von den Patienten keine vollständige Abkehr vom bisherigen Lebensstil zu erwarten, sondern mit Ihnen gemeinsam einen Weg zu finden den Blutdruck langfristig zu senken und so die Lebensqualität und -erwartung zu erhöhen.

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Videos zum Thema Bluthochdruck

Chronischer Bluthochdruck gilt als "stiller Killer": Das Risiko für zahlreiche schwere Erkrankungen ist erhöht, ohne dass die Betroffenen etwas davon merken. Wie man Bluthochdruck behandelt, auch auf natürliche Weise, und wie man vorbeugt, wird in diesem Video gezeigt.



Gefahr droht - der Blutdruck steigt und erhöht die Leistungskraft des Körpers - um wegzulaufen oder anzugreifen. Was in der frühen Menschheitsgeschichte eine überlebenwichtige Reaktion war, wird heute zum Problem. Ein Blick auf den Risikofaktor Bluthochdruck.

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Dr. med. Markus Matula

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