Nabelbruch

Nabelbruch (Nabelhernie)

In den meisten Fällen gibt sich ein Nabelbruch bis zum zweiten Lebensjahr von selbst. Doch Nabelbrüche kommen nicht nur bei Kindern vor – auch Erwachsene können betroffen sein.

Informationen über den Nabelbruch

Entdecken Eltern eine Vorwölbung am Nabel ihres Babys, ist dies zunächst kein Grund zur Sorge. Dahinter verbirgt sich meist ein in der Regel harmloser Nabelbruch, der bei Babys recht häufig vorkommt. Jeder zehnte Säugling in Deutschland ist davon betroffen. Bei einem Nabelbruch treten Gewebe oder auch Darmschlingen durch eine Schwachstelle im Nabelbereich nach außen und bilden dort einen sogenannten Bruchsack. In den meisten Fällen gibt sich eine Nabelhernie spätestens bis zum zweiten Lebensjahr von selbst. Doch Nabelbrüche kommen nicht nur bei Kindern vor – auch Erwachsene können daran erkranken. Tritt ein Nabelbruch im Erwachsenalter auf, bildet sich die Hernie nicht von selbst zurück – hier ist in den meisten Fällen ein operativer Eingriff unumgänglich. 

Welche Ursachen ein Nabelbruch hat und wie er behandelt wird, lesen Sie hier. Wir informieren Sie auf dieser Seite umfassend über alles Wissenswerte und beantworten alle wichtigen Fragen zum Thema Nabelbruch. 

Was ist ein Nabelbruch?

Ein Nabelbruch kann angeboren oder erworben sein. Jeder Mensch – ob Erwachsener, Kind oder Säugling – besitzt Schwachstellen in der Bauchwand. Eine dieser Schwachstellen im Bindegewebe ist der Nabel. Die Bauchwand ist ständig einem hohen Druck ausgesetzt, der sich beim Heben von Lasten, beim Husten oder Niesen deutlich erhöht. Auch während einer Schwangerschaft muss die Bauchdecke einem immensen Druck standhalten. Ein Nabelbruch entsteht, wenn schwaches Bindegewebe am Nabel dem Druck im Bauchraum nachgibt. Es bildet sich eine Lücke (Bruchpforte) in der Bauchwand, durch die sich das Bauchfell in einem sogenannten Bruchsack nach außen stülpt. Unter bestimmten Umständen können auch Teile des Darms in diesen Bruchsack austreten. Ist dies der Fall, spricht man von einem Nabelbruch mit Bruchinhalt. Ein Nabelbruch wird auch als Nabelhernie oder Umbilikalhernie bezeichnet. 

Häufigkeit von Nabelbrüchen

Im Erwachsenenalter liegen Nabelbrüche in der Häufigkeit deutlich hinter den Leistenbrüchen, die die Statistiken anführen. Nabelbrüche machen nur 9 Prozent aller Hernien aus. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer – sie erkranken rund viermal mehr an einem Nabelbruch. Besonders Frauen in der Altersgruppe zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr tragen ein erhöhtes Risiko, einen Nabelbruch zu erleiden. Bei Kindern und Säuglingen kommen Nabelbrüche recht häufig vor. Etwa jeder zehnte Säugling leidet unter einem Nabelbruch. Besonders Frühgeborene, die bei der Geburt weniger als 1.500 g wiegen, sind häufig betroffen. Etwa zwei Drittel dieser Frühchen werden mit einer Umbilikalhernie geboren, wobei Mädchen in der Statistik vorne liegen. 

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Ursachen - Wie entsteht ein Nabelbruch?

Der Nabelbereich bildet eine natürliche Schwachstelle in der Bauchwand. Während der Entwicklung des Kindes im Mutterleib setzt hier die Nabelschnur an. Der Nabel ist bis zur Geburt Durchtrittsstelle aller Gefäße, die den Embryo mit Blut und Nährstoffen versorgen. Wird die Nabelschnur nach der Geburt entfernt, verschließt sich der Nabelring nach und nach und es bildet sich der Bauchnabel.

Die Region um den Bauchnabel bleibt jedoch ein Leben lang eine Schwachstelle, denn sie besteht nur aus einer dünnen Muskelschicht (Faszie), Bindegewebe und Bauchhaut. Der Bauchnabel unterbricht zudem eine senkrecht verlaufende stabilisierende Bindegewebsnaht namens Linea alba. Sie verbindet die jeweiligen Sehnenschichten der seitlichen Bauchmuskulatur. Getreu ihrem lateinischen Namen tritt diese Naht in der Schwangerschaft als "weiße Linie" deutlich hervor. Die Linea alba spart den Bauchnabel aus und verläuft kreisförmig um den Nabel herum. Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel einem erhöhten Druck im Bauchraum, kann eine Bruchpforte entstehen, durch die sich das Bauchfell nach außen stülpt. Mitunter können auch Teile des Darms in diese Ausstülpung gedrückt werden. 

Nabelbrüche bei Babys bilden sich in der Regel in den ersten zwei Lebensjahren von selbst zurück. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen kleinen oder großen Nabelbruch handelt – ob Eingeweideteile in den Bruchsack ausgetreten sind oder nicht. Die Prognose ist in beiden Fällen günstig: Bei weniger als 10 Prozent bleibt der Nabelbruch über das zweite Lebensjahr hinaus erhalten. Anders bei Erwachsenen – hier kann sich ein Nabelbruch nicht zurückbilden. Im Erwachsenenalter muss eine Nabelhernie mit wenigen Ausnahmen immer operativ behandelt werden. 

Die Ursachen für einen Nabelbruch sind vielfältig und unterscheiden sich deutlich – je nachdem, ob es sich um einen Erwachsenen oder einen Säugling handelt. 

Ursachen für einen Nabelbruch bei Babys

Bei Kindern und Säuglingen kann ein Nabelbruch angeboren oder erworben sein. Ein erworbener Nabelbruch ist bei Babys allerdings äußerst selten. Über 90 Prozent der Nabelbrüche sind angeboren

Der angeborene Nabelbruch 

In der Entwicklungsphase im Mutterleib bildet sich beim Embryo ein sogenannter physiologischer Nabelbruch, der durch natürliche anatomische Gegebenheiten bedingt ist. Nach dem 32. Schwangerschaftstag steht die Größe der Bauchhöhle eine Zeit lang im Missverhältnis zum Volumen der sich rasch entwickelnden Darmschlingen. Der Darm weicht daher aus Platzmangel in die Nabelschnur aus und entwickelt dort eine Schleife, die kontinuierlich wächst und sich ausdehnt. Im Normalfall bildet sich dieser physiologische Nabelbruch bis zur 9. Schwangerschaftswoche wieder auf natürliche Weise zurück. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einem angeborenen Nabelbruch. 

Der erworbene Nabelbruch

Wenn beim Säugling der Nabelbruch nach der Geburt entsteht, wird er als erworben bezeichnet. Ein erworbener Nabelbruch entsteht meist in den ersten Wochen nach der Geburt, bevor der Nabel vollständig vernarbt ist. Zu diesem Zeitpunkt ist die Muskelhaut um den Nabel herum noch nicht zugewachsen. Beim Schreien, Husten, Niesen und Pressen entsteht ein erhöhter Druck im Bauchraum, dem das Nabelgewebe mitunter nicht standhalten kann. Von einer erworbenen Nabelhernie sind am häufigsten früh geborene Babys mit Lungeninfekten betroffen. Durch stetiges Husten und Schreien ist der Nabel nahezu kontinuierlich einem enormen Druck ausgesetzt. 

Ursachen für einen Nabelbruch bei Erwachsenen 

Hier sind vor allen Dingen zwei Faktoren für einen Nabelbruch verantwortlich. Dies ist zunächst eine Schwachstelle des Bindegewebes in der Region des Bauchnabels. Ist der Bauchraum zusätzlich einer hohen Druckbelastung ausgesetzt, kann eine Lücke im Gewebe entstehen und es kommt zum Nabelbruch. Es gibt zahlreiche Risikofaktoren, die zur Entstehung eines Nabelbruchs beitragen. Hier sind vor allem Übergewicht und häufiges schweres Heben zu nennen. Aber auch bei einer Schwangerschaft ist die Bauchdecke großen Belastungen ausgesetzt. Ebenso können vorausgegangene Operationen im Bauchraum oder eine familiäre Veranlagung zur Bindegewebsschwäche eine Rolle spielen. Auch einige Erkrankungen können einen Nabelbruch begünstigen. Dazu zählen Bauchwassersucht (Aszites), Diabetes, Leberzirrhose sowie chronische Lungenerkrankungen wie COPD, die mit häufigem Husten verbunden sind. Zudem tragen Raucher ein erhöhtes Risiko – denn Rauchen wirkt sich negativ auf den Kollagenstoffwechsel aus. Das führt zu einer Schwächung des Bindegewebes. Es verliert dadurch an Spannkraft und Elastizität und gibt Druck leichter nach. 

Risikofaktoren im Überblick

  • Übergewicht
  • schweres Heben
  • Schwangerschaft
  • genetische Veranlagung zur Bindegewebsschwäche
  • Rauchen
  • Erkrankungen wie Bauchwassersucht, Leberzirrhose, Diabetes, chronische Lungenkrankheiten
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Symptome eines Nabelbruchs 

Bei Säuglingen zeigt sich ein Nabelbruch durch eine kleine weiche Schwellung, die sich problemlos vom Arzt in den Bauchraum zurückdrücken lässt. Die Vorwölbung kann nur kirschgroß sein, aber auch die Größe eines Tennisballs erreichen. Das hängt ganz von der entstandenen Öffnung ab. Bei kleineren Nabelbrüchen wölbt sich bei Babys mitunter der Nabelbruch nur beim Schreien oder Pressen hervor und ist sonst nicht sichtbar. Ein Nabelbruch verursacht im Normalfall keine oder nur geringe Beschwerden. Bei den Betroffenen macht sich der Nabelbruch meist nur bemerkbar, wenn der Bauchraum erhöhtem Druck ausgesetzt ist. Sie klagen lediglich beim Heben, Pressen oder Husten über Schmerzen. Anders verhält es sich, wenn Teile des Darms in den Nabelbruch eingeklemmt sind. 

Eingeklemmter Nabelbruch – ein Notfall

In seltenen Fällen kann ein Nabelbruch zu gefährlichen Komplikationen führen. Dies ist der Fall, wenn Teile des Darms durch die Lücke im Bauchgewebe austreten und im Bruchsack eingeklemmt werden (Inkarzeration). Hier lässt sich der Darm nicht in den Bauchraum zurückverlagern. Der Darm wird durch das Abschnüren nur noch mangelhaft durchblutet oder ist sogar ganz von der Blutversorgung abgeschnitten. Schlimmstenfalls können Teile des Darms absterben und müssen entfernt werden.

Bei einem eingeklemmten Nabelbruch entwickeln sich binnen weniger Stunden massive kolikartige Schmerzen und der Bauch ist äußerst druckempfindlich. Häufig werden die Schmerzen von Symptomen wie Übelkeit, Herzrasen und Schweißausbrüchen begleitet. Bei einem Säugling zeigt sich ein eingeklemmter Nabelbruch durch anhaltendes Schreien und eine dunkle Verfärbung in der Nabelgegend.

Ein eingeklemmter Nabelbruch stellt einen Notfall dar und erfordert eine sofortige Operation. Allerdings kommt eine solche Einklemmung bei Säuglingen nicht häufig vor – sie tritt in nur 3 – 5 Prozent aller Fälle auf. Bei Erwachsenen liegt diese Wahrscheinlichkeit weit höher. Zwischen 25 und 30 Prozent der im Erwachsenenalter erworbenen Nabelbrüche führen unbehandelt irgendwann zu einer Einklemmung. 

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So wird ein Nabelbruch diagnostiziert

Am Anfang der Diagnose steht eine körperliche Untersuchung. Sie gibt in den meisten Fällen schon Aufschluss darüber, ob tatsächlich ein Nabelbruch vorliegt. Der Arzt wird den Patienten in Rückenlage untersuchen und den Nabelbruch genau abtasten. So kann er Größe und Struktur der Bruchöffnung beurteilen. Dann wird er überprüfen, ob sich die Vorwölbung problemlos in den Bauchraum zurückverlagern lässt. So kann er einen Nabelbruch von anderen Erkrankungen wie einer gutartigen Fettgeschwulst (Lipom) abgrenzen. Auch wird er feststellen, ob es sich bei der Vorwölbung um einen anderen Bruch – etwa eine Supraumbilikalhernie – handelt. Sie sitzt etwas oberhalb des Bauchnabels.

Besteht der Verdacht, dass sich Teile des Darms in den Bruchsack verlagert haben könnten, wird der Arzt eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchführen. Sie gibt Gewissheit und zeigt die genaue Lage der Darmschlingen. Bei Babys sollte ausgeschlossen werden, dass es sich um eine sogenannte Omphalozele handelt. Das ist ein Nabelschnurbruch, der mit einer Fehlentwicklung der Bauchdecke einhergeht. Dabei werden Darmschlingen in einem dünnen Häutchen nach außen gedrückt. 

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Häufige Fragen zum Thema Nabelbruch

Gibt es Alternativen zu einer operativen Behandlung?

Leider nein – auch kleinere Nabelbrüche, die mitunter lange Zeit beschwerdefrei bleiben, vergrößern sich im Laufe der Zeit und müssen früher oder später operiert werden. Früher häufig empfohlene Bruchbänder sind keine Alternative. 

Kann ein behandelter Nabelbruch erneut auftreten?

Die Möglichkeit eines Rezidivs, also eines Wiederauftretens, ist immer gegeben – allerdings ist die Wahrscheinlichkeit gering. Wie hoch die Rückfallquote liegt, hängt unter anderem von der Größe de operierten Bruchs ab. Hier gilt die Regel: je größer die Bruchpforte, desto höher das Risiko eines Rezidivs. Durchschnittlich kommt es bei etwa 8 – 10 Prozent zu einem Rückfall. Bei einer Zweit-OP wird die Bruchpforte in den meisten Fällen mit einem stabilisierenden Kunststoffnetz verstärkt.

Kann man einem Nabelbruch vorbeugen?

Durchaus – wer einem Nabelbruch vorbeugen möchte, kann selbst viel dazu beitragen. Hier gilt es in erster Linie, Risikofaktoren zu minimieren. Dazu zählt vor allem die Reduzierung von Übergewicht und Verzicht auf Nikotinkonsum. Der Druck im Bauchraum wird durch Gewichtsabnahme deutlich verringert – damit sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Nabelbruchs deutlich. Es ist hilfreich, die Bauch- und Rumpfmuskulatur zu trainieren und durch gezielte Übungen zu verstärken. Besonders Frauen sollten das Heben von schweren Lasten möglichst vermeiden – sie tragen ein höheres Risiko, einen Nabelbruch zu erleiden. Nicht zuletzt wirkt eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen einem Nabelbruch entgegen – denn auch das Pressen bei Verstopfung erhöht den Druck im Bauchraum signifikant.

Muss ein Nabelbruch sofort operiert werden?

In den meisten Fällen kann eine Nabelbruch-OP in Ruhe geplant werden. Anders verhält es sich, wenn Teile des Darms in den entstandenen Bruchsack austreten und dort eingeklemmt werden. In diesem Fall muss der Nabelbruch innerhalb weniger Stunden operativ beseitigt werden, da die Einklemmung eine lebensbedrohliche Komplikation darstellt. 

Kann ein Nabelbruch auch ambulant operiert werden? 

Grundsätzlich ja – das hängt von der gewählten Operationsmethode, der Größe der Bruchpforte und der körperlichen Konstitution des Patienten ab. Wird der Eingriff minimal-invasiv durchgeführt, kann er meist ambulant erfolgen. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine ambulante Versorgung eher die Regel. 

Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Baby einen Nabelbruch hat?

Ein Nabelbruch im Säuglingsalter ist zunächst nicht besorgniserregend – er kommt bei 10 Prozent aller Babys vor. In den meisten Fällen bringt er keinerlei Beschwerden mit sich und ist nicht behandlungsbedürftig. Der Nabelbruch bildet sich in der Regel im Laufe der ersten beiden Lebensjahre von selbst zurück. Wenn allerdings Schmerzen auftreten, sollten Eltern wachsam sein. Dann können Teile des Darms ausgetreten und eingeklemmt sein. Hier besteht sofortiger Handlungsbedarf.

 

 

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Nabelbruch-OP - Wann muss ein Nabelbruch operiert werden?

In der Regel wird ein Nabelbruch immer operativ behandelt. Allerdings gilt es zu differenzieren, ob es sich um Erwachsene oder Kinder handelt. 

Nabelbruch bei Kindern und Säuglingen

Bei Säuglingen ist ein Nabelbruch bis zum Ende des zweiten Lebensjahres meist nicht behandlungsbedürftig, denn er heilt in diesem Zeitraum normalerweise von selbst aus. Eine Operation ist nur dann erforderlich, wenn der Nabelbruch Beschwerden verursacht oder die Bruchpforte größer als ein Zentimeter ist. Dann besteht die Gefahr, dass sich Teile des Darms in den Bruchsack verlagern und dort eingeklemmt werden können. Allerdings wird in der Regel erst nach dem ersten Lebensjahr operiert.

Eine Operation wird auch dann nötig, wenn sich der Nabelbruch nicht spontan zurückbildet. Dies ist bei 6 bis 10 Prozent aller Kinder der Fall. Nach dem zweiten Lebensjahr ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Lücke am Nabelring von alleine schließt, sehr gering. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Nabelbruch-OP gekommen ist, kann nicht generell beantwortet werden. Das hängt unter anderem davon ab, ob sich die Lücke in der Bauchwand vergrößert oder konstant bleibt. Besteht die Gefahr einer Einklemmung, sollte zeitnah operiert werden. So können eventuelle Komplikationen, die einen Notfall darstellen, vermieden werden. Bei unauffälligen Nabelbrüchen besteht keine Eile und die OP kann zu einem passenden Zeitpunkt durchgeführt werden. Häufig wird der operative Eingriff bis kurz vor den Schuleintritt hinausgeschoben. 

Nabelbruch bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen heilen Nabelbrüche nicht von selbst aus und bedürfen mit wenigen Ausnahmen immer einer Operation. Kleine Nabelbrüche, die sich ohne Probleme in den Bauchraum zurückdrücken lassen und keinerlei Beschwerden verursachen, müssen zwar nicht zwingend operiert werden. Allerdings neigen sie dazu, sich mit der Zeit stetig zu vergrößern. Sie sollten deshalb in regelmäßigen Abständen untersucht und genau beobachtet werden. In den meisten Fällen müssen jedoch auch kleinere Hernien letztlich operiert werden. Daher ist es ratsam, eine Nabelbruch-OP frühzeitig in Ruhe zu planen. Hat sich die Bruchpforte erst so vergrößert, dass Eingeweideteile in den Bruchsack eintreten können, ist Eile geboten. Die Gefahr, dass daraus ein eingeklemmter Nabelbruch entsteht, ist bei Erwachsenen relativ hoch. Fast ein Drittel aller Betroffenen entwickelt diese lebensgefährliche Komplikation, die innerhalb weniger Stunden operiert werden muss. 

Sogenannte Bruchbänder, die früher gerne zum Einsatz kamen, stellen keine gangbare Alternative zu einer operativen Behandlung dar. Sie haben sich im Lauf der Zeit als ineffizient und sogar als kontraproduktiv erwiesen. Ein Bruchband stützt und entlastet zwar die Bauchwand, doch das Bindegewebe wird durch diese Stützfunktion eher geschwächt als gestärkt. Zudem kann es ein Austreten von Darmschlingen in den Bruchsack nicht verhindern. 

Nabelbruch bei Schwangeren

Ausnahme von der Regel bilden Frauen, die sich während einer Schwangerschaft einen Nabelbruch zugezogen haben. Hier bildet sich der Nabelbruch meist nach und nach von selbst zurück, sobald die Bauchdecke nach der Geburt entlastet ist. Nabelbrüche müssen daher bei Schwangeren eher selten operativ behandelt werden. Sollte dennoch ein operativer Eingriff erforderlich sein, wird er erst einige Wochen nach der Entbindung durchgeführt. 

So verläuft eine Nabelbruch-OP

Für die Beseitigung eines Nabelbruchs stehen verschiedene Operationsmethoden und Techniken zur Verfügung. Der Eingriff kann offen oder geschlossen mit dem minimal-invasiven Schlüssellochverfahren (Laparoskopie) erfolgen. Meist wird die Operation unter Vollnarkose durchgeführt – in manchen Fällen ist der Eingriff alternativ auch im Dämmerschlaf mit Analgosedierung möglich. Sie kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Die Wahl der Methode und Narkoseart hängt von den individuellen Voraussetzungen ab, die jeder Patient mitbringt. Hier spielen Faktoren wie Alter, körperliche Konstitution und Größe der Bruchpforte eine Rolle. Deshalb steht vor jedem Eingriff eine genaue Diagnostik und akribische Operationsplanung. 

Offenes Operationsverfahren

Handelt es sich um einen kleineren unkomplizierten Bruch, wird der Nabelbruch bevorzugt nach der Spitzy-Methode operiert. Hierbei setzt der Operateur einen kreisrunden Schnitt um den Nabel. Dann entfernt er den Bruchsack vom Nabel und verschließt die Bruchöffnung, indem er die Bindegewebsschichten mit einer direkten Naht vernäht. Zum Schluss wird der Hautschnitt mit einer speziellen Nahttechnik verschlossen, die kaum sichtbare Narben hinterlässt. 

Bei größeren Nabelbrüchen, die eine Bruchpforte von mehr als 3 Zentimetern aufweisen, kommt eine andere Operationsmethode zum Tragen. Bei dem Verfahren nach Dick-Mayo geht es darum, die Bauchwand zu verstärken und stabiler zu machen. Deshalb wird sie auch bei wiederholt auftretenden Nabelbrüchen angewandt. Hier kommt eine spezielle Nahttechnik, die sogenannte Fasziendopplung zum Einsatz. Hierbei werden die Bauchwandschichten (Faszien) überlappend vernäht und fest mit dem Nabel verbunden. Kann die Öffnung nicht spannungsfrei verschlossen werden, setzt der Chirurg ein stabilisierendes Kunststoffnetz ein. Das Netz verstärkt die Bauchwandlücke und beugt weiteren Nabelbrüchen vor. Es besteht aus einem speziellen niederallergenen Kunststoff, der nur in seltenen Fällen Unverträglichkeitsreaktionen des Körpers auslöst. Bei stark übergewichtigen Patienten muss der Nabel mitunter ganz entfernt werden (Omphalektomie). 

Wird ein Säugling oder Kleinkind operiert, ist in der Regel keine Verstärkung der Bauchwand erforderlich. Hier kommt die Chirurgie, abgesehen vom Nahtmaterial, ganz ohne die Verwendung körperfremder Stoffe aus. Säuglinge werden nur bei sehr großen Nabelbrüchen in den ersten sechs Lebensmonaten operiert. Bei kleineren Nabelhernien wartet man bis zum zweiten Lebensjahr ab, ob sich die Öffnung von selbst verschließt. 

Geschlossenes Operationsverfahren mit Laparoskopie

Bei dieser schonenden minimal-invasiven Operationsmethode sind nur kleine Hautschnitte erforderlich. Über sie verschafft sich der Chirurg Zugang zur Bauchhöhle. Durch diese Öffnungen werden Kamera und spezielle Instrumente eingeführt, mit deren Hilfe der Operateur die Bruchpforte verschließt. Auch bei dieser Operationsmethode kann, falls erforderlich, ein verstärkendes Kunststoffnetz eingesetzt werden. Mit dieser Technik lassen sich sowohl kleine als auch große Nabelbrüche operieren. Die moderne Methode bringt eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich. Da die Bauchdecke bei einer laparoskopischen Operation kaum verletzt wird, treten nach dem Eingriff weit weniger Schmerzen auf. Der Betroffene benötigt eine kürzere Erholungsphase und ist schnell wieder belastbar. Nicht zuletzt sinkt das Risiko einer Wundinfektion, das bei allen offenen Operationen gegeben ist, deutlich. 

Die Nachsorge

Abgesehen von leichten Schwellungen und Blutergüssen verläuft die Heilungsphase nach einer Nabelbruch-OP meist komplikationslos. Wurde im offenen Verfahren operiert, werden nach 8 bis 10 Tagen die Fäden entfernt. Nach der Operation gilt es, den Körper schrittweise wieder an körperliche Belastungen zu gewöhnen. Betroffene sollten in den ersten 3 Monaten nach dem Eingriff keine schweren Lasten heben. Erst dann sind die Nähte stabil verwachsen. Lag nur ein geringfügiger Nabelbruch vor, kann der Patient bereits nach 3 Wochen leichte körperliche Tätigkeiten verrichten. Je nach Beruf, angewandtem OP-Verfahren und Größe des Nabelbruchs sind Betroffene nach 1 bis 2 Wochen wieder arbeitsfähig. Wurde eine schonende minimal-invasive OP-Methode gewählt, verkürzt sich die Erholungsphase deutlich und der Patient kann bald wieder wie gewohnt seinem Alltag nachgehen. 

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Expertin für Nabelbruch in Rottach-Weißach

 Friederike Zimmermann

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Experte für Nabelbruch in Grünwald

Dr. med. Maximilian Göppl

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