Nagelpilz

Nagelpilz (Onychomykose)

Jeder dritte Deutsche über 40 erkrankt daran – trotzdem ist Nagelpilz nach wie vor ein Tabuthema. Viele Menschen schämen sich ihrer unansehnlich gelb verfärbten Nägel und scheuen den Weg zum Arzt. Dabei ist schnelles Handeln wichtig – denn die hartnäckige Pilzerkrankung ist nicht nur ein ästhetisches Problem.

 

Nagelpilz – das ungeliebte Tabuthema

Bleibt Nagelpilz unbehandelt, kann dies zur kompletten Zerstörung des Nagels und schmerzhaften Entzündungen führen. Frühzeitig erkannt und therapiert bestehen gute Aussichten auf erfolgreiche Behandlung.

Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz ist eine durch Pilze verursachte Infektion, die meist Zehennägel, mitunter aber auch Fingernägel betrifft. Auslöser der Erkrankung, die medizinisch “Onychomykose” (Onycho = Nagel / Mykose = Pilzerkrankung) genannt wird, sind vor allem Fadenpilze der Gattung Trychophytum rubrum. Seltener sind Hefepilze verschiedener Candida Spezies, Schimmelpilze oder auch Mischinfektionen dafür verantwortlich.

Ursachen: Wie entsteht Nagelpilz?

Meist tritt Nagelpilz als Folgeerkrankung von unbehandeltem Fußpilz auf, da beide oft durch dieselben Erreger verursacht werden. Im feuchtwarmen “Treibhausklima” in den Zehenzwischenräumen finden die Erreger ideale Bedingungen vor, um sich zu vermehren. Gelangen die Pilzsporen unter den Nagel, entwickelt sich Nagelpilz. Nahrungsgrundlage der Fadenpilze ist die Hornsubstanz Keratin, das in Nägeln, Haaren und Haut vorkommt. Der Pilz baut das Keratin nach und nach ab und zerstört die Nägel.

Fuß mit Nagelpilz

Wie kann man sich mit Nagelpilz anstecken?

Die Gefahr lauert überall dort, wo viele Menschen barfuß laufen. Schwimmbad oder Sauna, aber auch Fitnessstudios bieten in Umkleidekabinen und Gemeinschaftsduschen beste Voraussetzungen zur Weitergabe der Pilzsporen. Die Erreger sind höchst ansteckend und äußerst widerstandsfähig. Sie überleben mehrere Wochen auf Handtüchern, Bodenbelägen und Lattenrosten. Doch auch Hotels, Umkleidekabinen in Kaufhäusern oder das eigene Zuhause können Quellen sein – z. B. wenn ein Familienangehöriger ohne sein Wissen erkrankt ist.

Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

Nagelpilz tritt vermehrt bei Menschen über 40 auf, die durch Arterienverkalkung oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes unter schlechter Durchblutung leiden. Ist das Immunsystem durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten geschwächt, können Erreger sich leichter etablieren. Ein besonders hohes Risiko tragen Sportler. Sie kommen vermehrt mit potenziellen Trägern der Erkrankung in Kontakt und teilen Gemeinschaftsduschen oder Umkleidekabinen mit anderen Sportlern. Außerdem bieten Sportschuhe durch vermehrte Schweißbildung ideale Lebensbedingungen für die Erreger.

An welchen Symptomen erkennt man Nagelpilz?

Die Nägel zeigen eine gelblich trübe Verfärbung. Der Nagel ist verdickt, spröde und brüchig und bröckelt beim Schneiden. Die Oberfläche ist rissig und unregelmäßig. Bereits bei ersten Anzeichen der Erkrankung sollte man einen Dermatologen aufsuchen. Hat sich die lästige Pilzerkrankung fest etabliert, kann die Behandlung langwierig und kompliziert werden.

Fußnagel gesundFußnagel mit Nagelpilz

Abb.: Vereinfachte Darstellung des Vergleichs zwischen einem gesunden und mit Nagelpilz erkrankten Nagel

Wie diagnostiziert der Hautarzt Nagelpilz?

Ein Dermatologe stellt zunächst fest, welche Erreger beteiligt sind. Er entnimmt Proben von Nagel und Haut, die dann im Labor untersucht werden. Sind unter dem Mikroskop Pilzsporen zu finden, legt das Labor eine Pilzkultur an, um die Gattung der Pilzsporen zu bestimmen. Auf diesem Ergebnis basiert die inviduelle Therapie.

Wie verläuft eine Erkrankung mit Nagelpilz?

Sind Pilzsporen eingedrungen, zeigen sich gelbliche Verfärbungen am Nagelrand. Die Verfärbung breitet sich mit der Zeit über den gesamten Nagel bis zur Nagelwurzel aus. Der Nagel wird immer dicker, spröder und brüchiger – er beginnt sich zu verformen und wächst ein. Dies führt zu schmerzhaften Entzündungen, die das Gehen beeinträchtigen können. Im letzten Stadium drohen Zerstörung und Verlust des Nagels.

Wie sieht die Behandlung von Nagelpilz aus?

Ist die Erkrankung im Anfangsstadium, reicht meist eine lokale Behandlung mit pilzabtötenden (fungiziden) Salben oder Nagellacken aus. Der Wirkstoff dringt in die Nagelschicht ein und tötet die Erreger nach und nach ab. Hat sich der Nagelpilz bis an die Nagelwurzel ausgebreitet, ist eine äußerliche Behandlung unzureichend und der Patient muss zusätzlich Medikamente einnehmen. In jedem Falle ist die Behandlung langwierig und muss konsequent durchgehalten werden. Sie ist in der Regel abgeschlossen, wenn der Nagel neu herausgewachsen ist. Zu einer erfolgreichen Behandlung gehören strenge Hygienemaßnahmen. Schuhe, Nagelfeilen und Scheren müssen nach Gebrauch desinfiziert werden. Es ist erforderlich, Strümpfe, Handtücher und Bettwäsche ständig zu wechseln und bei 60 – 90 Grad zu waschen. Eine zuckerarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann die Behandlung sinnvoll unterstützen.

Wie kann man Nagelpilz vorbeugen?

Um sich vor Ansteckung zu schützen, ist es sinnvoll, in Schwimmbad und Sauna Badeschuhe zu tragen. Enge Schuhe begünstigen Nagelpilz – besser bequemes Schuhwerk aus Leder oder atmungsaktivem Material wählen. Mit Socken aus Baumwolle, Wolle oder Mischgewebe verhindert man übermäßige Schweißbildung. Wichtig: Nach dem Duschen gründlich die Zehenzwischenräume abtrocknen und Verletzungen bei der Nagelpflege vermeiden. Bestehender Fußpilz muss unbedingt behandelt werden, da er meist zu Nagelpilz führt.

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Häufige Fragen zum Thema Nagelpilz

Woran erkenne ich, dass meine Nägel von Pilzen befallen sind?

Die Nägel sind deutlich dicker als gewöhnlich und verfärben sich milchig gelb. Die Nägel verlieren an Geschmeidigkeit und sind spröde und bröcklig. Im Anfangsstadium ist nur der Nagelrand betroffen.

Woher kommt der Nagelpilz, wenn ich weder in die Sauna noch ins Schwimmbad gehe?

Mit Nagelpilz kann man sich auch in Hotelzimmern infizieren. Die Erreger verstecken sich meist in der Auslegeware. Auch Umkleidekabinen in Kaufhäusern sind mögliche Ansteckungsquellen. Mitunter droht auch im häuslichen Umfeld Gefahr wenn ein Familienmitglied unwissentlich an Nagelpilz leidet.

Wie kann ich mich vor Nagelpilz schützen?

Der beste Weg ist, den Erregern die “Wohlfühlatmosphäre” zu entziehen. Da sie sich in feuchtwarmem Ambiente besonders gut entwickeln, sollte man atmungsaktive bequeme Schuhe und Socken aus Naturmaterialien tragen. Sowohl Schuhe als auch Socken täglich wechseln. Außerdem gilt: In Schwimmbad, Sauna und Hotels möglichst nie barfuß laufen.

Muss ich bei Nagelpilz zum Arzt?

Nagelpilz gehört unbedingt in ärztliche Behandlung. Zwar versprechen auch Mittel aus der Apotheke mitunter Besserung, doch nur ein Dermatologe kann genau die Gattung der krankmachenden Pilzsporen ermitteln und schnell eine gezielte Therapie einleiten.

Ist eine spezielle Ernährung hilfreich bei der Therapie von Nagelpilz?

Da Pilzsporen besser in einem “übersäuerten” Organismus gedeihen, sollte man zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke möglichst meiden. Auch tierisches Eiweiß trägt zur Übersäuerung bei – grundsätzlich ist viel frisches Obst und Gemüse empfehlenswert.

Was passiert, wenn Nagelpilz nicht behandelt wird?

Bleibt Nagelpilz unbehandelt, droht über kurz oder lang der Verlust des Nagels. Außerdem können verformte Nägel einwachsen und für schmerzhafte Entzündungen sorgen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Nagelpilz?

Im Anfangsstadium der Erkrankung reichen mitunter spezielle pilzabtötende Salben oder Nagellacke aus, die auf den Nagel aufgetragen werden. Ist der Nagelpilz weiter fortgeschritten, wird in der Regel eine medikamentöse Behandlung erforderlich.

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Nagelpilz mit Laser behandeln

Neben der äußerlichen Therapie mithilfe von pilzabtötenden Salben oder Nagellacken (Antimykotika) sowie der systemischen Behandlung mittels Medikamenten, bietet die moderne Dermatologie heute eine weitere Therapiemöglichkeit: Die Laserbehandlung.

Vorteile: Laserbehandlung gegen Nagelpilz

Viele Nagelpilzerkrankungen sind mit den gängigen Methoden nur sehr mühsam oder nicht vollständig zu bekämpfen. Die Behandlung dauert meist sehr lange (über mehrere Monate) und die Rückfallquote ist hoch. Zudem können medikamentöse Behandlungsmaßnahmen Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder allergische Hautreaktionen erzeugen, sodass viele Patienten diese Form der Behandlung fürchten.

Mithilfe moderner Lasersysteme zur Behandlung von Nagelpilz steht ein neuer, alternativer Ansatz für Dermatologen und Patienten bereit. Ein klarer Vorteil gegenüber der Behandlung mit Medikamenten: Es entstehen keine unangenehmen Nebenwirkungen. Zudem kann sich bereits wesentlich schneller ein sichtbarer Behandlungserfolg einstellen. Dennoch steht die Behandlung mit dem Laser noch am Anfang der Nagelpilztherapie - Langzeitstudien sowie der Beweis, dass diese Therapiemaßnahme den Nagelpilz dauerhaft bekämpft, stehen derzeit noch aus. Nichtsdestotrotz stellt die Behandlung mit dem Laser einen vielversprechenden Ansatz für die Zukunft dar - sofern sie mit weiteren Maßnahmen kombiniert wird.

Wie funktioniert der Laser gegen Nagelpilz und welche Laser helfen?

Die genaue Wirkungsweise des Lasers gegen Nagelpilz ist heute noch nicht vollends geklärt. Von Dermatologen wird vermutet, dass vor allem die Hitzeeinwirkung des Lasers den Pilz und dessen Sporen zerstört. Um die Hyphen (Pilzfäden) sowie Pilzsporen zu beseitigen, bedarf es Temperaturen von über 80°C. Hierbei ist es allerdings wichtig, dass der Laserstrahl das Behandlungsfeld linear scannt, um dieses gleichmäßig (homogen) zu erhitzen. Zudem spielt die Wellenlänge des Lichts eine entscheidende Rolle. So können mit Diodenlasern, die eine Wellenlänge zwischen 808 nm und 980 nm aufweisen, signifikante Ergebnisse geliefert werden. Lasersysteme mit 808 nm können eine durchschnittliche Maximaltemperatur von 74°C bis etwa 112°C erreichen.

Neben dem Diodenlaser kommen weitere Lasersysteme für die Bekämpfung des Nagelpilzes zum Einsatz. Zu nennen sind hier bspw. Nd:Yag-Laser, Nd-Yttrium-Laser, Erbiumlaser oder CO2-Laser. Auch so genannte Blitzlampen können gegen Nagelpilz zum Einsatz kommen.

Viele Hersteller werben mit einer Zulassung der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) für ihre Lasersysteme. Doch hier ist Vorsicht geboten: Einen vollständigen Nachweis, dass das verwendete Lasergerät den Nagelpilz heilt, ist für die Zulassung nicht erforderlich. So werden sämtliche Laser von der FDA zugelassen, die jegliche Pilze abtöten können, jedoch nicht zwingend den Nagelpilz heilen.

Wie verläuft die Behandlung?

Eine Sitzung für die Laserbehandlung gegen Nagelpilz nimmt in der Regel 15 Minuten in Anspruch. Aus Gründen der Prophylaxe sollte dabei nicht nur der befallene Zehennagel, sondern auch alle anderen behandelt werden. Hierbei wird jeder Zeh einzeln bestrahlt. Vor der Bestrahlung empfiehlt sich ein Abschleifen der Oberfläche der Nagelplatte, um darauf haftende Pilzsporen zu beseitigen.

Je nach Schweregrad des Pilzbefalls werden im gesamten Therapiezyklus 3 bis 6 Sitzungen durchgeführt. Dazwischen liegen jeweils 1 bis 4 Wochen. Um einem Rückfall vorzubeugen, empfiehlt sich eine weitere Behandlung nach etwa 6 Monaten.

Auch wenn dies einige Hersteller kommunizieren: Eine Heilung des Nagelpilzes nach nur einer Sitzung ist in der Regel nicht möglich! In Kombination mit einer lokalen Behandlung (mittels Salben oder Nagellack) kann nach einer Sitzung eine deutliche Verringerung des Pilzbefalls erzeugt werden, aber keine vollständige Heilung.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Behandlung mit dem Laser ist nicht schmerzhaft. Bei einigen Patienten erzeugt sie ein leichtes Wärmegefühl oder Kribbeln. Diese Empfindungen klingen jedoch direkt nach der Sitzung wieder ab.

Wie wirksam ist der Laser gegen Nagelpilz?

Eine eindeutige Erfolgsquote für die Heilung von Nagelpilz mit dem Laser liegt bislang heute nicht vor. Es zeigt sich allerdings, dass eine Kombinationstherapie aus Laserbehandlung und lokaler Anwendung von pilzabtötenden Mitteln sehr gute Erfolge erzielt. Daneben trägt auch das Verhalten des Patienten - bspw. ständiges Wechseln der Bettwäsche und Strümpfe, Reinigung der Füße sowie Desinfektion der Schuhe und Nagelfeilen - zu einem erfolgreichen Verlauf der Behandlung bei. 

Was sind die Kosten der Laserbehandlung gegen Nagelpilz und werden diese von der Krankenkasse übernommen?

Die Kosten der Laserbehandlung gegen Nagelpilz hängen u.a. vom Umfang des Pilzbefalls ab. In der Regel müssen Patienten mit Preisen zwischen 150 und 500 Euro pro Sitzung rechnen.

Patienten, die gesetzlich versichert sind, bekommen die Kosten für die Laserbehandlung des Nagelpilzes derzeit nicht erstattet, da es sich bei dieser Therapieform um eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) handelt. Einige private Krankenkassen zahlen die Therapie, sofern der behandelnde Arzt eine Notwendigkeit bescheinigt. 

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