Zecken

Zeckenbiss, FSME und Borreliose

Mit dem Anfang des Frühlings beginnt für viele die Wandersaison. Um eine der beliebtesten deutschen Freizeit- und Urlaubsaktivitäten unbeschwert genießen zu können, sollte man sich vorab über Risiken und Vorsorgemaßnahmen in Bezug auf Zeckenstiche informieren.

 

Informationen über Zeckenbiss, FSME und Borreliose

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Zecken befinden sich überwiegend in Laub- und Mischwäldern, in hochgewachsenem Gras, dichtem Unterholz oder Gebüsch, sowie im Laub - und nicht wie oft vermutet auf Bäumen. Im Normalfall halten sie sich zirka 10 bis 50 Zentimeter über dem Boden auf. Zecken zählen zu der Gruppe der Spinnentiere und ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Sie befallen Tiere und Menschen gleichermaßen und sind gesundheitsgefährdend, da sie Infektionskrankheiten, wie Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), übertragen können.

Was ist FSME und wie kann man sie vorbeugen?

FSME ist vor allem in Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern verbreitet. Eine Infektion mit dem FSME-Virus kann im schlimmsten Fall zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung führen. Daher wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin für Erwachsene und Kinder, die sich im Frühsommer und Herbst in FSME-Risikogebieten aufhalten, eine Impfung empfohlen. Um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, sind drei Impfungen notwendig. Nach dieser Grundimmunisierung sollte die Impfung alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Die Kosten für die Impfung werden bei Personen, die sich in Risikogebieten innerhalb Deutschlands aufhalten, von der Krankenkasse übernommen. Die Impfungen können in der Regel beim Hausarzt durchgeführt werden.

Was ist Borreliose?

Gegen die zweite im Zusammenhang mit Zecken häufig genannte Krankheit, die Borreliose, gibt es hingegen keinen Impfstoff. Das nach dem französischen Forscher Amédée Borrel benannte Bakterium kommt in ganz Deutschland vor, wird von Zecken (aber nicht von Mensch zu Mensch) übertragen, und kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen.

Diese lassen sich in drei Stadien gliedern:

1. Nach Tagen bis Wochen: Das wohl charakteristischste Merkmal ist die Wanderröte. Hierbei entsteht eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle des Zeckenbisses herum, welche sich im Zeitverlauf vergrößert. Es ist allerdings auch möglich mit Borreliose infiziert zu sein, ohne dass sich eine Wanderröte entwickelt. Andere typische Symptome dieses Stadiums sind Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerz, die allerdings auch bei einer Reihe anderer Erkrankungen auftreten, wodurch die Borreliose schwer diagnostizierbar ist.

Zecke auf der Haut2. Nach Wochen bis Monaten: Nach einem längeren Zeitraum können zudem Entzündungen des Gehirns, Rückenmarks, sämtlicher Nerven, Gelenk- und Muskelschmerzen, Augenentzündungen, gravierende Herzprobleme und weitere Symptome auftreten.

3. Nach Monaten bis Jahren: In seltenen Fällen können in späteren Stadien der Krankheit auch Hautverdünnung am Handrücken, Antriebsarmut, Gesichtslähmung oder Entzündungen der Gelenke auftreten.

Bedenken sollte man allerdings, dass sich das Borreliose-Bakterium im Darm der Zecke befindet, sodass es im Normalfall erst nach 12 bis 24 Stunden in die Blutbahn gelangen kann. Aufgrund des verzögerten Übertragungsweges, geht man von einem niedrigeren Borreliose-Infektionsrisiko aus, wenn die Zecke frühzeitig entdeckt und entfernt wird. Falls doch eine Behandlung notwendig ist, wird diese mit Hilfe eines Antibiotikums durchgeführt. Danach ist (trotz verbleibender Nachweisbarkeit von Antikörpern) von einer vollständigen Ausheilung auszugehen.

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Risikogebiete in Deutschland für FSME

Auf dieser Karte sehen Sie, wo überall in Deutschland ein erhöhtes FSME-Risiko besteht. Die hellblau eingefärbten Bereiche stellen keine Risikogebiete dar. Die dunkler eingefärbten Gebiete hingegen schon. 

Risikogebiet Zecken Deutschland

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Häufige Fragen (FAQ) zu Zeckenbissen

 Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Zur Zeckenentfernung eignen sich Zeckenkarte, -zange und -pinzette. Eine Zecke sollte immer vollständig entfernt werden. Dies gelingt durch kräftiges und gleichzeitig vorsichtiges Ziehen. Ein Quetschen des Tieres ist möglichst zu vermeiden - hierdurch könnten Bakterien oder Viren aus dem Zeckendarm in die Einstichstelle gelangen. Nach der Zeckenentfernung sollte die Einstichstelle desinfiziert werden.  

Muss man bei einem Zeckenstich zum Arzt?

Nicht bei jedem Zeckenstich ist ein Arztbesuch notwendig. Der Arzt sollte aber beispielsweise dann aufgesucht werden, wenn sich eine Zecke schon stark festgesaugt hat und deshalb schwer zu entfernen ist. Auch dann, wenn das Spinnentier nicht vollständig entfernt werden konnte oder Rötungen an der Einstichstelle auftreten, ist ein Arztbesuch sinnvoll. 

Welche Krankheiten werden von Zecken übertragen?

Nicht jede Zecke ist Träger von Infektionskrankheiten. Deutschlandweit können infizierte Zecken aber beispielsweise die Borreliose übertragen. In Süddeutschland ist außerdem eine Übertragung der Hirnhauterkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) möglich.

Wer sollte sich impfen lassen?

Eine Impfung kann vor FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) schützen. Die Impfung kann bei Erwachsenen und Kindern wichtig sein, die sich in Risikogebieten (im In- oder Ausland) häufig im Grünen bewegen. Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt kann im Einzelfall Aufschluss darüber geben, ob eine Impfung sinnvoll ist.

Wann ist die Zeckensaison?

Die typische Zeckensaison dauert in Mitteleuropa ungefähr von März bis Oktober. Mit geringerem Risiko sind die Spinnentiere zwar auch im Winter anzutreffen, meist werden sie aber erst bei milderen Temperaturen aktiv. Allgemein hemmen Kälte und starke Trockenheit die Zeckenaktivität.

Wie kann man eine Zecke sicher töten?

Zecken sind vergleichsweise robust gegenüber Wasser oder extremen Temperaturen. Ein sicheres Töten funktioniert vor allem durch Zerquetschen mit einem harten Gegenstand (beispielsweise mit einem Wasserglas). Eine Zecke sollte nicht mit den Fingernägeln zerquetscht werden, denn austretende Körperflüssigkeiten können Krankheitserreger enthalten.

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Videos zum Thema Zeckenbisse

Überall kann man sich eine Zecke einfangen: Im Wald, auf der Wiese, selbst in der Stadt auf einem Grünstreifen. Teilweise übertragen sie Krankheiten, die für Menschen gefährlich sein können, teils sogar lebensgefährlich. Wie sie richtig entfernt werden, unter anderem das zeigen wir in diesem Video.

Video Zecken

Sie wird höchstens einen halben Zentimeter groß und ist doch ganz schön fies: Ihr Biss kann Krankheitserreger übertragen. 25 Arten des kleinen Tieres gibt es in Deutschland, die bekannteste ist der Holzbock. Doch was ist das eigentlich für ein merkwürdiges Lebewesen - etwa ein Käfer oder ein Verwandter der Vampire?

Video Zecken Krankheiten

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Zeckenschutz

Wie kann man sich vor einem Zeckenbiss schützen?

Trotzdem ist es natürlich ratsam vorbeugend zu handeln, um das Risiko für eine Infektion zu minimieren. Daher sollte man auf festes Schuhwerk, lange Hosen und Oberteile während eines Waldspaziergangs in Risikogebieten achten. Dabei empfiehlt es sich beispielsweise die Hosenenden in die Socken oder Schuhe zu stecken, da dies der Zecke ein Anhaften auf der Haut erschwert. Durch ein Auftragen sogenannter Repellents auf der Haut werden Zecken und blutsaugende Insekten abgeschreckt. Zudem sollte der Körper nach dem Waldspaziergang sorgfältig auf Zecken abgesucht werden, da vor allem ausgewachsene Exemplare in der Lage sind sich an diesem entlang zu bewegen. Zecken bevorzugen dabei Körperregionen, die gut durchblutet sind und an denen sie möglichst lange unentdeckt verweilen können, da der Saugakt zur Nahrungsaufnahme mehrere Tage andauern kann. Bekannte Stellen an denen sie sich aufhalten, sind beispielsweise die Achseln, die Ellenbeugen oder die Kniekehlen. Neben dem gründlichen Absuchen des Körpers empfiehlt sich auch das Waschen oder Trocknen der Wanderbekleidung bei mindestens 60° Grad.

Falls man dennoch eine Zecke entdeckt, sollte diese vorsichtig mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange entfernt werden. Wichtige ist hierbei dass man das Hinterteil nicht zerquetscht. Außerdem sollte die Einstichstelle beobachtet werden. Tritt in den folgenden Tagen eine Hautrötung auf oder kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden, ist es ratsam einen Arzt zu konsultieren.

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Expertin für Zeckenbiss in Berlin

 Martina Schreen

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Winsstraße 56
10405 Berlin