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10Mär

Welche Lebensmittel beeinflussen die Medikamenteneinnahme?

Medikamenteneinnahme

Gerade in den Wintermonaten erfreuen sich Zitrusfrüchte wie bspw. Orangen, Mandarinen oder auch Grapefruits an großer Beliebtheit und gehören für viele zu einem gesunden Frühstück dazu. Doch leider bringen letztere nicht nur positive Eigenschaften, wie den hohen Vitamingehalt, mit sich, sondern auch negative: Die Grapefruit hemmt einige wichtige Stoffwechsel- und Verwertungsprozesse, was bei der Einnahme mancher Medikamente zu Komplikationen und unliebsamen Nebenwirkungen führen kann. Momentan gibt es 43 verschiedene Wirkstoffe, bei denen ein übermäßiger Verzehr der Zitrusfrucht Gefahren mit sich bringen kann. Hinzu kommt, dass jedes Jahr mehr Medikamente auf den Markt kommen, die im Zusammenhang mit der Grapefruit anders wirken.

Doch was verursacht die Nebenwirkungen? Die in der Grapefruit enthaltenen Nebenwirkungen FrüchteStoffe wirken hemmend auf das Cytochrom-3A4-Enzym. Dieses Enzym sitzt im Gewebe von Leber und Darm und reduziert die Wirkung vieler Medikamente. Wird dieses Enzym jedoch durch die Inhaltsstoffe der Grapefruit gehemmt, dann erreicht der Wirkstoff des jeweiligen Medikaments eine viel höhere Blutkonzentration. Bei einigen Arzneimitteln kann dies schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise bei Blutdruckmedikamenten wie Felodipin. Wer fünf Milligramm dieses Medikaments einnimmt, nimmt normalerweise nur 15% der Menge wirklich auf. Durch die zeitgleiche Nahrungsaufnahme einer Grapefruit kann die aufgenommene Wirkstoffmenge jedoch auf das dreifache ansteigen. Es kommt dann zu Nebenwirkungen, wie einem schnelleren Pulsschlag, Blutdruckabfall und Kopfschmerzen. Schlimmer kann es bei Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen ausfallen. Denn hier kann mit einer Überdosis genau das verursacht werden, was man eigentlich mit der Medikamentenaufnahme vermeiden wollte: Es können lebensbedrohliche Störungen des Herzrhythmus entstehen. Zudem hat die Grapefruit Auswirkungen auf verschiedene Krebsmedikamente, Immunsupressiva und Cholesterinsenker. Bei letzterem kann eine Überdosis einen rapiden Verlust an Muskelmasse bewirken. Grapefruit-Fans müssen aber nicht komplett auf den Vitamin-Lieferanten verzichten, da die genannten Nebenwirkungen meist erst bei sehr großen Mengen des Fruchtsafts auftreten. Dennoch empfehlen Experten immer eine Rücksprache mit dem Arzt, bevor die Einnahme gewisser Medikamente und der Verzehr von Grapefruits kombiniert werden.

Doch nicht nur die Grapefruit kann Wechselwirkungen mit Medikamenten hervorrufen, auch das als Heilpflanze bekannte Johanniskraut kann nicht immer unbedenklich eingenommen werden. Der Unterschied ist jedoch, dass beim Johanniskraut bereits sehr kleine Mengen genügen, um Schäden zu verursachen. Die Wechselwirkung ist jedoch eine andere. Und zwar wirkt das Johanniskraut nicht hemmend auf das Enzym CYP3A4 sondern führt zu einer vermehrten Produktion. Eine größere Menge CYP3A4 baut jedoch die Wirkstoffe der Medikamente schneller ab und die Arzneimittel können Ihre Wirkung nicht richtig entfalten. Dies kann beispielsweise bei der Antibabypille schwerwiegende Folgen haben, da die Wirksamkeit massiv beeinträchtigt wird, und Frauen ungewollt schwanger werden könnten. Wird das Johanniskraut nach einer Transplantation eingenommen, kann es sogar zu einer Transplantatabstoßung kommen.

Ein weiteres Produkt, welches nicht unbedacht zusammen mit Medikamenten eingenommen werden sollte, ist Milch. Der Grund hierfür ist in den chemischen Eigenschaften zu finden. Manche Antibiotika binden die Komplexe mit Kalzium. Hierdurch können die Wirkstoffe jedoch nicht mehr in den Blutkreislauf übertreten, sondern werden direkt ausgeschieden. Wenn man folglich sein Antibiotikum mit einem Glas Milch hinunterspült, kann nur ein geringer Bruchteil des Medikaments wirklich aufgenommen werden. Ähnliche Effekte wurden auch bei stark kalziumhaltigen Mineralwasser entdeckt.

Im Großen und Ganzen gibt es nur sehr wenige Lebensmittel, die im Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Diese wenigen Stoffe und Produkte sollte man jedoch kennen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob auch Ihr Medikament Wechselwirkungen bei der kombinierten Nahrungsaufnahme eines bestimmten Lebensmittel aufweist, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen, um unliebsame Nebenwirkungen auszuschließen.

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