Interviewserie
04Aug

Teil 5: Gesundes Zahnfleisch: Das Fundament für schöne Zähne

5. Teil der Interviewserie zum Thema „Ästhetik in der Zahnmedizin” mit dem Zahnarzt Dr. med. dent. Martin Desmyttère MSc aus München.

Dr. Martin Desmyttère - Zahnarzt München

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Dr. med. dent. Martin Desmyttère

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Zahnfleisch - Rot-Weiß-Ästhetik

Schöne, gepflegte Zähne sind die Voraussetzungen für ein perfektes Lächeln. Aber ein harmonisch und ästhetisch aussehendes Lächeln entsteht nur im Zusammenspiel von weißen Zähnen und gesundem Zahnfleisch. Mit dieser Optimierung von Symmetrie und Harmonie der Zähne des Zahnfleisches sowie der Lippen beschäftigt sich die „Rot-Weiß-Ästhetik”.

Das Zentrum für private Zahnheilkunde smileforever in München, unter der Leitung des renommierten Zahnarztes Dr. med. dent. Martin Desmyttère MSc, hat sich auf die Ästhetische Zahnmedizin spezialisiert. In einem Interview mit info Medizin hat uns Dr. Desmyttère interessante Fragen zum Thema „Rot-Weiß-Ästhetik“ beantwortet.

Herr Dr. Desmyttère, welche Rolle spielt das Zahnfleisch für ein schönes Lächeln?

Das Zahnfleisch spielt eine extrem wichtige Rolle für das Aussehen unseres Lächelns. Nur gesundes Zahnfleisch sieht auch gut aus. Starke Ablagerungen, Zahnstein oder alter Zahnersatz können zu starken Schwellungen und Rötungen des Zahnfleisches führen. Zumeist liegt hier eine Parodontitis vor. Solche Befunde sollten immer schleunigst behandelt werden. Denn: Gesundes Zahnfleisch bedeutet gesunder Knochen und gesunder Knochen bedeutet, dass die Zähne erhalten bleiben.

Wie sieht gesundes, schönes Zahnfleisch denn aus?

Es ist hellrosa und gestippelt. Gestippelt heißt, es sieht ein bisschen wie die Dellen oder „Dimples“ auf einem Golfball aus. Daran sieht man, dass das Zahnfleisch richtig angewachsen ist. Im Fachjargon nennen wir das auch „attached gingiva”. Wenn das Zahnfleisch also hellrosa und gestippelt ist, wissen wir, dass es gesund ist.

Welche Aspekte betrachten Sie innerhalb der Rot-Weiß-Ästhetik und welche Behandlungen sind hier möglich?

Bei der Rot-Weiß-Ästhetik geht es um ein harmonisch und ästhetisch aussehendes Gesamtbild des Lächelns, welches nur im Zusammenspiel von weißen Zähnen und gesundem Zahnfleisch entsteht. Geht etwa das Zahnfleisch zurück, wirken die Zähne zu lang. Ist ein „Zuviel” an Zahnfleisch vorhanden, sprechen wir von einem so genannten Gummy-Smile.

Oft sind parodontal-chirurgische Eingriffe notwendig, um die Rot-Weiß-Ästhetik bei Patienten wiederherzustellen. Wenn ein Patient bspw. sehr lange Zähne hat, machen wir eine so genannte Rezessions-Deckung, eine klinische Kronenrandverkürzung. Dabei wird das Zahnfleisch über den freiliegenden Zahnhals geschoben und mit dem Schmelzmatrixprotein Emdogain befestigt. Dieses verwende ich bereits seit über zehn Jahren. Es funktioniert sehr gut und sieht optisch hervorragend aus. Oft wird eine Emdogain-Behandlung mit weiteren Maßnahmen kombiniert, wie etwa mit kleinen Zahnhals-Veneers, Zahnhals-Keramik-Inlays oder Kompositfüllungen. So erhält der Zahn wieder die Form, die er früher hatte

Auch interdentaler Knochenaufbau ist in Sachen Rot-Weiß-Ästhetik ein Thema. Gerade im Frontzahnbereich ist es problematisch. Denn wenn der Knochen schrumpft, verringert sich auch das Zahnfleisch. Dadurch sehen die Zähne länger aus - das harmonische Gesamtbild ist gestört. Dies sind alles Kriterien, die ich bei meinen Patienten im Rahmen der Rot-Weiß-Ästhetik betrachte.

Eine Alternativmöglichkeit zu einer Operation ist übrigens das Auffüllen der Papillen mit Hyaluronsäure. Hierbei handelt es sich aber um ein temporäres Ergebnis, das man in regelmäßigen Abständen auffrischen muss.

Was genau versteht man unter „Gummy Smile” und wie behandeln sie Patienten mit diesem Problem?

Wie eben erwähnt, sieht man bei Menschen mit einem Gummy Smile beim Lachen sehr viel Zahnfleisch. Dies lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. So kann eine Fehlstellung des Oberkiefers vorliegen, die Zähne des Oberkiefers zu kurz sein oder die Lippen-Lachlinie zu hoch ausfallen. Ein weiterer Grund kann auch sein, dass die Zähne zu tief im Zahnfleisch stecken. Dies kann man durch parodontal-chirurgische Maßnahmen, wie etwa einer Gingvivektomie verbessern. Wenn sich die Lippe beim Lachen extrem nach oben hebt, kann dies auch minimalinvasiv mit Botox behandelt werden. Oft wird eine Kombination verschiedener Behandlungsgmöglichkeiten empfohlen: Zahnersatz, Zahnfleischbehandlung und Botulinumtoxin.

Welche Ursachen kann der Rückgang von natürlichem Zahnfleisch und dadurch freiliegende Zahnhälse haben und wie behandeln Sie solche Befunde?

Einem Rückgang des Zahnfleischs liegt nicht immer eine Entzündung zugrunde. Bei Patienten, die eine kieferorthopädische Behandlung hinter sich haben, kommt es bspw. häufig vor, dass weniger Zahnfleisch vorhanden ist. Der Kieferorthopäde dehnt den Kiefer zunächst, um die schiefen Zähne wieder gerade in eine Reihe stellen zu können. Dadurch werden die Zähne aber weiter nach außen gestellt, sodass sich weniger Zahnfleisch über dem Knochen befindet.

Parodontitis Überblick Krankheitsverlauf

Abb.: Verlauf einer Parodontitis-Erkrankung

Links: Gesunder Zahn | Mitte: Zahn mit erstem Belag und leicht entzündetem Zahnfleisch | Rechts: Fortgeschrittene Parodontitis mit stark entzündetem Zahnfleisch 


Daneben wird ein entzündungsfreier Zahnfleischrückgang durch verschiedene Belastungen wie Essen und Zähneputzen verursacht. In diesen Fällen spricht man von einer Parodontose, die ganz klar von einer entzündlichen Parodontitis zu unterscheiden ist. Letztere muss immer behandelt werden. Parodontose dagegen hat keinerlei Auswirkungen auf den Zahnverlust. Dennoch können dadurch die Zähne ästhetisch unbefriedigend aussehen. Hier kann man das noch vorhandene Zahnfleisch über den Zahnhals ziehen, indem es mittels eines Schleimhautbindegewebstransplantates verdickt wird. Diese so genannte Kronenrandverkürzung verkleinert die Zähne optisch und erzeugt ein harmonischeres Bild. Auch in gesundheitlicher Hinsicht entstehen Vorteile, da freiliegende Zahnhälse eine Grundlage für Zahnhals-Karies oder Dentinverlust bieten.

Welche ästhetischen und gesundheitlichen Probleme entstehen in Bezug auf das Zahnfleisch bei Parodontitis?

Die gesundheitlichen Probleme sind bei Parodontitis wirklich immens. Parodontitis kann im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt verursachen. So können Keime in die Blutbahn bis zum Herzen gelangen. Parodontitis-Therapie ist somit auch immer eine „Herzinfarkt-Prophylaxe”. Bei smileforever machen wir daher grundsätzlich immer einen Bakterientest, um festzustellen, welche Keime sich im Mund des Patienten befinden. So kann ich sehen, ob er anfällig für Parodontitis ist und ggf. eine Behandlung einleiten.

Welche chirurgischen Schritte sind notwendig, um Parodontitis zu behandeln?

Die Keimbeseitigung ist grundsätzlich der wichtigste Schritt bei der Behandlung von Parodontitis. Hierbei werden möglichst alle Beläge entfernt und eine Tiefenreinigung bzw. Wurzelglättung betrieben. Bei diesem Vorgang wird der Biofilm entfernt, auf dem sich Keime ansiedeln können. Parodontalchirurgische Eingriffe finden auf mikrochirurgischer Ebene statt und sind sehr kompliziert. Deshalb sollten sie auch nur von Experten durchgeführt werden, um keine Schäden am Zahnfleisch zu riskieren. Schließlich steht die Gesundheit an erster Stelle. Erst danach können ästhetische Probleme, beispielsweise durch Knochenaufbau, Implantate oder Zahnfleischergänzungsmaßnahmen, behandelt werden.

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