Hautkrebs

Hautkrebs - Vorsorge und Behandlung

Eine regelmäßige Vorsorge und eine frühzeitige Erkennung sind zur Bekämpfung von Hautkrebs von enormer Wichtigkeit.

 
ÜBERSICHT
Wer ist besonders betroffen? Hohes Risiko bei sehr heller Haut, Neigung zu Sonnenbrand, mehr als 50 Leberflecken, die einen Durchmesser größer als 5mm haben
Symptome/Anzeichen Neu entstandene, auffällig aussehende Leberflecken (unregelmäßig, groß, unregelmäßig gefärbt)
Diagnose Dermaskopie
Behandlungsmethode Laser, operativ, gff. anschließend Chemotherapie
Kosten Ab 35 Jahren alle zwei Jahre von Krankenkasse übernommen, sonst ca. 130€ pro Untersuchung

Informationen über Hautkrebs, Hautkrebsscreening und Behandlung

Nicht nur in der Sommersaison ist gebräunte Haut sehr gefragt. Wer nicht in den Urlaub fährt, sorgt häufig mit Selbstbräuner aus dem Drogeriemarkt, per Airbrush-Technik aufgetragenem Fake-Tan oder Solariumsbesuchen für einen gleichmäßig gebräunten Hautton. Während in vielen Ländern Asiens und Afrikas besonders helle Haut gefragt ist, gilt hierzulande eine leichte Urlaubsbräune rund ums Jahr als Symbol für Gesundheit, Fitness und Attraktivität.

Doch wenn die Haut im Übermaß und regelmäßig starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt wird, hat das auch seine Schattenseiten. Hautärzte warnen davor, sich ohne ausreichenden Schutz in der Sonne aufzuhalten, da jeder Sonnenbrand insbesondere im Kindesalter das Risiko einer späteren Hautkrebserkrankung erhöht. Auch können Sonnenstrahlen das Gewebe schädigen, obwohl nach dem Sonnenbad kaum sichtbaren Spuren auf der Haut zurückgeblieben sind: Verantwortlich sind in solchen Fällen die so genannten UVA-Strahlen, die im Sonnenlicht enthalten sind, und im Gegensatz zu UVB-Strahlen nur für eine kurzfristige Bräunung der Haut sorgen. Im Gewebe bewirken sie jedoch eine beschleunigte Hautalterung und können die Entstehung des gefürchteten schwarzen Hautkrebses auslösen. Ausreichender UVB- und UVA-Schutz sind deshalb unerlässlich, um der Entstehung von Hautkrebs vorzubeugen.

Wissenswertes über Hautkrebs, Risikofaktoren, besonders gefährdete Personengruppen, aber auch über die Möglichkeiten der Hautkrebsvorsorge und Hautkrebsfrüherkennung (Hautscreening) sowie der Therapie können Sie auf diesen Info-Seiten nachlesen. So steht dem entspannten Strandurlaub oder dem Genuss der ersten Frühlingssonne nichts mehr im Weg.

Hautkrebsvorbeugung

HautkrebsDer Schutz vor Hautkrebs besteht vor allem in einem maßvollen Umgang mit der Sonne. Denn neben der genetischen Disposition ist die Sonne der wichtigste Faktor bei der Entstehung von Hautkrebs. Wie eine effiziente Hautkrebsprophylaxe und ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Sonne aussehen, erfahren Sie auf dieser Seite.

Worauf muss ich beim Sonnenbaden achten?

An schönen, warmen Tagen legen sich viele Menschen gerne in die Sonne. Dagegen ist prinzipiell nur wenig einzuwenden. Allerdings sollten besonders diejenigen, bei denen ein erhöhtes Hautkrebsrisiko vorliegt, beim Sonnenbaden gewisse Regeln beachten.

“So sollten Sonnenbäder nur mit einem dem Hauttyp entsprechenden Sonnenschutz stattfinden und besonders empfindliche Körperpartien mit Kleidung bedeckt werden”, rät Dr. Ute Gleichmann, Fachärztin für Dermatologie und Phlebologie in Bad Oeynhausen. Grundsätzlich sind lange Aufenthaltszeiten in der Sonne zu meiden: Die maximale Verweildauer, die mit dem verwendeten Lichtschutzfaktor erreicht werden kann, sollte nicht überschritten werden.

Für die Berechnung der Zeitspanne, die eine Person mit geeigneter Sonnencreme höchstens in der Sonne bleiben darf, reicht es aus, die Eigenschutzzeit der Haut (die Zeit, die jemand in der Sonne verbringen kann, ohne dass sich die Haut rötet) mit dem Lichtschutzfaktor der Sonnencreme zu multiplizieren. Bei extrem heller Haut beträgt die Eigenschutzzeit häufig nur fünf Minuten, sodass mit Lichtschutzfaktor 30 eine maximale Verweildauer von zweieinhalb Stunden erreicht wird. Auch durch Nachcremen wird diese Zeitspanne nicht verlängert!

Was viele nicht wissen: Nicht nur in der Sonne, auch im Schatten ist Sonnenschutz ein Muss, da auch dort UV-Strahlung vorhanden ist, wenn auch weniger intensiv. Weitere Irrtümer und Mythen über Sonnenschutz und Hautkrebs haben wir hier für Sie zusammengefasst: Irrtümer und Mythen über Hautkrebs und Sonnenschutz

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Hautkrebsarten

Hautkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung: Jährlich erkranken etwa 18 000 Menschen an dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs, 160 000 bis 170 000 an weißem Hautkrebs. Beim schwarzen Hautkrebs ist die Mortalität jedoch deutlich höher als bei weißem Hautkrebs.

Malignes Melanom/ schwarzer Hautkrebs

Trotz intensiver Aufklärungskampagnen nimmt die Zahl der Neuerkrankungen zu. Der so genannte schwarze Hautkrebs kann bei Menschen jeden Alters auftreten und verläuft oft tödlich, wenn er nicht rechtzeitig erkannt wird, da das aggressive Melanom sich durch Blutbahnen und Lymphgefäße ausdehnt und schon in kurzer Zeit Metastasen bildet. In fortgeschrittenem Stadium ist die Prognose sehr ungünstig. Ein malignes Melanom macht sich dadurch bemerkbar, dass bislang unauffällige Leberflecke größer werden, ihre Farbe ändern oder anfangen zu jucken. Ungefähr 40 Prozent aller Erkrankungen gehen von Muttermalen aus. Auch Hautpartien, die dunkler gefärbt sind, sind betroffen

Gefährdet sind besonders Menschen mit heller Haut, einer hellen Augenfarbe sowie einer großen Anzahl von Muttermalen. Eine verstärkte Sonnenbrandneigung sowie Sonnenbäder und Solariumsbesuche erhöhen das Risiko eines malignen Melanoms. Die Ursache dieser Krebsart scheint im Gegensatz zu anderen Hautkrebsvarianten eine kurze, intensive UV-Exposition zu sein.

Bei dem geringsten Verdacht auf ein malignes Melanom sollte so bald wie möglich ein Hautarzt aufgesucht werden: Je früher der gefährliche Hautkrebs behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Besonders verdächtige Hautmale, die nach der “ABCD-Regel” als gefährlich eingestuft werden, sollten prophylaktisch entfernt werden.

Weißer Hautkrebs

Der weiße Hautkrebs tritt ungefähr zehn Mal so häufig auf wie gefährlichere schwarze Hautkrebs. Erkennen kann man Frühformen, die sogenannten aktinischen Keratosen daran, dass rote Flecken oder schuppige Erhebungen auftreten, meistens im Gesicht oder insbesondere bei Männern im Bereich der Kopfhaut. Diese können sich in weißen Hautkrebs umwandeln und sollten deshalb unbedingt behandelt werden.  Weißer Hautkrebs, der insbesondere bei älteren Patienten auftritt,  bildet nur in sehr seltenen Fällen Metastasen, nämlich dann, wenn die Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten ist. Daher reicht eine operative Entfernung der betroffenen Stelle mit einem Sicherheitsrand von mehreren Millimetern meist aus. Um der Bildung gefährlicher Metastasen vorzubeugen, sollte bei einem Hautkrebs-Screening auch auf das Vorkommen des weißen Hautkrebses geachtet werden. So genannte Basallzellkarzinome (oder “Basaliome”) sind dabei die am häufigsten vorkommende Arten des weißen Hautkrebs. Daneben treten auch Plattenepithelkarzinome auf, deren Therapie weitgehend identisch ist.

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Risikofaktoren

Besonders für den Hautkrebs gilt, dass Vorbeugen besser ist als Heilen. Schließlich ist es vor allem von unserem Verhalten abhängig, ob es zur Entstehung von gut- oder sogar bösartigen Tumoren der Haut kommt. Ein ausreichender Sonnenschutz ist das A und O einer erfolgreichen Hautkrebsprophylaxe. Menschen, die aufgrund ihres Hauttyps ein ohnehin erhöhtes Hautkrebsrisiko haben, sollten verstärkt darauf achten, weitere Risikofaktoren, wie Hautkrebs in der Familie, auszuschließen.

Helle Haut erhöht Hautkrebsrisiko

Je heller der Hauttyp, desto größer das Risiko einer Hautkrebserkrankung. Besonders der Hauttyp 1, mit einer starken Sonnenbrandneigung und nur sehr wenig Bräunung, ist gefährdet. Je dunkler die Haut ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken. Der wichtigste Risikofaktor ist jedoch der persönliche Umgang mit Sonnenstrahlen. Wie gut wir uns davor schützen.

Riskante Sonnenbäder und Solariumsbesuche

Bei der Entstehung des weißen Hautkrebs spielt die über die Jahre aufgenommene Gesamtmenge von UV-Strahlen eine wichtige Rolle. Wer als Kind häufig Sonnenbrand hatte und über sein Leben verteilt viele UV-Strahlen aufgenommen hat, neigt zur Entstehung von so genanntem Basallzell- oder Stachelzellenkrebs. Dabei scheint die in jungen Jahren von der Haut aufgenommene Menge an Sonnenstrahlung besonders stark zur Erhöhung des Hautkrebsrisikos beizutragen.

Die Wahrscheinlichkeit, mit der es zur Entstehung eines malignen Melanoms kommt, hängt hingegen auch mit der Anzahl der Muttermale zusammen: Wer mehr als 50 Muttermale aufweist, dessen Risiko einer Hautkrebserkrankung ist erhöht. Besonders dann, wenn einer oder mehrere Leberflecke einen Durchmesser von fünf Millimetern oder mehr aufweisen, deutet das auf ein erhöhtes Risiko hin. Seit einiger Zeit stehen Solarien im Verdacht, die Entstehung maligner Melanome zu begünstigen, da die Strahlung auf der Sonnenbank um ein Vielfaches höher ist, als in der Mittagssonne am Mittelmeer. Intensive UV-Strahlung wird mit einem deutlich erhöhten Risiko für die Entstehung von schwarzem Hautkrebs in Verbindung gebracht – auch dann, wenn die Besuche auf der Sonnenbank nur kurz ausfallen.

Immunsuppression

Auch Menschen mit einem unterdrückten Immunsystem, z. B. infolge einer Organtransplantation oder einer Immunerkrankung, haben ein gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen erhöhtes Hautkrebsrisiko und neigen zur Entstehung von weißem Hautkrebs. Idealerweise sollten sie es vermeiden, ihre Haut zu sehr der Sonne auszusetzen, oder auch entsprechenden Lichtschutz achten.

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Hauttyp testen - Welchen Sonnenschutz brauchen Sie?

Abhängig vom Hauttyp sollte der Sonnenschutz unterschiedlich stark ausfallen. Je heller man ist, desto mehr muss man auf ausreichend UV-Schutz achten. Insgesamt gibt es 5 verschiedene Hauttypen - von sehr hell bis ganz dunkel.

Testen Sie auf info Medizin, welcher Hauttyp Sie sind und welcher Sonnenschutzfaktor der richtige für Sie ist:

Hier geht es zum Test: Hauttyp Test

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Kosten der Hautkrebsvorsorge

In Deutschland ist für über 35-Jährige alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening im Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. In Österreich hingegen werden die Kosten der Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchungen nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Um Hautkrebsherde und ihre Vorstufen sicher und möglichst frühzeitig zu erkennen, sollten jedoch regelmäßig dermoskopische Untersuchungen der Haut stattfinden. Auf diese Weise lassen sich gut- und bösartige Tumore von einem geschulten Untersucher sicher erkennen.

Die Dermatoskopie sowie die Verwendung einer speziellen Software (bspw. VivaScope oder FotoFinder) zur Erkennung von Hautveränderungen sind jedoch Leistungen, deren Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Je nach untersuchendem Arzt betragen die Kosten in der Regel ca. 130 Euro.

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Videos zu Hautkrebs und Hautkrebsvorsorge

Dieser sehr informative WDR-Beitrag gibt Ihnen anhand von Fallbeispielen und Experteninterviews Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Thema Hautkrebsvorsorge.




In diesem Video erhalten Sie Informationen zum Thema Hautkrebsvorsorge mittels moderner Techniken wie der computerassistierten Videodokumentation.


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Häufige Fragen zu Hautkrebs und Vorsorge

Wie schütze ich mein Kind vor Hautkrebs?

Jeder Sonnenbrand, insbesondere im Kindesalter, erhöht die Wahrscheinlichkeit, später an Hautkrebs zu erkranken. Deshalb sollte die empfindliche Kinderhaut sorgfältig vor der Sonne geschützt werden. Je heller der Hauttyp, desto mehr Wert sollte man auf einen guten Sonnenschutz legen. Mit langärmeliger Kleidung auch im Sommer, einem Sonnenhut sowie Sonnencreme an den exponierten Stellen sollten Kinder besonders im Sommer vor Sonnenbränden geschützt werden. Während des Badeurlaubs gilt es, auf Sonnenexposition in den Mittagsstunden, d.h. zwischen 12 und 15 Uhr, zu verzichten, das Kind regelmäßig und besonders nach dem Baden und Abtrocknen mit einer wasserfesten Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen und bei längerem Aufenthalt im Wasser das Kind nicht ohne zusätzlichen Sonnenschutz, zum Beispiel in Form eines T-Shirts, ins Wasser zu lassen.

Bezahlt die Krankenkasse Untersuchungen zur Früherkennung von Hautkrebs?

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen Untersuchungen zur Hautkrebs-Früherkennung alle zwei Jahre, einige Krankenkassen auch jährlich. In Österreich übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für Hautkrebs-Screenings leider nicht. Für eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop müssen Patienten häufig eine Zuzahlung aus eigener Tasche leisten.

Wie oft sollte ich zur Hautkrebs-Früherkennung beim Hautarzt gehen?

Ein jährliches Check-up wird empfohlen und auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sehr hellhäutige Menschen (Hauttypen I und II) sowie solche mit besonders vielen Leberflecken (mehr als 50) oder mindestens einem Leberfleck mit großem Durchmesser (5mm) sollten diese Möglichkeiten der Früherkennung besonders gewissenhaft wahrnehmen.

Begünstigen Solariumsbesuche das Hautkrebsrisiko?

Wissenschaftlichen Studien zufolge erhöhen Besuche im Solarium das Risiko einer Hautkrebserkrankung. Je früher und je häufiger diese stattfinden, desto negativer wirkt sich das auf das Hautkrebsrisiko aus. Das Risiko von Solariumsbesuchern ist im Vergleich zu Menschen, die nie auf der Sonnenbank waren, um 20 Prozent erhöht. Bei unter 35 Jährigen steigt die Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken sogar um 87 Prozent an! Wer dennoch auf die Sonnenbank gehen möchte, sollte einige Punkte beachten. Dazu hat das Bundesministerium für Strahlenschutz eine Broschüre herausgegeben.

Woran erkenne ich einen potenziellen Hautkrebsherd? / Wie sieht Hautkrebs aus?

Der besonders gefürchtete schwarze Hautkrebs entsteht in ungefähr 40 Prozent der Fälle aus einem Muttermal. Besonders Menschen mit vielen Leberflecken sollten diese deshalb regelmäßig selbst kontrollieren und in regelmäßigen Abständen zum Hautkrebsscreeing beim Hautarzt gehen.

Bei der Selbstuntersuchung sollte auf Veränderungen in Form und Farbe geachtet werden. Hierbei hilft die sogenannte ABCD-Regel: Asymmetrien, unscharfe oder unregelmäßige Begrenzungen, ungleichmäßige Pigmentierung oder Mehrfarbigkeit (Color), ein Durchmesser, der mehr als 5 mm beträgt und Erhabenheit bzw. Entwicklung neuer Leberflecken sind Warnzeichen, bei denen ein Kontrollbesuch beim Hautarzt wahrgenommen werden sollte. Auch juckende und blutende Muttermale sollten von einem Dermatologen abgeklärt werden.

Ist Hautkrebs vererbbar?

Diese Frage wurde von Dr. Ute Gleichmann beantwortet: Expertenantwort von Dr. Ute Gleichmann

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Hautkrebsvorsorge / Hautscreening

Ein zentraler Bestandteil der Hautkrebsvorsorge ist, neben einem maßvollen Umgang mit der Sonne sowie selbstständigen Kontrollen der Haut, ein regelmäßiger Check-up bzw. ein Hautkrebsscreening beim Hautarzt. Besonders hellhäutige Menschen mit vielen Muttermalen sollten ihre Haut einmal pro Jahr untersuchen lassen, da ihr Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, gegenüber Menschen mit einer dunkleren Haut deutlich vergrößert ist. Werden Vorstufen von weißem Hautkrebs rechtzeitig erkannt, kann mit einer speziellen Behandlung der Bildung eines Karzinoms vorgebeugt werden. Wird der besonders bösartige schwarze Hautkrebs frühzeitig erkannt und entfernt, ist die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Heilung sehr hoch.

Wer sollte sich durchchecken lassen?

Menschen, die zu einer der Risikogruppen gehören, sollten regelmäßig Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, die von qualifizierten Hautärzten angeboten werden. Erhöht ist das Risiko für Hautkrebs u.a. bei

  • sehr heller Hautfarbe,
  • Neigung zu Sonnenbrand,
  • mehr als 50 Leberflecken oder einzelnen Muttermalen, die einen Durchmesser von mehr als fünf Millimetern aufweisen.

Werden Hautkrebsherde in einem frühen Stadium erkannt, können diese in den meisten Fällen vollständig entfernt werden.

Was Sie vor dem Hautscreening beachten sollten

Wenn ein Termin für die Hautkrebsvorsorge feststeht, empfiehlt es sich, einige Dinge zu beachten, damit der Hautarzt die Untersuchung möglichst ohne Einschränkungen durchführen und Sie optimal begutachten kann kann. Welche Maßnahmen Sie vor dem Hautscreening-Termin machen können, haben wir im Folgenden für Sie aufgelistet:

  • Lasse Sie Ihre Haare offen: Verwenden Sie zudem möglichst kein Haarspray oder andere Styling-Produkte, damit der Hautarzt auch Ihre Kopfhaut nach Muttermalen oder Veränderungen absuchen kann.
  • Tragen Sie kein oder kaum Make-up: Gerade weißer Hautkrebs ist unter Schminke schlecht zu erkennen. Ermöglichen Sie dem Hautarzt daher eine "freie, unverfälschte Sicht" auf ihre Gesicht.
  • Körperschmuck ablegen: Falls Sie große Ringe oder Piercings tragen, die möglicherweise größere Hautbereiche und somit auch eventuelle Muttermale verdecken, sollten Sie den Körperschmuck für den Termin ablegen.
  • Tragen Sie keinen Nagellack: Auch unter den Nägeln kann Hautkrebs entstehen. Lassen Sie daher sowohl an Fingern als auch an Füßen die Nägel frei von Nagellack.
  • Untersuchen Sie sich selbst: Wenn Sie sich regelmäßig selbst nach veränderten Muttermalen oder Hautstellen absuchen, dann merken Sie sich eventuell auffällige Befunde. Sollte der Arzt diese während der Untersuchung übersehen oder nicht ansprechen, fragen Sie ihn und zeigen Sie ihm die entsprechenden Stellen.

Ablauf des Hautscreenings

Neben einem angemessenen Sonnenschutz tragen auch regelmäßige, d.h. jährlich stattfindende Screenings durch einen Hautarzt einen wichtigen Teil zur persönlichen Hautkrebsvorsorge bei. In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 alle zwei Jahre Anspruch auf diese Früherkennungsuntersuchung. Dabei wird die gesamte Haut am Körper, einschließlich der Kopfhaut sowie der Schleimhäute, auf mögliche Hautkrebsherde untersucht. In Österreich hingegen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherungen bislang nicht die Kosten von Hautkrebs-Screenings.

Dermatoskopie

Im Gegensatz zu dieser standardisierten Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung, deren Kosten von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wird die Dermatoskopie nicht mit dem bloßen Auge vorgenommen, sondern mit einem speziellen Mikroskop durchgeführt. Mit einem so genannten Auflicht-Mikroskop lassen sich Veränderungen der Haut zuverlässig beurteilen und Hauttumore als gut- oder bösartig erkennen. Die Software ermöglicht es die einzelnen Muttermale auf bestimmte Kriterien hin zu überprüfen.

Zusätzlich kann in entsprechend ausgerüsteten Hautarzt-Praxen auch die Überwachung der Haut und auffälliger Veränderungen über einen längeren Zeitraum vorgenommen werden. Dazu wird der Hautzustand fotografisch mittels Videodermatoskopie (bspw. FotoFinder) festgehalten, anschließend vergleicht eine entsprechende Software das aktuelle Hautbild mit früheren Befunden. Eventuelle Veränderungen können auf diese Weise schnell erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Einzelne Krankenkassen übernehmen auch die Kosten für weitergehende Untersuchungen, jüngere Patienten oder für Screenings in kürzeren Intervallen.

Vitalhistologie

Dank der auflichtmikroskopischen Vitalhistologie können Hautveränderungen noch früher als bisher erkannt werden. Die Vitalhistologie stellt ein besonders modernes Untersuchungsverfahren in der Hautkrebsfrüherkennung dar. Bislang steht diese Technologie nur ausgewählten Kliniken und Praxen in Deutschland zur Verfügung (bspw. setzt der Facharzt für Dermatologie Dr. med. Stefan Sünkel die Vitalhistologie in seiner Praxis in Starnberg ein). 

Das Besondere an der Vitalhistologie: Eine Biopsie, d.h. Gewebeentnahme der verdächtigen Hautstelle, ist nicht mehr nötig, um eine eindeutige Diagnose zu stellen. In der Regel wird das operativ entfernte Gewebe im Labor untersucht. Der Patient erhält so erst nach einigen Tagen ein Ergebnis. Die Vitalhistologie kann diese konventionelle histologische Untersuchung ersetzen, da sie eine lückenlose Aufnahme der Haut ermöglicht. Eine genaue Untersuchung der Zellen ist somit völlig ohne Verletzung des Gewebes möglich. Zudem werden die Daten jeder Untersuchung gespeichert, sodass bei allen Folgeuntersuchungen eine Vergleichbarkeit vorhanden ist.

Mithilfe der Vitalhistologie ist somit ein Befund und eventuelle Behandlungsplanung direkt vor Ort in der Praxis möglich.

Hautkrebsvorsorge / Hautscreening beim Dermatologen

Wer an einer Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung interessiert ist, sollte diese von einem speziell geschulten Facharzt für Dermatologie vornehmen lassen. “Sowohl die Untersuchung mit bloßem Auge als auch die Auflicht-Mikroskopie setzen voraus, dass der Arzt die Warnzeichen kennt und aus Erfahrung weiß, worauf er bei der Hautkrebs-Früherkennung besonders achten muss”, erklärt Dr. med. Christian Fellenz, Facharzt für Dermatologie in Wien.

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Mehr zum Thema Hautkrebsvorsorge erfahren Sie in dem „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe

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Hautkrebsbehandlung - Therapiemöglichkeiten

Ein maßvoller Umgang mit der Sonne sowie regelmäßige Vorsorgeuntersuchung können keinen hundertprozentigen Schutz vor Hautkrebs bieten. Je früher ein Hautkrebsherd jedoch erkannt wird, desto größer ist die Chance, dass er vollständig geheilt werden kann.

Zur Therapie von Hautkrebs stehen unterschiedliche Vorgehensweisen zur Verfügung. Bei fast allen Hautkrebsarten setzen Mediziner allerdings auf eine operative Entfernung der Hautveränderungen. Einige Erkrankungsformen lassen sich alternativ aber auch durch Creme-Behandlungen, Lichttherapie oder Bestrahlung effektiv behandeln. Weitere mögliche Behandlungsformen sind Systemtherapien sowie Immun- oder Chemotherapien.

Behandlung von Vorstufen des weißen Hautkrebses - Aktinische Keratose

Zu den wichtigsten Vorstufen beim weißen Hautkrebs zählen aktinische Keratosen, die sich nach dauerhafter UV-Einwirkung vor allem im Gesicht und am Kopf finden. Einzelne aktinische Keratosen werden operativ entfernt oder vereist (Kryotherapie) und heilen anschließend problemlos ab - ähnlich wie eine Schürfwunde.

Creme-Therapie

Eine weitere Option sind Diclofenac-haltige Cremes, die nach drei-monatiger Anwendung bei etwa fünfzig Prozent aller Patienten eine vollständige und bei weiteren dreißig Prozent eine teilweise Rückbildung der aktinischen Keratosen bewirken. Die Behandlung hat außer einer leichten Rötung keinerlei Begleiterscheinungen.

Imiquimod 

Seit 2011 ist auch der Wirkstoff Imiquimod für die Therapie aktinischer Keratosen zugelassen. Dieses führt zu einer starken Entzündungsreaktion, die zum Teil mit Nässen und Krustenbildung einhergeht. Bei dieser Therapieform wird das Tumorgewebe durch das körpereigene Immunsystem abgestoßen. Eine Abheilung erfolgt bei etwa 80 Prozent aller Behandelten. Allerdings kommt es nach der Verabreichung relativ häufig zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Juckreiz, Ausschlag, Brennen, Rötung und Nekrose.

Photodynamische Therapie (PDT)

Eine weitere moderne Behandlungsform des weißen Hautkrebses ist die photodynamische Therapie (PDT). Bei dieser wird das betroffene Areal zunächst mit einer Licht-sensibilisierenden Creme behandelt, die sich im Tumorgewebe anreichert. Anschließend erfolgt für etwa sieben bis zehn Minuten eine Bestrahlung mit rotem oder blauem Licht. Der Einsatz eines fraktionierten CO2-Lasers sorgt für noch effektivere Ergebnisse. Gesunde umliegende Haut- und Gewebezellen werden durch diese Behandlung nicht geschädigt. Die durch die PDT entstehenden Krusten sowie mögliche Rötungen sind nach etwa einer Woche abgeheilt.

Behandlung von weißem Hautkrebs

Die häufigsten hellen Hauttumoren sind Basalzellkarzinome. Als Standard-Behandlung gilt hier die operative Entfernung. Im Anfangsstadium oder bei oberflächlicher Ausprägung kommen aber auch Verfahren wie die Kältetherapie (Kryotherapie), die Ausschabung (Kürettage), die photodynamische Therapie (PDT) oder die Lasertherapie infrage.

Operative Entfernung

Durch die operative Exzision lässt sich in 95 Prozent aller Fälle eine dauerhafte Heilung erzielen. Bei kleinen Tumoren wird dabei ein Sicherheitsabstand von wenigen Millimetern eingehalten, während im Gesicht und in anderen problematischen Bereichen sowie bei größeren Karzinomen die mikrographische Chirurgie zur Anwendung kommt. Bei diesem gewebsschonenden Verfahren wird der Tumor möglichst knapp entfernt und anschließend mikroskopisch untersucht. Sind in den Schnitträndern noch Tumorzellen vorhanden, erfolgt eine weitere Operation zur vollständigen Entfernung des entarteten Gewebes.

Ausschabung

Die Kürettage, die Ausschabung mittels Ringmesser oder scharfem Löffel, eignet sich für kleine und oberflächliche Basaliome des Rumpfes. Zur Zerstörung von Tumorresten kann die entstehende Wunde durch Kryotherapie oder Kauterisation (Stromabtragung) nachbehandelt werden. Das Rezidivrisiko ist bei diesem Verfahren jedoch mit circa zehn Prozent relativ hoch.

Creme basierende Chemo- und Immuntherapieverfahren

Zur alternativen Behandlung oberflächlicher Basalzellkarzinome können außerdem äußerliche Chemo- und Immuntherapieverfahren mit Hilfe spezieller Cremes eingesetzt werden. Hierbei ist eine konsequente und exakte Anwendung der Wirkstoffe entscheidend für den Therapieerfolg. Im Allgemeinen erfolgt die Behandlung einmal täglich für fünf Tage pro Woche über einen Zeitraum von sechs Wochen. Durch diese einfach anzuwendende Therapiemethode lässt sich eine Operation häufig vermeiden. Nachteilig sind jedoch die im Verlauf der Behandlung auftretenden stark entzündlichen Hautreaktionen.

Kryotherapie 

Bei der Kryotherapie wird flüssiger Stickstoff verwendet, um dem Tumorgewebe mit Temperaturen von minus 70 °C bis minus 196 °C zu Leibe zu rücken. Dieses Verfahren bietet vor allem bei älteren Patienten, oberflächlichen Basaliomen am Rumpf und ungünstigen Lokalisationen Vorteile gegenüber der Operation.

Strahlentherapie 

Können Basalzellkarzinome bei Patienten höheren Alters nicht operiert werden, stellt darüber hinaus die Strahlentherapie mit Röntgenoberflächenbestrahlung eine gute Alternative dar. Hierbei wird versucht, das Tumorgewebe mittels energiereicher Strahlen zu zerstören.

Nur in seltenen Fällen bilden Basalzellkarzinome Metastasen in anderen Geweben. Dann ist unter Umständen eine Chemotherapie erforderlich.

Die weniger häufigen Plattenepithelkarzinome werden weitgehend identisch behandelt.

Therapie/Behandlung bei schwarzem Hautkrebs

Das maligne Melanom zählt zu den gefährlichsten Krebsarten überhaupt. Deshalb besteht die Behandlung bereits beim bloßen Verdacht in einer operativen Entfernung des Muttermals. Die Therapieform bei schwarzem Hautkrebs ist vor allem davon abhängig, wie weit das Melanom bereits ausgeprägt ist. Je nach Fortschritt der Krankheit, gibt es verschiedene geeignete Behandlungen, welche im Folgenden kurz zusammengefasst sind. Welche Therapie tatsächlich für einen persönlich infrage kommt, wird zuvor mit dem behandelnden Facharzt abgeklärt.

Muttermalentfernung / OP

Solange sich der Hautkrebs in einem frühen Stadium befindet, gilt die operative Entfernung als bevorzugte Behandlungsmethode. Bei dem Eingriff wird das Muttermal inklusive eines großzügigen Sicherheitsabstands entfernt und anschließend feingeweblich auf Tumorzellen untersucht. Vor allem kleine Melanome mit weniger als 1 mm Dicke lassen sich auf operativem Wege in der Regel gut entfernen.

Muttermal entfernen

Abb.: Schematische Darstellung der operativen Entfernung eines Muttermals

Das Melanom muss bei der Operation vollständig entfernt werden, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Sind bereits die angrenzenden Lymphknoten befallen, so müssen auch diese entfernt werden. Das entnommene Gewebe wird anschließend untersucht, um Rückschlüsse auf den weiteren Krankheitsverlauf ziehen zu können.

Wächterlymphknotenbiopsie

Der Schildwächter-Lymphknoten ist der erste Lymphknoten im Bereich eines Tumors. Dieser Lymphknoten wird bei einem Melanom von mehr als 1 mm Dicke operativ entfernt, um Rückschlüsse auf das Fortschreiten des Tumors zu ziehen. Anhand einer feingeweblichen Untersuchung lässt sich erkennen, ob in den Lymphknoten bereits Tumorzellen vorhanden sind. Je nach Befund kann danach eine weitere Lymphknoten-OP erforderlich sein.

Auch Tumore mit einer Dicke von 0,75 bis 1,0 mm sollten durch die Wächterlymphknotenbiopsie entfernt werden, insofern andere Risiken dabei eine Rolle spielen. 

Adjuvante Therapie mit Interferon-alpha

Dringt das Melanom in die Haut ein, spricht man von einer vertikalen Tumordicke. Beträgt diese mehr als 2 mm, wird in Deutschland eine Immuntherapie mit Hilfe von Interferon alpha angeraten. Diese wird zusätzlich neben der operativen, adjuvanten Behandlung durchgeführt.

Der Begriff "adjuvante Therapie" bezeichnet eine vorsorgliche Immuntherapie, die einer späteren Ausbreitung des Tumors vorbeugen soll. Nicht immer ist es möglich, vorhandene Tumorabsiedlungen im Rahmen der klinischen Untersuchungen eindeutig zu erkennen. Die nicht erkannten Tumorzellen können sich auch Jahre später noch unbemerkt ausbreiten. Um dies zu verhindern, wird die adjuvante Therapie insbesondere bei Patienten mit erhöhtem Metastasierungsrisiko angewandt.

Der Wirkstoff Interferon alpha regt das menschliche Abwehrsystem dazu an, mögliche verbliebene Tumorzellen zu bekämpfen. Es handelt sich dabei um körpereigene Abwehrhormone, die in der Regel dreimal pro Woche unter die Haut gespritzt werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Metastasen

Wenn ein malignes Melanom bereits Metastasen in den inneren Organen ausgebildet hat und diese nicht mehr operativ entfernt werden können, sind die Chancen für eine vollständige Heilung gering. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, neben der operativen Behandlung eine Strahlentherapie, Immuntherapie oder Chemotherapie durchzuführen.

Die Chemotherapie spielt zwar beim schwarzen Hautkrebs eine eher untergeordnete Rolle, kann allerdings im Einzelfall zu einer Rückbildung der Metastasen beitragen und die Beschwerden des Patienten lindern. Eine Bestrahlung wiederum richtet sich gezielt auf einen befallenen Bereich. Die Strahlentherapie wird bei bestimmten Patientengruppen und Tumorarten eingesetzt, beispielsweise zur Bekämpfung von Hirnmetastasen.

Mithilfe von neuen Immuntherapien konnten in den vergangenen Jahren wichtige Heilungserfolge erzielt werden. Je nach angewandtem Wirkstoff ist es teilweise möglich, ein längerfristiges oder dauerhaften Verschwinden der Metastasen zu erreichen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist jedoch wie bei allen Therapieformen, dass möglichst früh mit der Therapie begonnen wird.

Immuntherapie mit einem monoklonalen Antikörper

Monoklonale Antikörper bieten eine neue Möglichkeit der Krebsbehandlung und sind den Antikörpern unseren Immunsystems recht ähnlich. Im Labor können diese monoklonalen Antikörper innerhalb einer homogenen Kultur beliebig oft erzeugt werden und dann gezielt gegen Moleküle vorgehen, wie man sie auch an der Oberfläche von Krebszellen oft findet. 

Der seit 2011 zugelassene Antikörper Ipilimumab bietet sich speziell zur Behandlung eines Melanoms an, da seine Wirkung zur Aktivierung gehemmter T-Zellen des Immunsystems führt. Diese T-Zellen können dann gegen die Krebszellen des Melanoms vorgehen. Leider ist das Resultat dieser Behandlung erst nach längerer Zeit erkennbar und bei nur einem von sechs Patienten zeigt diese Therapieform überhaupt Erfolge. Wenn die Behandlung allerdings anschlägt, zeigt sie durchaus nachhaltige Ergebnisse: Studien belegen, dass jeder fünfte Patient, bei dem die Ipilimumab-Behandlung geklappt hat, die Krankheit drei Jahre später überlebt hat. Die bisherige Standard-Chemotherapie kann diesen Erfolg nur bei jedem achten Patienten nachweisen.

Insgesamt viermal wird dem Patienten bei der Behandlung mit Ipilimumab alle drei Wochen eine Infusion verabreicht. Nebenwirkungen treten hierbei bei 10 bis 15 von 100 Patienten auf. Dazu gehören Beschwerden der Leber und des Magen-Darm-Traktes sowie Hormon- und Nervensystems. Dies lässt sich behandeln, indem man Medikamente verabreicht, um das körpereigene Immunsystem zu unterdrücken. Ob die Therapie aufgrund des Nutzens und der damit verbundenen Risiken sinnvoll ist, muss längerfristig abgewogen und im Endeffekt persönlich entschieden werden. Bevor man aber eine endgültige Entscheidung trifft, ist es ratsam, die Vor- und Nachteile der Ipilimumab-Immuntherapie gemeinsam mit den behandelnden Ärzten zu besprechen.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung beim metastasierten malignen Melanom, bieten die PD-1 Antikörper Pembrolizumab und Nivolumab. Diese Immuntherapie hat durch ihre guten Ergebnisse zu Aufmerksamkeit bei den Fachleuten geführt und wurde deshalb 2015 offiziell zugelassen und ist seitdem verschreibungsfähig. Um diese Therapie zu beginnen müssen bei einem Teil der Patienten vorher schon Behandlungen mit einem BRAF-Inhibitor, Ipilimumab oder anderen erfolgen.

Diese Medikamente werden von der Leitlinie* nicht empfohlen:

Zur begleitenden Krebsbehandlung sind außer Interferonen auch noch weitere Medikamente im Test. Zunächst positive Ergebnisse lieferte das Medikament Dacarbazin, doch war auf die Studien hier nicht genug Verlass und die Resultate konnten im weiteren Verlauf nicht bestätigt werden. Es wurden mehrere Studien und Übersichtsarbeiten durchgeführt, welche ergaben, dass die zusätzliche Einnahme von Dacarbazin bei Melanompatienten nicht zu einer Verlängerung des Lebens geführt hat. Bei der Behandlung von Fernmetastasen kann Dacarbazin angewendet werden, jedoch macht es keinen Sinn das Krebsmedikament begleitend bei der Melanom-Behandlung einzusetzen.

*„Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe 

Nachsorge nach der Hautkrebs-Operation/-Therapie

Auch nach der operativen Entfernung eines malignen Melanoms besteht keine absolute Sicherheit darüber, dass alle Tumorzellen vollständig entfernt wurden. Vereinzelte Tumorzellen können auch nach dem Eingriff weiterhin vorhanden sein und sich selbst nach längerer Zeit noch ausbreiten. Aus diesem Grund sind regelmäßige fachärztliche Kontrollen für den Patienten unverzichtbar.

Ziel der Nachkontrollen ist es vor allem, möglichen Tumorzellen so früh wie möglich zu entdecken. Je eher die Metastasen erfasst werden, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Die empfohlene Häufigkeit der Kontrollbesuche richtet sich unter anderem nach Art und Größe des entfernten Tumors. Gerade in den ersten Jahren nach der Therapie sind regelmäßige Nachkontrollen entscheidend, da ein erneutes Auftreten von Melanomen innerhalb der ersten fünf Jahre besonders wahrscheinlich ist. Generell wird empfohlen, die Nachsorge über einen Zeitraum von zehn Jahren aufrechtzuerhalten.

Viele Patienten haben Angst, dass die Resultate der Therapie nicht endgültig sind und der Tumor wieder auftauchen kann. Je mehr Zeit aber nach der Behandlung ohne Wiederkehr des Tumors vergeht, umso mehr steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Behandlung erfolgreich war und der Patient geheilt ist. 

Wie hoch sind die Heilungschancen?

Wenn schwarzer Hautkrebs im Frühstadium entdeckt wird, ist die Prognose relativ gut. Bei einem geringen Durchmesser des Melanoms genügt in der Regel die chirurgische Entfernung unter Berücksichtigung eines gewissen Sicherheitsabstands. Mit zunehmender Ausbreitung sinken jedoch die Chancen auf eine vollständige Heilung. Ist der Tumor bereits in die Lederhaut vorgedrungen, so kann er die Blut- und Lymphgefäße erreichen und sich von dort im ganzen Körper ausbreiten. Es kommt zur Ausbildung von Metastasen.

Falls bereits die Lymphknoten oder andere Organe befallen sind, wird zunächst ebenfalls eine operative Entfernung angestrebt. Ist dies nicht mehr möglich, hat der Hautkrebs bereits ein unheilbares Stadium erreicht. Hier bleibt nur noch die Möglichkeit einer Strahlentherapie, Chemotherapie und/oder Immuntherapie, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.

Weitere Informationen und Quellen:

Weitere, ausführliche Informationen finden Sie in dem „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe:

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Selbstuntersuchung

Die Hautkrebs-Früherkennung beim Arzt ist jedoch nur ein zentraler Bestandteil einer guten Hautkrebs-Prophylaxe. So ist es wichtig, dass insbesondere Personen, die einer Risikogruppe angehören, ihrer Haut und eventuellen Hautveränderungen Beachtung schenken. Wer seine Haut regelmäßig nach auffälligen Veränderungen absucht, kann schon bei kleinsten Anzeichen einen Hautarzt aufsuchen. Bei der Selbstuntersuchung sollte beachtet werden, dass Hautkrebs auch an Schleimhäuten und behaarten Körperregionen entstehen kann. Ein Spiegel hilft dabei, auch Rücken, Nacken und Fußsohlen nach Auffälligkeiten abzusuchen.

ABCD-Regel

Die Regeln, die es bei einer Untersuchung zu beachten gilt, sind einfach. Zunächst sollte auf Veränderungen geachtet werden: Neu erscheinende oder sich verändernde Leberflecken sollten als Warnzeichen gedeutet werden. Bei Menschen, die viele Leberflecke haben, kann es helfen, sich auf diejenigen zu konzentrieren, die eine ungleichmäßige Färbung, Form oder Struktur aufweisen. Im Zweifelsfall werden diese von einem Dermatologen entfernt. Schließlich ist die ABCD-Regel ein Standard bei der Hautkrebs-Früherkennung. Sie hilft, gefährdete Hautmale zu erkennen. Dabei steht A für “Asymmetrie”, B für “Begrenzung”, C für “Colour” (Farbe) und D für Durchmesser. Aufmerken sollten Sie, wenn die Hautveränderungen asymmetrisch, unregelmäßig begrenzt oder ungleichmäßig gefärbt sind, d.h. unterschiedliche Farbtöne aufweisen. Zudem sind Leberflecke mit einem Durchmesser von fünf oder mehr Millimetern genau zu betrachten.

ABCD-Regel: Auf diese Zeichen sollten Sie bei der Überprüfung Ihrer Muttermale achten:

Hautkrebsvorsorge ABCD Regel

Sollte eine solche Hautveränderung vorliegen, besteht jedoch kein Grund zu Panik, da es sich in vielen Fällen um gutartige Veränderungen handelt. Dennoch sollte bei Zweifeln ein Arzt aufgesucht werden, der einen klaren Befund stellen kann. Auch regelmäßige Selbstuntersuchungen können nie den Besuch bei einem geschulten Dermatologen ersetzen!

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