Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Ohrenschmerzen, Fieber und verminderter Hörsinn können Anzeichen für eine Mittelohrentzündung sein. Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, sollte die Mittelohrentzündung von einem Facharzt behandelt werden.

ÜBERSICHT
Ursachen Viral oder bakteriell
Symptome Starke, pulsierende Schmerzen im Ohr, Druckgefühl, Beeinträchtigung des Hörsinns, Fieber
Diagnose Untersuchung des Ohrs, Nasen- und Rachenraums
Behandlungs-methode Medikamentös: Nasensprays- oder -tropfen, Tabletten (Diclofenac, Ibuprofen), Ohrentropfen, ggf. Antibiotika

Infos zur Mittelohrentzündung

Von Mittelohrentzündungen sind häufig Kinder im Vorschulalter betroffen, besonders bei Säuglingen tritt die Erkrankung oft auf. Die auch Otitis media acuta genannte Erkrankung geht häufig mit starken Schmerzen und Fieber einher. 

Eine sofortige Therapie der Mittelohrentzündung ist nicht allein aufgrund der als sehr unangenehm empfundenen Symptome geboten. Unbehandelt kann eine Mittelohrentzündung zu schwerwiegenden Komplikationen führen, die nicht selten lebenslange gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen können.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Mittelohrentzündung, die gängigen Therapien der Erkrankung sowie mögliche Nebenwirkungen können Sie auf dieser Seite nachlesen.

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Welche Symptome treten bei einer Mittelohrentzündung auf?

Typische Krankheitssymptome, die auf eine Mittelohrentzündung hinweisen, sind meist starke, pulsierende Ohrenschmerzen, die plötzlich auftreten und innerhalb weniger Stunden deutlich an Intensität zunehmen. Darüber hinaus sind Druckgefühle im Ohr, eine Beeinträchtigung des Hörsinns sowie das Auftreten eines Tinnitus häufige Symptome der Mittelohrentzündung. Nur in seltenen Fällen zeigen sich hingegen Einschränkungen des Gleichgewichtssinnes.

Ein allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber sind häufige Begleiterscheinungen einer Mittelohrentzündungen, wobei vor allem im Fall von Kleinkindern Fieber von 39°C und mehr auftreten kann. Darüber hinaus weisen insbesondere Säuglinge häufig Bauchschmerzen als untypisches Symptom auf.

MittelohrentzuendungZu einer eitrigen Mittelohrentzündung kommt es, wenn das Mittelohr nicht mehr ausreichend belüftet wird, da die Schleimhaut der sogenannten Ohrtrompete, die Rachenraum und Innenohr miteinander verbindet, angeschwollen ist. Während die Schleimhaut zu Beginn der Erkrankung ein wässriges Sekret absondert, kann es durch eine zusätzliche Bakterienbesiedlung zur Bildung von Eiter kommen. Produziert die Schleimhaut des Mittelohrs große Sekretmengen, kann es zu einem Riss des Trommelfells kommen, da das Sekret aufgrund der zugeschwollenen Ohrtrompete nicht mehr in den Rachenraum ablaufen kann. Das eitrige Sekret läuft dann über das Außenohr ab, wobei es manchmal mit Blut vermengt ist.

Da Mittelohrentzündungen auch im Rahmen anderer Infektionserkrankungen wie Masern oder Scharlach ausbrechen, einzelne Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten und es außerdem bei einer Mittelohrentzündung zu schweren Komplikationen kommen kann, ist es bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung wichtig, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen.

Auf einen Blick: Symptome einer Mittelohrentzündung

  • Starke, stechende oder pulsierende Ohrenschmerzen
  • Druckgefühl im Ohr
  • Beeinträchtigung des Hörsinns / Hörminderung
  • Tinnitus
  • Eiterbildung / Mittelohr-Erguss
  • Trommelfellriss
  • Schwindelgefühle
  • Selten: Einschränkungen des Gleichgewichtssinns
  • Allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber
  • Bei Kleinkindern häufig Fieber von 39°C und mehr
  • Bei Säuglingen Bauchschmerzen
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Ursachen einer Mittelohrentzündung

In etwa 80 Prozent der Fälle werden Mittelohrentzündungen von Viren verursacht. Der Mittelohrentzündung geht dann eine Erkältung oder auch eine Grippe voraus. Oft kommt es darüber hinaus zur Vermehrung der von Natur aus im Nasen-Rachen-Raum vorkommenden Bakterien, sodass sich eine bakterielle Infektion auf den ursprünglich viralen Infekt “aufpropft”.

“Bei den restlichen 20 Prozent der Mittelohrentzündungen sind Bakterien die Ursache”, erklärt HNO-Facharzt Dr. med. Hans- Peter Stillenmunkes. Diese kommen meist aus dem Nasen-Rachen-Raum ins Mittelohr. Betroffen sind davon vor allem Patienten mit häufigen Entzündungen der Nasenschleimhäute oder Nasennebenhöhlen. Ein Eindringen der Bakterien durch einen Riss im Trommelfell kommt nur in seltenen Fällen vor.

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Diagnose einer Mittelohrentzündung

Bei der Diagnose einer Mittelohrentzündung stehen Untersuchungen der Ohren, des Nasen-Rachen-Raumes und der Nasennebenhöhlen im Vordergrund. Dafür wird das Trommelfell mit Hilfe eines Ohr-Mikroskops betrachtet.

Liegt eine Mittelohrentzündung vor, äußert sich das durch erweiterte Blutgefäße, die als Rosafärbung im Mikroskop zu sehen ist. Hat sich im Mittelohr Sekret gebildet, wird dies bei der Untersuchung ebenfalls sichtbar.

Des Weiteren werden Nase und Nasen-Rachen-Raum mit Winkel-Endoskopen untersucht, die es dem Arzt ermöglichen, um die Ecke zu sehen und damit Einblick in große Teile der untersuchten Bereiche zu erhalten.

Darüber hinaus werden bei der Diagnose der Mittelohrentzündung die Beweglichkeit des Trommelfells, der Druck im Mittelohr und die Reaktionen der Gehörknöchelchen im Mittelohr gemessen.

Laborproben des Sekrets können dann notwendig werden, wenn eine akute Mittelohrentzündung nicht auf die verordnete Therapie anspricht.

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Mögliche Komplikationen & Verlauf bei ausbleibender Behandlung

Bei rund 80 Prozent der Patienten heilt eine akute Mittelohrentzündung ohne Folgen ab. In Einzelfällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen, die die Gesundheit der Patienten stark beeinträchtigen können.

Die häufigste Form dieser Komplikationen ist die Mastoiditis, die meist bei Säuglingen und Kleinkindern vorkommt. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung des knöchernen Warzenfortsatzes. Eiter gelangt in die mit Luft gefüllten Hohlräume dieses Knochenfortsatzes, unterbleibt eine Behandlung breitet sich die Entzündung weiter aus. Es kann zu Folgeerkrankungen wie einer Entzündung des Innenohrs (Labyrinthitis) oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen. Ist nicht der Knochen selbst, sondern lediglich die Schleimhaut betroffen, handelt es sich um eine Begleitmastoiditis. Ein geschwächtes Immunsystem, ein erhöhter Pneumatisationsgrad sowie ein erschwerter Sekretabfluss begünstigen die Entstehung einer Mastoiditis.

Bei einer Labyrinthitis leidet der Patient unter Drehschwindel, Erbrechen und Schallempfindungsschwerhörigkeit. Häufig kann bei dem Auge auf der erkrankten Kopfseite auch ein spontanes Augenzucken (Nystagmus) beobachtet werden. Unterbleibt weiterhin eine Behandlung, kann bei fortschreitender Erkrankung und eine eitrige Labyrinthitis entstehen. Bleibende Hörschäden sind mögliche Folgen einer eitrigen Labyrinthitis.

Bleibt eine akute Mittelohrentzündung unbehandelt, kann es bei eitriger Sekretbildung im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung (otogene Meningitis) kommen. Erste Symptome einer Hirnhautentzündung sind spontan auftretendes Fieber und starke Kopfschmerzen.

Bei einem sekundären Cholesteatom handelt es sich um eine gutartige Wucherung im Mittelohr, die den umgebenden Knochen angreifen kann. Diese wird in der Regel durch eine chronische Mittelohrentzündung verursacht. Durch einen Riss des Trommelfells gelangen äußere Hautschichten von Trommelfells oder Gehörgang in das Mittelohr. Bei ausbleibender Behandlung kann die Entzündung auf das Felsenbein übergreifen und im späteren Verlauf auch auf Gesichtsnerven, Hirnhäute und Gehirn gefährden. Bei einem Cholesteatom ist eine Operation meist unumgänglich.

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Mittelohrentzündung: Tipps für Patienten & Eltern

Ob erwachsene Patienten oder Eltern von kranken Kindern - eine Behandlung auf eigene Faust ohne ärztliche Hilfe sollte bei einer akuten Mittelohrentzündung keinesfalls vorgenommen werden. Auch wenn die meisten Mittelohrentzündungen innerhalb weniger Tage folgenlos verheilen, sollte bei einer Mittelohrentzündung immer ein Arzt aufgesucht werden.

Während des gesamten Heilungsverlaufs sollte beim Baden oder Duschen kein Wasser in die Ohren gelangen, dies ist insbesondere dann sehr wichtig, wenn bereits ein Riss im Trommelfell vorliegt. Von Schwimmbadbesuchen muss bei einer akuten Mittelohrentzündung gänzlich abgeraten werden.

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Kann man einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Wirklich verhindern lässt sich eine akute Mittelohrentzündung in der Regel nicht. Einige Maßnahmen können jedoch den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. Bei einem Schnupfen oder einem grippalen Infekt sorgen Nasentropfen oder Nasenspray für eine bessere Belüftung des Mittelohrs.

Leidet ein Kind unter wiederholten Mittelohrentzündungen, empfehlen viele Kinderärzte Impfungen gegen Grippeviren und Pneumokokken. Diese Erreger gelten als typische Verursacher einer akuten Mittelohrentzündung. Gestillte Kinder haben ein rund dreimal geringeres Risiko, an einer akuten Mittelohrentzündung zu erkranken. Eine rauchfreie Umgebung senkt das Risiko für die Erkrankung um etwa 60 Prozent. 

Die Reinigung der Ohren sollte lediglich vorsichtig im äußeren Bereich erfolgen. Auf die Nutzung von Wattestäbchen sollte dabei gänzlich verzichtet werden, um einer Verletzung des Trommelfells vorzubeugen (mehr dazu: Ohren reinigen - Finger weg von Wattestäbchen).

Eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise mit viel frischem Obst und Gemüse sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr stärkt das Immunsystem. Die Erreger haben ein weniger leichtes Spiel und werden von der körpereigenen Abwehr in Schach gehalten.

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Kosten einer Behandlung der Mittelohrentzündung

Die Kosten für einer Behandlung einer Mittelohrentzündung werden von der Krankenkasse getragen.

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Häufige Fragen (FAQ) zur Mittelohrentzündung

Welche Hausmittel helfen bei einer Mittelohrentzündung?

Die Anwendung sogenannter Hausmittel ist bei einem Verdacht auf Mittelohrentzündung nicht sinnvoll. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung, die für eine komplikationsfreie Abheilung einer fachärztlichen Behandlung bedarf. Dabei können unter Umständen auch Antibiotika notwendig sein. Hausmittel wie Ohrkerzen können bei einer Mittelohrentzündung sogar dazu führen, dass die Erkrankung sich verschlimmert und Komplikationen auftreten. Bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung sollten Betroffene deshalb nicht versuchen, selbst an den Symptomen herumzudoktern, sondern sofort einen erfahrenen HNO-Arzt aufsuchen.

Kann man durch eine Mittelohrentzündung schwerhörig werden?

Das Hörvermögen kann durch eine Mittelohrentzündung beeinträchtigt werden. Durch die Entzündung der Mittelohrschleimhaut kann es zu Sekretbildung kommen; Eiter und Sekret stauen sich im Mittelohr, sodass die Schallleitung beeinträchtigt wird. Besonders dann, wenn eine Mittelohrentzündung verschleppt wird, kann aus einer vorübergehenden Schwerhörigkeit eine bleibende Hörminderung werden. Aus diesem Grund ist es notwendig, bei ersten Symptomen wie Ohrenschmerzen, Fieber, Ohrgeräuschen oder einer Hörbeeinträchtigung einen Arzt aufzusuchen.

Ist die Einnahme von Antibiotika bei einer Mittelohrentzündung notwendig?

Die Einnahme von Antibiotika ist bei einer Mittelohrentzündung nicht immer notwendig. Allerdings weisen Symptome wie Fieber, sehr starke Ohrenschmerzen, ein gerötetes Trommelfell und Eiterbildung im Mittelohr auf eine bakterielle Infektion hin. In diesem Fall ist die Gabe von Antibiotika unumgänglich. Liegt hingegen eine virale Mittelohrentzündung vor, kann auf Antibiotika verzichtet werden. Dann ist eine Behandlung mit abschwellenden Nasentropfen/-sprays, die für eine bessere Belüftung des Mittelohrs sorgen, sowie Schmerzmitteln ausreichend.

Sind Mittelohrentzündungen ansteckend?

Eine Mittelohrentzündung ist nicht ansteckend, allerdings kann die Infektion, die der Mittelohrentzündung zu Grunde liegt, übertragen werden. Wird die Erkrankung beispielsweise durch einen Infekt im Nasen-Rachen-Raum verursacht, kann dieser auf eine zweite Person übertragen werden, bei der es allerdings nicht ebenfalls zu einer Mittelohrentzündung kommen muss.

Kann ich trotz einer Mittelohrentzündung in den Urlaub fliegen?

Liegt eine Mittelohrentzündung vor, sollten Flugreisen gemieden werden. Grund ist, dass durch die Entzündung ein Druckausgleich im Mittelohr nicht mehr möglich ist. So kann der geringere Luftdruck im Flugzeug zu Schmerzen und Gleichgewichtsstörungen führen, in extremen Fällen kann auch das Trommelfell beschädigt werden.

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Ärzte, die eine Mittelohrentzündung behandeln

Für Diagnose und Behandlung einer akuten Mittelohrentzündung ist ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO-Arzt) der geeignete Ansprechpartner. Durch seine genaue Kenntnis der betroffenen Region kann er Schweregrad und Ausdehnung der Erkrankung kompetent beurteilen und die individuell am besten geeignete Therapie ermitteln, durch die auch möglichen Komplikationen vorgebeugt wird.

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Behandlung einer Mittelohrentzündung

Wie eine Mittelohrentzündung behandelt wird, ist u.a. abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand sowie vom Alter des Patienten. Im Folgenden klären wir Sie über die gängigen Behandlungsmaßnahmen auf.

Antibiotika gegen Mittelohrentzündung

Auch in der heutigen Zeit wird aufgrund der Wirksamkeit gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Erreger häufig ein Breitbandantibiotikum verschrieben. Da in den letzten Jahren jedoch eine steigende Anzahl von resistenten Erregern beobachtet wurde, gerät diese Verschreibungspraxis immer mehr in die Kritik. Bei unbedenklichem Krankheitsverlauf und allgemein gutem Gesundheitszustand verordnen Ärzte daher bei akuter Mittelohrentzündung meist Bettruhe und entzündungshemmende Schmerzmittel. In der Regel heilt eine Mittelohrentzündung auch ohne Antibiotika nach etwa zwei Wochen vollständig aus.

Ein Arztbesuch ist dennoch in jedem Fall ratsam, da der Mediziner Art und Verlauf der Mittelohrentzündung beurteilen und die Behandlung entsprechend einleiten kann. Tritt nach einigen Tagen keine Besserung ein oder zeigen sich Komplikationen, wird der Arzt eine Antibiotikabehandlung verordnen. 

Auch bei Kindern mit akuter Mittelohrentzündung ist eine Antibiotikabehandlung nicht in jedem Fall ratsam. Bei Säuglingen, die jünger als sechs Monate sind, erfolgt immer eine sofortige Behandlung mit Antibiotika. Leiden ältere Kinder an einer akuten Mittelohrentzündung, wird der Arzt den Krankheitsverlauf in der Regel über einen Zeitraum von zwei Tagen beobachten. Treten Komplikationen auf oder kann der Arzt keine Besserung der Symptome feststellen, wird den erkrankten Kindern ein Antibiotikum verabreicht.

Breitet sich die Mittelohrentzündung unabhängig vom Alter des Patienten weiter aus oder kommen weitere Symptome wie hohes Fieber, anhaltender Durchfall und/oder Erbrechen hinzu, ist eine umgehende Behandlung mit Antibiotika empfehlenswert. Weit verbreitet ist der Wirkstoff Amoxicillin, alternativ werden jedoch auch orale Cephalosporine verschrieben. Der behandelnde Arzt verordnet bei auftretenden Komplikationen eine Antibiotikatherapie, um das gesundheitliche Risiko von lebenslangen Folgeschäden zu senken.

Weitere Medikamente bei einer Mittelohrentzündung

Empfehlenswert sind abschwellende Nasensprays, die für einen Zeitraum von etwa 8 bis maximal 10 Tagen jeweils drei bis vier Mal pro Tag in beide Nasenlöcher gesprüht werden. Als Alternative können auch Nasentropfen mit einer Pipette angewendet werden, der empfohlene Anwendungszeitraum bleibt dabei gleich. Sprays und Tropfen wirken abschwellend auf die Nasenschleimhaut und fördern so den Abfluss der Flüssigkeit sowie eine bessere Belüftung des Mittelohrs. Dies begünstigt einen schnelleren Heilungsverlauf.

Pflanzliche Mittel wie Bromelain lindern die Symptome einer akuten Mittelohrentzündung, sie wirken abschwellend und anti-entzündlich. Schulmediziner raten meist zur Einnahme des bewährten Wirkstoffes Diclofenac. Dieses Mittel wirkt schmerzstillend, abschwellend und anti-entzündlich. Alternativ ist auch die Einnahme von Ibuprofen empfehlenswert. Für erkrankte Kinder kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt die Einnahme von Paracetamol schmerzstillend wirken und das Fieber senken.

Ohrentropfen erreichen bei intaktem Trommelfell nicht das Mittelohr, eine Anwendung ist daher nur wenig wirksam und sollte ausschließlich auf ärztliche Anordnung erfolgen. Vereinzelt können sie zur Schmerzlinderung verordnet werden, wenn kein Sekret aus dem Ohr austritt und keine Anzeichen für einen Trommelfellriss vorliegen.

Hausmittel bei Mittelohrentzündung

Häufig empfohlene Hausmittel wie die Wärmebehandlung mit Rotlicht oder das Auflegen von Zwiebelsäckchen sollten nur nach Absprache mit dem Haus- oder HNO-Arzt angewendet werden. Die Wärme einer Rotlichtlampe kann in Einzelfällen sogar zur Verschlimmerung der Symptome beitragen. Wissenschaftliche Belege für oder gegen die Wirksamkeit gibt es nicht - wenn keine ärztlichen Bedenken vorliegen und das Wohlbefinden der erkrankten Person gesteigert wird, kann die Anwendung durchaus zur Symptomlinderung beitragen.

Trommelfellschnitt (Parazentese)

Im weiteren Verlauf einer akuten Mittelohrentzündung kann es durch den zunehmenden Druck zu einem Riss im Trommelfell kommen. Das Sekret kann in den Gehörgang abfließen und die Schmerzen lassen nach. Der Arzt saugt das nun abfließende Sekret ab und reinigt die Gehörgangshaut. 

Einen ähnlichen Effekt erreicht der Arzt mit dem Trommelfellschnitt (Parazentese). Dieser wird bei einer akuten Mittelohrentzündung in der Regel durchgeführt, wenn es zu einer deutlichen Vorwölbung des Trommelfells, heftigen Schmerzen oder plötzlich auftretender Schwerhörigkeit kommt. Führt die Behandlung mit Antibiotika innerhalb von 48 Stunden nicht zur deutlichen Besserung der Symptome, wird häufig ebenfalls ein Trommelfellschnitt in Betracht gezogen. 

Besteht bereits ein toxischer Innenohrschaden, muss der Trommelfellschnitt meist umgehend durchgeführt werden. Bei dem operativen Eingriff wird ein kleiner Schnitt in den vorderen, unteren Teil des Trommelfells gesetzt. Das Sekret entfernt der Arzt anschließend mit einem kleinen Sauger. Bei Kindern erfolgt dieser Eingriff unter Vollnarkose, bei Erwachsenen wird er unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Beschädigung des Trommelfells heilt meist innerhalb weniger Tage folgenlos ab.

Paukenröhrchen

Bei Kindern kann es notwendig sein, dass der Trommelfellschnitt für eine bessere Heilung längere Zeit offen bleiben muss. Dies kann beispielsweise bei sehr zähflüssigem Sekret oder einer schlechten Belüftung des Mittelohrs der Fall sein. In diesem Fall setzt der Arzt bei dem Eingriff zusätzlich ein etwa 2 Millimeter großes Röhrchen aus Titan, Kunststoff oder Gold in den Schnitt ein. Das Sekret kann leichter abfließen, das Kind hört wieder mehr und die verbesserte Durchlüftung begünstigt einen schnelleren Heilungsverlauf. Nach etwa sechs bis neun Monaten wird das Röhrchen abgestoßen und die Öffnung im Trommelfell heilt zu.

Wiederkehrende Mittelohrentzündungen

Wenn Kleinkinder unter ständig wiederkehrenden Mittelohrentzündungen leiden, kann dies zu vermindertem Hörvermögen und in der Folge zu einer verzögerten Sprachentwicklung kommen. Treten innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten mehr als drei Mittelohrentzündungen auf, sollte die Ursache für eine ständige Wiederkehr des Infekts von einem HNO-Arzt abgeklärt werden. Eine schlechte Durchlüftung des Mittelohrs und ständig wiederkehrende Mittelohrentzündungen lassen sich bei Kleinkindern häufig auf eine vergrößerte Rachenmandel zurückführen. Wenn diese Diagnose vom behandelnden Arzt gestellt wurde, kann die Rachenmandel während der Paukenröhrchen-Operation unter Vollnarkose entfernt werden.

Bei häufig wiederkehrenden Mittelohrentzündungen besteht die Gefahr eines chronischen Verlaufs. Bei einer chronischen Mittelohrentzündung besteht wiederum das Risiko, dass die Gehörknöchelchen verwachsen oder zerstört werden. Auch Vernarbungen am Trommelfell können auftreten und zu einer dauerhaften Verschlechterung des Hörvermögens sorgen.

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Experte für Mittelohrentzündung in München

Dr. med. Hans-Peter Stillenmunkes

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